Kurioses Urteil gegen Western Digital: Statt einer halben Milliarde wird nur ein US-Dollar fällig

Ein US-Richter hat die Patentstrafe gegen Western Digital von ursprünglich über 550 Mio. USD auf nur 1 USD reduziert und bemängelt unzureichende Nachweise zur Schadenshöhe.

Der US-Dollar im Symbol ist nicht nur symbolisch: Statt einer halben Milliarde muss Western Digital in einem Patentstreit nur noch einen US-Dollar Strafe zahlen. Der US-Dollar im Symbol ist nicht nur symbolisch: Statt einer halben Milliarde muss Western Digital in einem Patentstreit nur noch einen US-Dollar Strafe zahlen.

Im Oktober 2024 hatte eine Jury in Kalifornien befunden, dass das für Festplatten bekannte Unternehmen Western Digital mit seinen selbst-verschlüsselnden Modellen Ultrastar, My Book und My Passport gegen Patent Nr. 6088802A der SPEX Technologies verstoßen habe.

Das US-Patent Nr. 6088802A (»Peripheriegerät mit integrierter Sicherheitsfunktionalität«) betrifft ein in einem Gehäuse zusammengefasstes, häufig portables Peripheriegerät, das mit einem Host-Computersystem kommuniziert, um Sicherheitsoperationen an Daten durchzuführen.

Diese Sicherheitsoperationen – etwa Verschlüsselung zur Wahrung der Vertraulichkeit oder Benutzer­authentifizierung – werden direkt im Peripheriegerät ausgeführt, bevor Daten zum Host übertragen oder von diesem empfangen werden.

Von einer halben Milliarde runter auf einen US-Dollar

Zunächst sprach das Gericht 315,7 Millionen US-Dollar an Schadensersatz zu, zu denen U.S. District Judge James Selna weitere 237 Millionen US-Dollar an Zinsen hinzurechnete – insgesamt also über eine halbe Milliarde US-Dollar als Strafzahlung.

Diese Entscheidung ließ Western Digital aber nicht auf sich sitzen. In Folge reichte der Festplattenhersteller mehrere Folgeanträge ein, darunter einen »Antrag nach Regel 50(b) auf Urteil als Rechtsfrage« sowie einen »Antrag nach Regel 59 auf Abhilfe gegen das Urteil und auf ein neues Verfahren«, wie The Register berichtet.

Während die Klagepunkte zur Haftung abgewiesen wurden, beanstandete Judge Selna die Schadensberechnung. Deshalb senkte er die Entschädigung in seinem jüngsten Urteil auf einen symbolischen Schadensersatz in Höhe von 1 (in Worten: einem) US-Dollar.

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Selna stellte grundsätzlich fest, dass SPEX seine Schadenstheorie während des Prozesses mehrfach änderte und es an ausreichender Beweislage fehle, um einen konkreten Dollarbetrag herzuleiten.

So wurde auch der anfangs von SPEX einberufene Experte ausgeschlossen – ein Schadensnachweis war so nicht mehr möglich. Während Western Digital juristisch also zumindest zum jetzigen Stand mit einem blauen Auge davonkommt, blieben SPEX Technologies seit dem Urteil am 16. Juni 2025 sieben Tage Zeit, um zu reagieren. Ob eine solche Reaktion erfolgt ist, ist zur Stunde allerdings unbekannt.

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