WhatsApp Wrapped: Die Lifestyle App zeigt einen persönlichen Jahresrückblick - aber der hat mit der Realität nicht viel zu tun

Auf TikTok trendet gerade eine neue App, die euren Kontakten angeblich intime Informationen über euer Chatverhalten gibt.

WA Wrapped verspricht einen personalisierten Jahresrückblick für WhatsApp. Ob die externe App das halten kann? (Bildquelle: Hintergrund: Adobe Stock, Elemente: WA Wrapped) WA Wrapped verspricht einen personalisierten Jahresrückblick für WhatsApp. Ob die externe App das halten kann? (Bildquelle: Hintergrund: Adobe Stock, Elemente: WA Wrapped)

Panik auf TikTok: Kann mein Crush jetzt sehen, wie viele Screenshots ich von unserem Chat gemacht habe? Die App WA Wrapped behauptet genau das und ist gerade auf Platz 1 der Lifestyle-Anwendungen im App-Store.

Wie und ob das funktioniert, erfahrt ihr hier.

Was ist passiert?

Spotify Wrapped macht es seit 2016 vor und viele Apps ziehen nach: Ein personalisierter Jahresrückblick zeigt euch grafisch aufbereitete Statistiken über euer Nutzungsverhalten der App.

Jetzt will die externe iPhone-App WA Wrapped das auch für den Messenger leisten.

Wie funktioniert WA Wrapped?

Für einen persönlichen Jahresrückblick müssen Nutzer ihre Chats von WhatsApp exportieren und bei WA Wrapped hochladen. Dann gibt die App Charts mit Statistiken aus.

Es gibt eine kostenlose Version. Für eine vollständige Analyse müssen zumindest einmal 5,99 € gezahlt werden.

So sehen die Charts aus, die WA Wrapped für euch erstellt. (Bildquelle: WA Wrapped) So sehen die Charts aus, die WA Wrapped für euch erstellt. (Bildquelle: WA Wrapped)

Was ist auf TikTok los?

Auf TikTok befürchten deswegen gerade Nutzer, dass intime Informationen über ihr Nutzungsverhalten in den Charts ihrer Kontakte auftauchen könnten. Besonders, wenn Chats mit pikanten Kontakten (meist dem Crush) in Gruppen geteilt oder Screenshots angefertigt wurden, sorgt das für Verunsicherung.

Link zum TikTok-Inhalt

Funktioniert WA Wrapped überhaupt?

Netzwelt hat die neue App bereits einem Test unterzogen. Die Ergebnisse sehen nicht besonders vielversprechend aus: Die Anzahl der gesendeten Daten stimmt noch, aber bei Informationen etwa über Screenshots und archivierte Chats haben die dargestellten Zahlen nichts mit der Realität zu tun.

Das ist auch logisch: Wenn ihr Chats exportiert, bekommt ihr eine .zip-Datei (WhatsApp FAQ). In der sind nur eure Chats als .txt-Dateien gespeichert – und optional eure Medien wie Bilder und Sprachnachrichten.

Die exportierte Datei enthält keine Metadaten, wer einen Screenshot von euren Chats angefertigt hat oder ob eure Chats geteilt wurden. WA Wrapped hat diese Informationen also gar nicht.

Also kein Grund zur Panik: Die App liefert unzuverlässige Ergebnisse und verspricht Dinge, die sie nicht halten kann.

Solltet ihr euch WhatsApp Wrapped herunterladen?

Kurz gesagt: Wohl besser nicht.

Auch wenn euch persönliche Jahresrückblicke gefallen: Für einen vollständigen Wrapped müsst ihr zumindest einmal 6 Euro bezahlen. Und das für äußerst fragwürdige Ergebnisse.

Außerdem stammt die App vom recht unbekannten Drittanbieter Tenacity Labs UG. Die suggerieren in ihren Analysen, dass sie über Daten verfügen, die sie lediglich durch einen Datenupload der exportierten Chats gar nicht haben können. Das wirkt nicht vertrauenserweckend.

Deswegen solltet ihr euch genau überlegen, ob ihr ausgerechnet diesem Anbieter intime Chats von euch zur Verfügung stellen wollt.

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