Wir sind seit Jahren mit steigenden Kosten in allen möglichen Lebensbereichen konfrontiert. Doch durch den KI-Boom hat es Arbeitsspeicher in den letzten Monaten besonders hart getroffen.
Viermal so hohe Preise wie noch vor einem halben Jahr sind eher die Regel als die Ausnahme. Kauft man sich einen neuen PC, stellt sich daher mehr denn je die Frage, wie viel RAM man braucht?
Grundsätzlich hängt das stark davon ab, was genau ihr mit eurem Rechner macht. Wie es aber im speziellen Falle von Spielen aussieht, haben wir uns mit passenden Benchmarks näher angesehen.
Wie viel RAM? Das sagen die Benchmarks
RAM-Benchmarks: Durchschnittliche FPS
Durchschnitt aus Anno 117, Arc Raiders, Cyberpunk 2077, Flight Simulator 2024, Kingdom Come: Deliverance 2 und Resident Evil: Requiem
- Durchschnittliche FPS
- 0,0
- 14,0
- 28,0
- 42,0
- 56,0
- 70,0
Wir beginnen direkt mit der Quintessenz, also dem Durchschnitt all unserer Messungen in sechs verschiedenen Spielen mit 8 GB, 16 GB und 32 GB RAM (jeweils im Dual-Channel-Modus).
Bei den durchschnittlichen FPS ist die Sachlage klar. Es spielt in unseren Messungen kaum eine Rolle, wie viel Arbeitsspeicher im PC verbaut ist. Unterm Strich stellen wir gerade mal eine Differenz von etwa fünf Prozent fest.
Die kurze Antwort auf die Frage im Titel lautet also: 8 GB RAM reichen auch 2026 tatsächlich noch zum Spielen. Dass es im Detail etwas komplizierter ist, zeigen die folgenden Messungen abseits der durchschnittlichen FPS.
RAM-Benchmarks: P1-FPS
Durchschnitt aus Anno 117, Arc Raiders, Cyberpunk 2077, Flight Simulator 2024, Kingdom Come: Deliverance 2 und Resident Evil: Requiem
- P1-FPS
- 0,0
- 12,0
- 24,0
- 36,0
- 48,0
- 60,0
Warum die minimalen FPS besonders wichtig sind: Weil sie kurze, aber dennoch störende Ruckler erfassen können, die in den durchschnittlichen FPS-Angaben teils untergehen.
Früher hat man dafür den jeweils niedrigsten gemessenen Wert genommen, heute verwendet man stattdessen Werte wie P1 oder P0,1.
P1 bedeutet, dass 99 Prozent aller Werte höher lagen als die angegebene Zahl und P0,1, dass 99,9 Prozent höher lagen. Auf die Angabe des niedrigsten Einzelwertes verzichtet man dabei bewusst, weil sehr geringe Werte erst ab einer gewissen Menge wirklich Einfluss auf das Spielgefühl haben.
RAM-Benchmarks: P0,1-FPS
Durchschnitt aus Anno 117, Arc Raiders, Cyberpunk 2077, Flight Simulator 2024, Kingdom Come: Deliverance 2 und Resident Evil: Requiem
- P0,1 FPS
- 0,0
- 8,0
- 16,0
- 24,0
- 32,0
- 40,0
- Bei den P1-Werten liegen 32 GB knapp 22 Prozent vor 8 GB, bei den P0,1-Werten sogar um etwa 41 Prozent.
- Zwischen 16 und 32 GB beträgt die Differenz dagegen nur etwa acht Prozent.
Doch wie relevant ist das im Spielealltag wirklich?
Arbeitsspeicher-Mengen im Duell: Die wichtigen Frametimes
Trotz der klar besseren Performance bei den minimalen FPS mit mehr als 8 GB RAM können wir unsere Benchmark-Titel insgesamt weitgehend problemlos mit der geringsten Speichermenge im Testfeld spielen.
Das zeigen auch die folgenden Grafiken. Sie vergleichen die Frametimes beim Spielen über einen längeren Zeitraum mit 8 und 32 GB. Je niedriger und gleichmäßiger die Kurve verläuft und je weniger starke Ausreißer nach oben es gibt, desto besser.
Mit nur 8 GB ist das Ergebnis zwar stets schlechter, aber nur in geringem Maß. Das gilt auch dann, wenn die Grafikkarte wie im Falle der RX 5700 XT über vergleichsweise wenig VRAM verfügt (8 GB). Bei der RTX 4090 mit üppigen 24 GB sieht das Bild ähnlich aus.
8 GB vs. 32 GB: RTX 4090
Cyberpunk 2077 (RTX Ultra, 3840x2160, DLSS Qualität, Frame Generation deaktiviert)
Flight Simulator 2024 (Ultra, 3840x2160, DLSS Qualität, Frame Generation deaktiviert)
8 GB vs. 32 GB: RX 5700 XT
Cyberpunk 2077 (Ultra, 2560x1440, FSR Qualität, Frame Generation deaktiviert)
Flight Simulator 2024 (Hoch, 2560x1440, FSQ Qualität, Frame Generation deaktiviert)
Was bedeutet all das für die Frage, wie viel RAM man braucht?
Unserer Erfahrung nach müsst ihr für einen reinen Spiele-PC kein großes Augenmerk darauf legen, möglichst viel RAM zu haben.
Das heißt zwar nicht, dass zu wenig Arbeitsspeicher die Performance nicht negativ beeinflussen könnte, vor allem, wenn ihr über einen längeren Zeitraum das gleiche Spiel spielt. Deutlich wichtiger für die Leistung in Spielen sind aber die folgenden Faktoren:
- Leistung der Grafikkarte (vor allem Shader-Einheiten und Taktrate)
- Videospeichermenge der Grafikkarte
- Leistung der CPU (vor allem Architektur und Taktrate)
- Anzahl der Kerne der CPU
Was mit wenig RAM neben einer schlechteren Performance auch passieren kann: dass es länger dauert, bis alle Objekte in der richtigen Qualitätsstufe geladen sind beziehungsweise ein sichtbares Auftauchen von Objekten.
In unseren Benchmark-Verläufen haben wir das aber nur vergleichsweise selten wahrgenommen.
Gemeinsam durch die Hardware Krise: Warum die RAM-Knappheit uns ALLE angeht
So viel Arbeitsspeicher sollte es sein: Unsere RAM-Empfehlung
Wir raten euch trotz der obigen Aussagen, falls möglich auf 32 GB Arbeitsspeicher zu setzen. Damit habt ihr einen guten Puffer, sowohl für die Zukunft als auch für RAM-lastige Anwendungen und euren PC-Alltag neben dem Spielen (Stichwort 100 geöffnete Tabs im Browser
).
Geht es um das Spielen, ist es aber durchaus zu verschmerzen, in Anbetracht der hohen RAM-Preise notfalls mit nur 16 GB oder gar 8 GB loszulegen.
Es ist zwar gerade mit 8 GB wahrscheinlicher, dass es ab und an kurz hakt, und für Ausnahmen wie Cities: Skylines 2, Star Citizen oder Minecraft mit unzähligen Mods seid ihr so nicht gut gerüstet. In vielen Fällen wird das Spielen aber auch mit so wenig RAM ausreichend flüssig klappen.
Alle Einzelwerte unserer Messungen sowie mehr Hintergründe zu den beiden Testsystemen findet ihr übrigens auf der zweiten Seite dieses Artikels. Unser Gesamtfazit folgt dagegen auf dem Fuße.
Wie viel RAM braucht man: Fazit der Redaktion
Ich war mir schon im Vorfeld der Messungen sicher, dass man im Jahr 2026 immer noch sehr gut mit 16 GB RAM in Spielen auskommt. Dass sich aber die Nachteile mit nur 8 GB derart stark in Grenzen halten, hätte ich nicht gedacht.
Klar, es kommt eher mal zu einem kurzen Haken oder zu seltenen Problemen wie in Anno 117 und dem Flight Simulator 2024: In beiden Titeln kam es ab und an vor, dass sie sich mit 8 GB RAM beim Öffnen eines Spielstandes zu Tode geladen haben.
Beim nächsten Laden lief aber wieder alles rund, und auch beim Spielen über einen längeren Zeitraum habe ich in keinem der Benchmark-Titel wirklich gravierende Probleme mit 8 GB RAM festgestellt.
Es gibt sicher Ausnahmefälle, etwa schlecht optimierte Titel wie in Cities: Skylines 2 ab einer gewissen Einwohnerzahl. Doch in der Regel ist das Spielen mit 8 GB RAM meiner Einschätzung nach auch 2026 noch völlig okay.
Empfehlen würde ich diese Speichermenge dennoch für keinen Spiele-PC. Wer in Anbetracht der weiterhin sehr hohen RAM-Preise Geld beim Kauf von Arbeitsspeicher sparen will, kann das aber besser tun, als ich gedacht hätte.

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