Wieso sind Tastaturen nicht alphabetisch angeordnet?

Der Grund dafür führt uns ins 19. Jahrhundert, als die ersten Schreibmaschinen auf den Markt kamen.

Eine Laptop-Tastatur im englischen QWERTY-Format. (Bildquelle: Adobe Stockexentia) Eine Laptop-Tastatur im englischen QWERTY-Format. (Bildquelle: Adobe Stock/exentia)

Habt ihr Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart gesehen? Falls dem so ist, erinnert ihr euch bestimmt an die Szene, als Scotty (James Doohan) und Dr. McCoy (DeForest Kelley) im Jahr 1986 dem Plexiglashersteller Dr. Nichols (Alex Henteloff) von Plexicorp die Formel für transparentes Aluminium überreichen.

Scotty setzt sich dabei an einen Rechner und versucht zunächst direkt in den Computer und dann in die Maus zu sprechen, ehe ihn Dr. Nichols darauf hinweist, doch lieber die Tastatur zu verwenden. Die ganze Szene könnt ihr euch auf dem YouTube-Kanal Sci-Fi Snacks DE anschauen.

Daraufhin beginnt Scotty im klassischen Ein-Finger-Tippsystem blitzschnell in die Tasten zu hauen. Völlig fremd scheinen Keyboards also auch im 23. Jahrhundert nicht zu sein. Und das sogar in der heutigen Anordnung im QWERTY- beziehungsweise QWERTZ-Format.

Doch warum sind Tastaturen überhaupt so seltsam aufgebaut? Warum folgen sie nicht der Reihenfolge des Alphabets? Die Spur führt ins 19. Jahrhundert.

Die Mechanik ist der Grund

Im Jahr 1868 meldeten Christopher Latham Sholes und Carlos Glidden ein Patent für eine Schreibmaschine mit QWERTY-Anordnung an.

Auch zuvor gab es bereits Schreibmaschinen. Allerdings waren diese alphabetisch angeordnet.

Und das war ein Problem. Denn die Tasten- respektive Typenhebel verhedderten sich nur allzu leicht. Das lag vor allem daran, dass häufig benutzte Buchstaben nahe beieinander lagen.

Sholes und Glidden kamen daher auf die Idee, besonders oft genutzte Buchstaben möglichst weit voneinander entfernt zu platzieren.

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Zusatzwissen

Dem Duden zufolge kommt das E in deutschen Wörtern am häufigsten vor. Gefolgt von N, I, R, T und S. Im Englischen lautet die Reihenfolge so (via Thesaurus):

  • E, T, A, O, I, N, S, R, H und L

Weil im Deutschen das Z häufiger benutzt wird als das Y (im Englischen ist es umgekehrt), wurde aus QWERTY schließlich QWERTZ.

Das erste Patent für eine Schreibmaschine geht übrigens auf das Jahr 1714 zurück. Damals reichte ein gewisser Henry Mill eine Beschreibung eines entsprechenden Apparats ein.

Wirklich massentauglich wurde aber erst die Schreibmaschine von Sholes und Glidden, die ab dem Jahr 1876 von der US-amerikanischen Gewehrfabrik Remington & Sons industriell gefertigt wurde.

Warum hat man bei Tastaturen nicht auf ABC umgestellt?

Die Antwort ist ganz simpel: die Macht der Gewohnheit. Die Menschen kannten von den Schreibmaschinen die QWERTY(Z)-Anordnung. Insofern wurde das System einfach übernommen.

Eine ältere Version dieses Artikels wurde bereits im Jahr 2022 veröffentlicht.

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