Kakerlaken als Retter in der Not: Wissenschaftler kontrollieren »Zombie«-Insekten mit Elektrizität

Forschende aus Singapur haben Kakerlaken mithilfe eines elektrischen Rucksacks in Cyber-Zombies verwandelt. Das Experiment war schmerzfrei.

(Quelle: npj flexible electronics) (Quelle: npj flexible electronics)

Zuerst müssen wir eine brennende Frage klären: Wozu Insekten mit einem winzigen Elektro-Rucksack in ferngesteuerte Zombie-Maschinen verwandeln?

Die Forscherinnen und Forscher der Nanyang Technological University in Singapur sehen die Cyborg-Kakerlaken zum Beispiel bei der Inspektion von Rohrleitungen oder bei der Erkundung von Stadtruinen nach einer Umweltkatastrophe.

Cyber-Insekten sind energieeffizienter als Mikro-Roboter

Der große Vorteil gegenüber Robotern aus mechanischen Strukturen ist laut den Forschenden der geringere Energieverbrauch der Schaben bei gleichzeitig besserer Anpassungsfähigkeit. Die Cyborg-Insekten können somit deutlich effizienter und flexibler agieren als ihre rein elektronischen Pendants.

Die ausführlichen Forschungsergebnisse zu den ferngesteuerten Kakerlaken veröffentlichte das Wissenschaftlerteam in npj Flexible Electronics, einem Open-Access-Journal, also einem für die Allgemeinheit öffentlich zugänglichen Zweig-Journal der renommierten Fachzeitschrift Nature.

Wie sind die Untersuchungen abgelaufen?

Frühere Versuche funktionierten laut Techradar Pro nur, indem man Sonden in das Nervensystem der Schaben einpflanzte. Dadurch wurden die Tiere natürlich verletzt, was in der Folge die Lebenserwartung deutlich verkürzt haben soll.

Die aktuelle Studie verwendet stattdessen eine sogenannte nicht-invasive Technik, die die Tiere nicht verletzt: Die Forschenden konstruierten eine Hülle aus Gold und Kunststoff, die mithilfe von UV-Licht auf die Fühlern der Schaben aufgebracht wurde.

Versuchsaufbau der Studie mit den Cyborg-Kakerlaken (Quelle: npj flexible electronics) Versuchsaufbau der Studie mit den Cyborg-Kakerlaken (Quelle: npj flexible electronics)

Anschließend verbanden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Antennenkonstruktionen mit einem Rucksack, der auf dem Rücken der Schaben getragen wurde. Durch drahtlose Signale via Bluetooth konnten die Insekten auf einen S-förmigen Weg geschickt werden (wie das obige Bild zeigt).

Eine zusätzliche Elektrode am Bauch der Schabe kontrollierte die Laufgeschwindigkeit. Die Rückmeldung der Bewegung erfolgte über ein kameragestütztes Motion-Capture-System, mit dem auch die Genauigkeit der Bewegung aufgezeichnet werden konnte.

Was haltet ihr von diesem Experiment mit Kakerlaken, die zu Cyborg-Robotern umgebaut wurden? Erinnert euch der Versuchsaufbau ein bisschen an ein Videospiel? Wie steht ihr zu dieser Art von Tierversuchen? Haltet ihr es dennoch für unethisch? Schreibt uns eure Meinung hier in die Kommentare, wir sind gespannt auf euer Feedback!

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