Gravurlaser sind für mich nichts Neues. Mit dem xTool D1 Pro arbeite ich schon länger, vor allem dann, wenn große Flächen graviert werden müssen. Genau da liegt aber auch das Problem: Viele Projekte im Alltag sind deutlich kleiner, detailreicher und vor allem fehleranfälliger, wenn die Positionierung nicht exakt stimmt.
Der xTool F2 Portable Laser ist das neueste Gerät aus dem Hause xTool und für knapp 1400 Euro auf der Webseite von xTool verfügbar. Er ist nicht als Ersatz bei mir eingezogen, sondern als Ergänzung. In der Praxis hat sich aber schnell gezeigt: Für die meisten Projekte greife ich inzwischen zuerst zum F2. Dass ich mit ihm sogar Xbox- und PS5-Controller gravieren kann, war nicht geplant, demonstriert aber gut, wie präzise und kontrolliert das Gerät arbeitet.
Warum mein alter
Laser nicht ersetzt wird
Der Unterschied zwischen meinem älteren xTool D1 Pro und dem neuen xTool F2 lässt sich klar festlegen: Der D1 Pro bietet eine Arbeitsfläche von bis zu 43 x 39 cm. Der F2 hat standardmäßig eine Arbeitsfläche von 11,5 x 11,5 cm (die man allerdings mit einer Erweiterung seitlich vergrößern kann). Eine wichtige Design-Entscheidung mit ihren Vor- und Nachteilen.
Für große Gravuren von Holztafeln und Schildern sowie zum Ausschneiden von großen Formen nutze ich nach wie vor den D1 Pro. Denn die Fläche bietet mir einfach mehr Möglichkeiten. Allerdings ist das oft mit mehr Zeitaufwand verbunden. Denn das Werkstück muss optimal ausgerichtet werden. Dazu sollten Abstände kontrolliert und Testläufe durchgeführt werden.
Beim F2 ist die Situation quasi das Gegenteil. Zwar schränkt mich die kleinere Arbeitsfläche deutlich bei dem ein, was ich gravieren möchte. Allerdings kann ich mich damit auf präzise Detailarbeit fokussieren. Schlüsselanhänger, Acrylgravuren und sogar Visitenkarten landen standardmäßig auf dem F2, weil ich das gewünschte Ergebnis deutlich schneller erreiche. Dabei hilft mir unter anderem die Kamera, die ich euch gleich noch genauer beschreibe.
Zu den Vorteilen gehört außerdem:
- Deutlich höhere Geschwindigkeit beim Lasern
- Zwei Laserköpfe (Infrarot für Metalle und anderes hartes Material, Blaues Licht für Holz)
- Transportabel
- Eingebaute Abluft
- Geschlossenes System
Klick für weitere technische Details zum xTool F2
- Lasertyp: 15 W Diodenlaser + 5 W Infrarotlaser (1064 nm)
- Verarbeitungsarten: Lasergravur und Laserschneiden
- Arbeitsbereich: 115 × 115 mm, mit Erweiterung bis 400 × 115 mm
- Maximale Arbeitsgeschwindigkeit: bis zu 6.000 mm/s
- Schneidleistung: bis 15 mm Lindenholz und bis 12 mm Acryl (mehrere Durchgänge)
- Unterstützte Materialien: Holz, Leder, Papier, MDF, Filz, Acryl (opak), Kunststoffe sowie Metalle wie Edelstahl, Gold, Silber und Platin
- Kamera: integrierte 50-MP-Smart-Kamera zur Positionierung und Vorschau
- Fokus: Autofokus sowie manueller Fokus (Zwei-Punkte-Ausrichtung)
- Software & System: xTool Studio für Windows und macOS, Verbindung per WLAN oder USB
- Abmessungen & Gewicht: 175 × 237 × 334 mm, 4,6 kg
- Sicherheitsfunktionen wie Not-Aus und Flammenerkennung, dazu eine verstellbare Abdeckung
Setup, Software und erster Eindruck
Der F2 ist schnell einsatzbereit und wirkt insgesamt sehr aufgeräumt. Das Gerät ist kompakt, sauber verarbeitet und bewusst nicht auf Werkstattgröße
ausgelegt, sondern kann auch mal eben
mitgenommen werden. Beispielsweise auf einem Weihnachtsmarkt. Die Software ist die gleiche wie beim D1 Pro - übersichtlich und selbsterklärend.
Was man aber wissen sollte: Die Material-Presets aus der Software sind eher Startpunkte als Garantien. Wenn man beispielsweise Edelstahl gravieren will und noch keine Erfahrung hat, kann man dieses beim Material in der Software auswählen und bekommt bereits Parameter für die Laserstärke und Geschwindigkeit vorgegeben. Gerade bei Edelstahl oder beschichteten Metallen liefern die Voreinstellungen brauchbare, aber nicht immer optimale Ergebnisse. Wer reproduzierbare Resultate will, kommt um eigenes Feintuning nicht herum. Das kostet anfangs etwas Zeit, zahlt sich danach aber aus.
Die Kamera ist das wichtigste Upgrade für mich
Zwar unterscheiden sich die Gravurgeräte auch bei ihren Lasern, aber die Kamera ist für mich der wichtigste und interessanteste Unterschied. Statt die Werkstücke auszurichten und jedes Mal eine Rahmenfahrt an der äußeren Kontur durchzuführen, sehe ich mit der Kamera exakt, wo das Objekt liegt und wo die Gravur entstehen würde. Beim neu-ausrichten drücke ich in der Software nur einen Button und sehe genau die Änderung. Das spart Zeit, Nerven und Material!
Besonders wichtig ist das bei runden und unregelmäßigen Formen sowie kleinen Objekten mit wenig Fehlertoleranz.
Den Prozess und die Ergebnisse der Controller-Gravur seht ihr im nächsten Abschnitt.
Warum Gaming-Controller ein guter Härtetest sind
Controller sind für Laser eigentlich undankbare Objekte: gewölbte Oberflächen, empfindliche Materialien, wenig Spielraum für Fehler. Genau deshalb eignen sie sich gut als Herausforderung.
Mit dem F2 lassen sich Xbox- und PS5-Controller sauber gravieren, weil die Kamera eine exakte Platzierung erlaubt. Logos, Namen oder Symbole können so positioniert werden, dass sie optisch passen und nicht daneben
wirken. Dennoch braucht die Ausrichtung auch hier etwas mehr Zeit, weil die Controller eben exakt richtig positioniert werden müssen, damit der Laser bei schwierigen Stellen wie den JoySticks sauber arbeitet.
Mit dem D1 Pro wäre das machbar, aber deutlich aufwendiger und risikoreicher, weil ich eben nicht haargenau auf meinem PC-Monitor sehe, wo sich die Gravur auf dem Controller befinden wird.
1:04
Xtool F2 Working Gravieren Schlüsselanhänger Gaming Controller
Zum Ausprobieren nahm ich anfangs einen alten Controller und fing auf der Rückseite an. Hier probierte ich, welche Laserstärke und Geschwindigkeit sowie DPI am besten geeignet sind. Programmiere ich das Gerät zu stark oder zu langsam, verbrennt die Oberfläche zu sehr. Arbeitet der Laser zu schwach oder schnell, erkenne ich zu wenig von der Gravur. Hier gilt es also, den Sweet-Spot zu finden. Das gelang mir nach nur einem Musterstück ziemlich schnell und inzwischen bin ich mit den Ergebnissen sehr zufrieden.
Noch ein paar Eindrücke des Test-Controllers findet ihr hier in der Galerie:
Welche Materialien bearbeite ich mit dem F2?
Im Alltag bearbeite ich mit dem F2 vor allem:
- Holz
- Acryl
- Edelstahl
- beschichtete Metalle
- kleinere Kunststoffteile
- Gläser
Die Ergebnisse sind sauber und gut reproduzierbar, sobald die eigenen Einstellungen gefunden sind. Die Geschwindigkeit ist hoch genug, um auch kleine Serien effizient umzusetzen, ohne dass das Gerät überdimensioniert wirkt.
Die Schwächen des Lasers
Die begrenzte Arbeitsfläche ist die offensichtlichste Einschränkung. Sie zwingt dazu, Projekte bewusst klein zu halten oder auf andere Geräte auszuweichen. Das ist kein Problem, solange man das vor dem Kauf weiß. Es wird aber dann relevant, wenn man später doch größere Ideen umsetzen möchte.
Die Material-Presets sind ein zweiter Punkt. Sie funktionieren, aber sie nehmen einem nicht die Verantwortung ab. Wer erwartet, jedes Material ohne Tests perfekt zu gravieren, wird enttäuscht. Der F2 belohnt Nutzer, die bereit sind, ein paar Probeläufe zu investieren.
Und schließlich bleibt der Sicherheitsaspekt: Auch beim F2 gilt, dass gute Belüftung und Schutz kein optionales Zubehör sind. Gerade bei Metallen und Kunststoffen sollte man das Gerät nicht „mal eben“ ohne Vorbereitung laufen lassen.
Fazit
Der xTool F2 ist kein Ersatz für große Rahmenlaser, aber ein präzises Alltagswerkzeug. Er macht Projekte möglich, die vorher entweder umständlich oder zu riskant waren - vom Edelstahl-Schlüsselanhänger bis zum individuell gravierten Gaming-Controller.
In Kombination mit seiner hohen Arbeitsgeschwindigkeit wird der Gravurprozess dabei fast zum Erlebnis für mich. Innerhalb weniger Sekunden entstehen Motive auf Controllern, und obwohl ich das Ergebnis längst kenne, schaue ich immer noch gerne zu. Nicht weil ich muss, sondern weil es schlicht beeindruckend ist, wie kontrolliert und sauber der F2 arbeitet

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