Android-Updates lassen mich schon lange kalt.
Erinnert ihr euch noch an die Zeit, in der jedes Update nach einer Süßigkeit benannt wurde? Damals fühlten sich die Upgrades noch wichtig an.
Heute gibt es kaum ein neues Feature, das mich persönlich wirklich interessiert: Gemini kann jetzt mehr? Ok. Meine App-Symbole sehen jetzt flacher aus? Aha. Emojis in 3D? Cool.
Jetzt hat Google Android 17 angekündigt und mich tatsächlich überrascht. Es gibt ein Feature, das heraussticht und leider sehr gut in die heutige Zeit passt: Pause Point.
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Pause Point für eine achtsame Verwendung eurer Zeit
Doom-Scrolling: ein Begriff, der die aktuelle Zeit prägt und wohl leider noch lange relevant bleiben wird.
Damit ist das endlose Scrollen durch die Feeds von Apps wie Instagram, TikTok, YouTube (Shorts), Reddit und Co. gemeint. Die Algorithmen sind so trainiert, um euch immer wieder neue Inhalte auszuspielen, die eure Aufmerksamkeit länger und länger an die App bindet.
Ehe man sich versieht, sind Stunden vergangen, ohne dass man es bemerkt hat.
In Android gibt es zwar schon eine Option, um die Nutzungszeit von bestimmten Apps mit einer harten Schranke zu versehen, aber das ist nicht für jeden Menschen eine geeignete Lösung – immerhin scrollt man in Instagram nicht nur durch Reels, sondern tauscht auch Nachrichten mit anderen aus (solange man auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verzichten kann).
Das macht Pause Point:
Die neue Android-Funktion sperrt keine App, sondern lädt zum Reflektieren ein.
- Beim Starten von ausgewählten Apps erscheint zuerst ein Infobildschirm, der euch die heutige Bildschirmzeit der App anzeigt und zum Durchatmen einlädt.
- Anschließend könnt ihr einen Timer für die Nutzungszeit der App einstellen. Ausgehend von den von Google geteilten Screenshots stehen euch 5, 15 oder 30 Minuten zur Auswahl.
- Pause Point bietet euch vor dem Öffnen der App an, stattdessen eine andere zu starten, mit der ihr eure Zeit unter Umständen sinnvoller nutzen könnt.
Um Pause Point wieder zu deaktivieren, ist übrigens ein Neustart des Handys notwendig – eine künstliche Hürde, die weiter zum Reflektieren einladen soll.
Ich begrüße dieses neue Feature sehr, finde es aber bedauerlich, dass sie überhaupt notwendig ist. Viele Apps von heute sind eben so konzipiert, dass sie zum endlosen Scrollen und Wischen einladen.
Vielleicht wird sie irgendwann nicht mehr notwendig sein, sollten Endlos-Feeds in der EU verbietet werden.
Weitere Maßnahmen, die gegen Doom-Scrolling helfen
Ich habe selbst schon viel Zeit in Kurzform-Inhalten und Endlos-Feeds verloren, weshalb ich euch noch ein paar Tipps da lassen möchte, die mir persönlich geholfen haben:
- Niagara Launcher: Minimalistischer Smartphone-Launcher mit Nutzungszeit-Erinnerung
- Instagram, Reddit und Co. nur noch auf dem Laptop oder PC verwenden; solche Apps auf dem Handy löschen
- Shorts in der YouTube-App deaktivieren
- Google Discover gegen Good News austauschen
- Kauf eines E-Readers: lesen statt Doom-Scrolling
Das Allerwichtigste für mich war jedoch, wieder Zeit mit meinen eigenen Gedanken zu verbringen. Viele von uns greifen zum Handy bei dem kleinsten Anflug an Langeweile, anstatt einfach mal nur zu »sein«.
Solltet ihr zukünftig auch achtsamer mit eurer Zeit umgehen wollen, dann greift nur zum Handy, wenn ihr auch wirklich etwas damit tun wollt und nicht nur um 10 Sekunden totzuschlagen – aus denen auch gerne mal drei Stunden werden könnten.
Hattet ihr selbst schon ein Problem mit endlosem Scrollen? Was hat euch geholfen? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!
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