Heute Abend wird das iPhone Ultra offiziell vorgestellt – und das hat auch Xiaomi mitbekommen. Mit einem besonders kuriosen Timing hat der chinesische Tech-Riese sein neuestes Falt-Handy vorgestellt, das die Messlatte kurz vor dem Apple-Event, bei dem das iPhone Ultra vorgestellt werden soll, weit nach oben verlagert.
Foldables mussten schon immer wegen der dünnen Bauweise Kompromisse beim Kamerasystem eingehen. So war das zumindest bis jetzt. Das neue Xiaomi 18 Fold zeigt, dass es auch anders geht, und könnte eines der besten Falthandys zum Fotografieren werden.
Das Handy hat im Grunde zwei wichtige Highlights.
Highlight Nr. 1: Falt-Handy mit Leica-Triple-Kamera
Die dünnen Gehäuse von Falthandys stellen die Hersteller vor eine besondere Herausforderung, da Kamerahardware, wie etwa Bildsensoren oder optische Elemente, von physischer Größe profitiert – und bekanntlich ist die Kamera für viele Menschen eines oder das wichtigste Feature bei einem Handy.
Deswegen sind Flaggschiff-Smartphones wie das Xiaomi 17 Ultra oder das Samsung Galaxy S26 Ultra beim Kamerasystem besser ausgestattet als die faltbaren Schwestermodelle mit höheren Preisschildern.
Das Xiaomi 18 Fold zeigt, dass selbst in einem Foldable Platz für ein beeindruckendes Kamerasystem gefunden werden kann. Wie bei Xiaomi üblich, wurde es in Zusammenarbeit mit Leica entwickelt – oder trägt zumindest das Branding des deutschen Kameraherstellers:
Hauptkamera: Das 18 Fold verwendet für die Hauptkamera einen vergleichsweise großen 1/1.56-Zoll-Sensor mit 200 Megapixeln und F/1.7-Blende. Dem Handy steht also eine Unmenge an Bildinformationen zur Verfügung, die es für Pixel-Binning, digitale Vergrößerung oder Auflösung verwenden kann.
Ultraweitwinkel: Die Ultraweitwinkel-Kamera verfügt über 50 Megapixel, die auf einem kleinen 1/2.88-Zoll-Sensor Platz finden müssen. Die Blende beträgt F/2.4. Bei der Sensorgröße zeigt sich hier, dass immer Kompromisse beim Design eines Falthandys nötig sind.
Telezoom: Im Gegensatz zum Samsung Galaxy Z Fold8 oder dem kommenden iPhone Ultra verfügt das Xiaomi 18 Fold über eine Kamera mit 3,5-facher optischer Vergrößerung (äquivalent zu 80 mm im Vollformat). Der Sensor 1/2.75-Zoll groß und die Blende beträgt F/2.8.
Es handelt sich hierbei um keine Periskop-Konstruktion, mit der unter Umständen eine noch stärkere optische Vergrößerung möglich gewesen wäre. Dass ein Periskop-Objektiv in einem Falthandy Platz finden kann, hat Oppo mit dem Find N6 unter Beweis gestellt.
11:55
Xiaomi 17T im Test: So viel Plastik für 750 Euro? Ich war sehr skeptisch, aber dann hat mich ein Feature vollkommen überzeugt
Selfie-Kamera: Die beiden Frontkameras (innen und außen) sind hingegen nichts Besonderes. Beide haben eine Auflösung von 16 Megapixeln, eine Blende von F/2.2 und ein breites Blickfeld, das etwa 21 mm im Vollformat entspricht.
Das Leica-Kamerasystem des Xiaomi 18 Fold könnte selbst mich dazu bekehren, zukünftig zu einem Falthandy zu greifen (wären da nicht die exorbitanten Preise). Vor allem zeigt es mir, dass es in diesem Bereich der Smartphones noch lange nicht langweilig wird und die Hersteller sich ständig überbieten wollen.
Highlight Nr. 2: Das Passport-Format kommt an
Genau wie das Samsung Galaxy Z Fold8 und das kommende iPhone Ultra besitzt das Xiaomi 18 Fold ein besonders breites Seitenverhältnis, das sich besser für das formatfüllende Betrachten von Fotos und Videos eignet.
Der Außenbildschirm hat eine Diagonale von 5,38 Zoll und 1168 x 1712 Pixel. Besonders auffällig ist die Asymmetrie. Der linke Bildschirmrand besitzt zwei kantige Ecken und auf der anderen Seite sind sie abgerundet. Der Innenbildschirm ist 7,58-Zoll groß, mit 2364 x 1627 Pixeln.
Bei beiden handelt es sich um LTPO-AMOLED-Panels mit 120 Hz und einer Spitzenhelligkeit von 4.000 Nits.
Das Passport-Format dieser neuen Foldables ist mein persönliches Highlight, weil die Handys im aufgeklappten Zustand viel nützlicher für Fotos, Videos und E-Books sind und der zugeklappte Zustand äußerst kompakt ist.
Xiaomi 18 Fold: ein rundes Gesamtpaket mit eigenem Chip
Auch abseits des Bildschirms und der Kamera ist das Xiaomi 18 Fold ordentlich ausgestattet.
Leistung: Im Inneren steckt der hauseigene XRing OS3, der im 3-nm-Verfahren gefertigt wurde. Dabei handelt es sich um einen Zehnkerner mit einer maximalen Taktrate von 4,35 GHz. Ferner stehen dem Handy 12 bis 16 GB RAM und 256 bis 1 TB Speicher zur Verfügung.
Noch ist offen, wie dieser Prozessor im Vergleich zu etablierten Größen wie Qualcomm oder MediaTek abschneiden wird.
Akku: Der verbaute Silizium-Akku hat eine Kapazität von 6.000 mAh und kann mit 67-Watt-Leistung aufgeladen werden. Kabellos werden 50 Watt unterstützt. Somit sollte das Handy nicht nur lange durchhalten, sondern auch schnell wieder einsatzbereit sein.
Betriebssystem: Es ist HyperOS 4 vorinstalliert, das auf Android 17 basiert.
Preis und Verfügbarkeit: Das Xiaomi 18 Fold ist ab sofort in China für 12.000 Yuan für die günstigste Variante mit 256 GB Speicher und 12 GB RAM verfügbar. Umgerechnet entspricht der Preis etwa 1.400 Euro.
Es ist leider noch komplett offen, ob dieses Handy für den europäischen Markt erscheint, und wenn ja, wird es wohl ein gutes Stück teurer werden.
Passend zum Thema: Der Preis des faltbaren iPhone nimmt wenige Stunden vor der Präsentation Gestalt an: Es wird extrem teuer und laut Mark Gurman gibt es bereits eine Zahl
Das Xiaomi 18 Fold zeigt vor allem eines – es bleibt spannend bei Foldables
Werfen wir abschließend einen Blick über den Tellerrand: Es geht längst nicht mehr nur um ein einzelnes neues Smartphone von Xiaomi oder das iPhone Ultra.
Nach Jahren der gefühlten Stagnation etablieren sich Foldables im Passport-Format gerade als neue, ernst zu nehmende Gerätekategorie, die das Beste aus zwei Welten vereint.
Um in diesem zukünftig hart umkämpften neuen Segment herauszustechen (erst recht mit dem drohenden Schatten des Apple-Events), stehen die Hersteller unter großem Innovationsdruck.
Das führt dazu, dass ehemals eiserne physische Limitierungen immer weiter ausgereizt und schließlich durchbrochen werden. Dass ein derartiges Triple-Kamera-System mit einem relativ großen Hauptsensor mittlerweile in das dünne Gehäuse eines Falthandys passt, hätte man vor wenigen Jahren noch für unmöglich gehalten.
Für uns als Nutzer ist das eine großartige Nachricht: Der Smartphone-Markt ist so aufregend wie schon lange nicht mehr.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.