Licht aus, Maschinen an – und das im Sekundentakt. In völliger Dunkelheit, ohne das Beisein eines einzigen menschlichen Arbeiters, hat der Tech-Riese Xiaomi in Peking eine neue Fabrik in Betrieb genommen, um vor allem Flaggschiff-Handys zu produzieren. Das berichtet das Online-Magazin BGR.
Auf einer Fläche von rund 80.000 Quadratmetern produziert das Unternehmen seine High-End-Smartphones in einer Geschwindigkeit, die viele Fertigungsanlagen alt aussehen lässt: Während man blinzelt, rollt bereits das nächste fertige Gerät vom Band.
Die sogenannte »Dunkle Fabrik« nutzt eine hochmoderne KI-gesteuerte Infrastruktur, um jährlich bis zu 10 Millionen Handys vollautomatisch zu fertigen.
Handys von Roboterhand gefertigt
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Ganz neu ist die Technologie nicht. Xiaomi hat sie bereits 2023 vorgestellt, damals aber noch mit einer Kapazität von einer Million Handys pro Jahr.
- Die Fabrik hat laut offizieller Angaben eine Größe von 81.000 Quadratmetern.
- Sie befindet sich im Pekinger Bezirk Changping.
- Die Baukosten haben sich auf umgerechnet 330 Millionen US-Dollar belaufen.
Herzstück der Fabrik ist ein »KI-Gehirn«, das alles steuert. Xiaomi nennt die Technologie »Hyper Intelligent Manufacturing Platform«, auf Deutsch Hyperintelligente Fertigungsplattform.
Die KI simuliert laut Xiaomi den gesamten Produktionsprozess digital, kann sich selbst optimieren und Probleme eigenständig lösen.
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Kein Licht nötig
Da menschliche Arbeiter im eigentlichen Fertigungsprozess keine Rolle mehr spielen, kann die Fabrik komplett im Dunkeln gelassen werden. Die eingesetzten Roboter nutzen Sensoren und Kameras, die kein sichtbares Licht benötigen. Dies spart Energie für Licht und Klimatisierung.
Von Robotern gesteuerte Wagen bringen Bauteile punktgenau zu den elf verschiedenen Produktionslinien, um sie mit Nachschub zu versorgen.
Auch die Qualitätskontrolle ist automatisiert. Jedes Handy wird während der Produktion und am Ende automatisiert gescannt und getestet.
Xiaomi gibt an, mit der Fabrik bis zu 10 Millionen Handys im Jahr produzieren zu können. Voll ausgelastet schaffen die elf Produktionsbänder ein Handy pro Sekunde. Allerdings ist dies ein theoretischer Wert, der von anderen Faktoren, wie Wartungen, reduziert wird.
Erst kürzlich hat in China eine weitere besondere Fabrik ihre Produktion gestartet.
Ganz ohne menschliche Mithilfe kommt am Ende aber auch Xiaomis Fabrik im Dunkeln nicht aus. In Videos sieht man unter anderem, wie Menschen in der KI-Zentrale der Fabrik arbeiten.
Auch andere Tätigkeiten, wie Wartungen oder Reparaturen, werden weiterhin von Menschenhand erledigt. Bei der rasanten Weiterentwicklung von KI könnten aber auch diese Aufgaben in Zukunft mehr und mehr computergesteuert übernommen werden.
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