Apropos Staub: Das ist der größte Feind der OLED-Technologie. Deshalb sind die Produktionshallen der Panels immer steril (und das ist aufwändig). Unter anderem ein Grund, wieso entsprechende TVs und Monitore so teuer sind.
Ob das bei gedruckten OLED-Panels auch so ist, weiß ich nicht. Was ich aber weiß: TCL hat vor wenigen Tagen eine Fabrik eröffnet und steigt jetzt in die OLED-Panel-Produktion ein – mit einer neuen Drucktechnik.
Ich bin mir sicher: Das drückt den Preis von OLED-Fernsehern mittelfristig ordentlich.
OLED aus dem Tintenstrahldrucker
Nigelnagelneu ist die Technologie nicht; wir haben bereits 2023 darüber berichtet. TCL hat seine Fabrik nun aber in Betrieb genommen.
- Gedruckt werden die OLED-Panels bei TCL CSOT.
- Die Fabrik steht in Guangzhou, China.
- Laut What HiFi hat die Produktionsstätte über 4 Milliarden US-Dollar gekostet.
51:20
OLED: Die Lichtgestalt für Gamer oder übertriebener Hype?
So werden OLED-Panels normalerweise hergestellt: Per Aufdampfverfahren werden mehrere Schichten organisches Material durch eine Metallschablone auf ein Substrat aufgebracht. Dieses muss abkühlen, dann wird der Vorgang wiederholt, um das Panel Schicht für Schicht aufzubauen.
So druckt TCL OLED-Panels: Anstatt einer Maske, wird das organische Material via Tintenstrahldüsen auf das Substrat aufgebracht. Das hat den Vorteil, dass weniger Material verschwendet wird (eine Maske, die verdreckt werden könnte, existiert nicht) und die Tintenstrahldüsen weniger oft gereinigt werden müssen.
Ich bin mir sicher: OLED-TVs werden günstiger
Warum ich das denke, hat zwei Gründe: einer rein praktisch, der andere hängt mit dem Markt zusammen.
1. Das Herstellungsverfahren spart Kosten
Im oben verlinkten What HiFi-Artikel heißt es, man spare durch das Tintenstrahldruckverfahren bis 20 Prozent Kosten bei der Herstellung – und das wirkt sich auf den Verkaufspreis aus.
Mehr noch: Sollten die Panels dieselbe Qualität besitzen wie herkömmlich hergestellte OLED-Displays, muss auch die Konkurrenz über ihre Preisstrategie nachdenken.
Apropos Konkurrenz.
2. Mehr Konkurrenz auf dem Markt
Die Herstellung von OLED-Panels lag bisher weitestgehend in koreanischer Hand. LG Display und Samsung Display sind (noch) die größten Hersteller von Panels mit organischen Pixeln (viele Jahre lang war das sogar LG allein).
Der Einstieg von TCL CSOT bringt einen neuen Wettbewerber mit großem Kapital ins Spiel. Das wird den Status quo verändern, insbesondere da der OLED-Markt seit Jahren einem Aufwärtstrend folgt, der weiter anhält.
In der Überschrift sprach ich von einem Haken – und der kommt mit einer Links-Rechts-Schlagkombination.
OLED-TVs werden günstiger – aber wann?
Dass ein neuer Mitbewerber mit einer neuen Herstellungstechnik in den Markt einsteigt, ist gut. Konkurrenz belebt das Geschäft und am Ende profitieren wir Konsumentinnen und Konsumenten davon.
Doch bevor es so weit ist, gibt es noch zwei große Abers:
- Die Produktion läuft gerade an. Bis die sich eingespielt hat und der Durchsatz sich erhöht, wird es laut What HiFi noch bis 2027 dauern.
- Die kurzfristigen Prioritäten liegen anscheinend nicht bei OLED-TVs. In erster Linie sollen Panels für Notebooks, Tablets und Monitore gedruckt werden.
Ich habe eine Anfrage bezüglich Fernsehern an TCL gesendet. Sobald ich eine Antwort habe, erfahrt ihr bei uns, ob der Hersteller auch TVs in den Fokus nehmen wird.
So oder so: Gerade ist eine neue Technologie angelaufen, die den Herstellungsprozess von OLED-Displays auf die Probe stellt. Selbst wenn sich TCL CSOT dazu entscheidet, keine OLED-Panels für TVs zu drucken, könnte die Technik einen Effekt auf die Industrie haben. Samsung Display und LG Display haben nämlich jetzt Konkurrenz bekommen – und das wird den Markt beleben.







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