Auf vielen Handys des chinesischen Herstellers Xiaomi ist der Webbrowser MiBrowser
von Werk aus mit installiert. Wie Stiftung Warentest jetzt herausfand, ist genau diese App dafür verantwortlich, gefälschte Nachrichten zu verbreiten, die mit neugierig machenden Push-Benachrichtigungen an die User ausgespielt werden.
Update vom 12. März: Inzwischen haben wir von Xiaomi ein Statement zur Situation erhalten. Sie erklären, dass die von Stiftung Warentest identifizierten Push-Benachrichtigungen von Drittanbietern stammten und entfernt wurden. Außerdem sperrte man die entsprechenden Werbekonten.
Sie erklären dazu:
- Xiaomi, einschließlich seiner Browser-App, arbeitet mit einer Reihe von globalen Content-Anbietern zusammen, die je nach Region oder Land variieren können, um Push-Benachrichtigungen an Nutzer zu senden.
- Xiaomi hat die von Stiftung Warentest identifizierten Push-Benachrichtigungen zum frühestmöglichen Zeitpunkt entfernt. Betroffene Werbekonten, die mit diesen Push-Benachrichtigungen in Verbindung stehen, wurden gesperrt.
- Xiaomi toleriert keinerlei betrügerisches Verhalten oder die Verbreitung von Desinformationen. Xiaomi verfügt über Überprüfungs- und Risikokontrollprozesse, um relevante Inhalte zu überprüfen. Diese Prozesse werden kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert.
- Im Rahmen dieser Verbesserungen führt Xiaomi einen neuen Verifizierungsmechanismus für Push-Platzierungen ein, nach dem Push-Anzeigen nur noch auf Domains verweisen dürfen, die den aktualisierten Überprüfungs- und Verifizierungsmechanismus durchlaufen haben.
Quelle: Xiaomi
Das ist das Problem
Die Tester von Stiftung Warentest berichten, dass während ihrer fortlaufenden Handy-Tests mehrfach Push-Benachrichtigungen auf Xiaomi-Handys ausgespielt wurden. Wenn man die Nachrichten antippte, führten diese zu einer Webseite, die optisch aussah wie die der Tagesschau.
Unter einer reißerischen Überschrift fand man zum Beispiel ein angebliches Interview zwischen der ZDF-Moderatorin Maybrit Illner und dem Bundeskanzler Friedrich Merz.
Ziel der Webseite war es, die Leser in ein Finanzsystem zu locken, mit dem man aus einer Investition von nur wenigen Hundert Euro angeblich schnell zum Millionär wird. Die Tester vermuten dahinter Phishing, Anlagebetrug oder gar beides.
So reagiert Xiaomi
Das Team von Stiftung Warentest hat sich Xiaomi gemeldet und um Stellungnahme zu den problematischen Push-Nachrichten gebeten. Ein Sprecher des Herstellers antwortete:
Wir nehmen diesen Fall sehr ernst und haben eine interne Untersuchung eingeleitet, um die Ursache des Problems zu ermitteln.
Als weiteres Detail erklärte Xiaomi, dass das Unternehmen mit einer Reihe von globalen Inhaltsanbietern zusammenarbeitet, die je nach Region oder Land variieren können, um Push-Benachrichtigungen an Benutzer zu senden. Dazu gäbe es Kontrollmechanismen, die diese Inhalte überprüfen.
Vermutlich hat die Kontrolle an dieser Stelle nicht richtig gegriffen.
Was kann man gegen die Fake-News machen?
Wenn euer Xiaomi-Handy von diesen Problemen betroffen ist, könnt ihr die Push-Benachrichtigungen des entsprechenden Browser abschalten. Geht dafür in die Einstellungen, wählt den Punkt Benachrichtigungen und Statusleiste
aus und anschließend App-Benachrichtigungen
. Hier findet ihr einen Punkt zum MiBrowser. Wählt ihn aus und deaktiviert die Benachrichtigungen dieser App.
Bedenkt aber, dass ihr damit alle Benachrichtigungen des Browser abschaltet. Auch die, die ihr normalerweise sehen möchtet. Auf Handys wie von Xiaomi, Redmi und Poco könnt ihr eine Einstellung deaktivieren, die euch Werbung und Akku spart.
Habt ihr selbst ein Xiaomi-Handy und seid von diesem Problem betroffen oder habt schon andere unerwünschte Push-Benachrichtigungen von Apps erhalten, die schon von Anfang an auf dem Gerät installiert waren? Dann schreibt uns eure Meinung und Erfahrung zu dem Thema doch hier auf GameStar in die Kommentare und tauscht euch mit der Community darüber aus.
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