Der Kultfilm Das fünfte Element erzählt die Geschichte des ungleichen Duos Korben (Bruce Willis) und Leeloo (Milla Jovovich), die zusammen versuchen, die Welt des 23. Jahrhunderts vor einer Apokalypse zu retten. Die bunte Sci-Fi-Dystopie hat in den Herzen von zig Genre-Fans einen ganz besonderen Platz.
Aber ist der Film wirklich so einzigartig? Wenn es nach der Meinung von zwei renommierten Künstlern geht, jedenfalls nicht. Denn die zerrten die Produktion wegen Plagiatsvorwürfen vor Gericht.
Ehrung oder Diebstahl?
Der Ursprung des Problems geht im Grunde bis in die Jugend von Regisseur Luc Besson zurück, der sich damals in die dystopischen Sci-Fi-Comic-Welten von Jean Giraud (aka Moebius) verliebte. Als Besson, der zuvor mit Léon - Der Profi große Erfolge feiern konnte, grünes Licht für einen eigenen Sci-Fi-Film erhielt, wandte er sich deswegen prompt an seinen Helden und bat ihn um Hilfe.
Giraud sowie eine Handvoll weiterer Illustratoren, darunter der Valerian-Schöpfer Jean-Claude Mézières, produzierten innerhalb eines Jahres über 8.000 Originalzeichnungen, anhand derer die Filmwelt gestaltet wurde. Doch dann geriet die Produktion aufgrund von Casting-Problemen ins Stocken und Giraud stieg in der Pause aus dem Projekt aus.
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Das fünfte Element zeigt auch heute noch, wie gut Sci-Fi-Filme aus Europa sein können
Als der fertige Film dann 1997 veröffentlichte wurde, wendete sich das Blatt und Bessons traumhafte Zusammenarbeit nahm ein böses Ende. Giraud und der chilenische Künstler Alejandro Jodorowsky hatten den Eindruck, dass sich Besson zu sehr von ihrem Comic Der Incal
inspirieren ließ und zerrten ihn wegen Plagiats in Frankreich vor Gericht.
Absurde Forderungen: Giraud und Jodorowsky forderten zusammen Summen in Höhe von 13,1 Mio. Euro für unlauteren Wettbewerb, 9 Mio. Euro Schadensersatz sowie einen Anteil zwischen 2 Prozent und 5 Prozent der gesamten Betriebseinnahmen des Films. Jodorowsky forderte obendrein persönlich 700.000 Euro. Zusammen sind das 22,8 Mio. Euro zuzüglich der Betriebseinnahmen.
Zur Einordnung: Das fünfte Element spielte bei einem Budget von schätzungsweise 90 Mio. US-Dollar ordentliche 264 Mio. US-Dollar ein. Dazu kommen noch die Einnahmen durch VHS- und DVD-Verkäufe. Ein genauer Wert der Betriebseinnahmen lässt sich daraus leider nicht berechnen, doch die Künstler hätten bei Erfolg sicher Millionenbeträge erwarten können.
Die Entscheidung: Nach einem langen Prozess entschieden die Gerichte 2004 zugunsten von Regisseur Besson und wiesen die Klage ab. Die Begründung lautete, dass die Ähnlichkeiten nur auf »mageren Fragmenten« von Der Incal beruhten und zumindest Giraud durch seine Arbeit an dem Film bereits umfassend bezahlt worden war, wodurch die dazugehörigen Bilder legal genutzt werden durften.
Besonders für Besson dürfte es kein schönes Erlebnis geworden zu sein, sich so sehr mit seinem Kindheitshelden zu zerstreiten. Immerhin ist er glimpflich davongekommen.
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