Der Sommer ist da! Zum Leidwesen vieler, ich schließe mich da definitiv nicht aus, schnellen aber auch die Temperaturen in den Wohnräumen drastisch nach oben. Wenn ihr nicht gerade eine Klimaanlage habt, könnte die nächste Gaming-Session an eurem Laptop unter Umständen zu einer heißen Angelegenheit werden.
Ein paar Empfehlungen wie ihr am besten mit eurem Notebook an Hitzetagen umgeht, hatte ich euch bereits vor einigen Tagen geliefert. Wenn das alles nichts mehr bringt, bieten einige wenige Hersteller noch eine optionale Wasserkühlung für den mobilen Rechner. Die verspricht aufgrund einer vergrößerten Kühlfläche, die verbaute Hardware auch im Hochsommer auf akzeptablen Temperaturen zu halten.
Transparenzhinweis: XMG hat mir die Oasis Wasserkühlung sowie ein Neo 16 Notebook für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor dem Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.
Grundlagen der Wasserkühlung
Gewöhnlich geben Komponenten wie CPU oder GPU die erzeugte Abwärme an einen Kühlkörper aus Alu oder Kupfer ab. Ein solcher Kühlkörper verfügt über eine Vielzahl von feinen Lamellen, durch die ein Lüfter kühle Luft bläst. Da in einem Laptop aber bauartbedingt nur wenig Platz ist, fallen sowohl die Kühlkörper als auch die Lüfter im Vergleich zu den Kühlern, die in einem Desktop-PC genutzt werden, ziemlich klein aus. Entsprechend schnell kommt die Hochleistungs-Hardware bei hohen Raumtemperaturen an ihre Grenze.
Mit einer Wasserkühlung (auch »Wakü« abgekürzt) kann die Hitze mithilfe eines flüssigen Kühlmediums (beispielsweise destilliertes Wasser) von CPU oder GPU weggeführt werden. Über angeschlossene Schläuche gelangt die erwärmte Flüssigkeit zu einem externen Wärmetauscher (Radiator). Der hat natürlich eine viel größere Kühloberfläche als sie ein Notebook je haben könnte. Ein oder mehrere große Lüfter sorgen im Idealfall für eine relativ leise und effektive Kühlung.
Die XMG Oasis im Detail
Der Hersteller XMG bietet bei vielen, aber nicht allen seinen Notebooks die Möglichkeit, die sogenannte Oasis-Wasserkühlung optional zu erwerben. Beim neuen Neo 16 liegt der Aufpreis im Konfigurator bei 199 Euro. Alternativ könnt ihr die Kühlung auch nachträglich für dann 219 Euro käuflich erwerben. Ob sich dieser Aufpreis lohnt, sehen wir uns jetzt mal zusammen an.
Die Oasis-Wasserkühlung bietet einen Alu-Radiator mit 120-mm-Lüfter. (Bildquelle: Sven Scharpe/GameStar Tech)
Die technischen Daten:
- Lüfter: 120 x 25 Millimeter
- Verwendetes Kühlmittel: Destilliertes Wasser
- Kühlmittel Volumen: 160 / 230 Milliliter im Reservoir / kompletter Kühlkreislauf
- Material des Kühlkreislaufes: Aluminium
- Länge der Schläuche: 65 Zentimeter
- Abmessungen und Gewicht: 195 x 72 x 166 Millimeter bei 1,23 kg (befüllt)
Die Oasis Wakü ist in verschiedenen Revisionen (siehe Klammer) erhältlich, laut Hersteller sind die folgenden XMG-Laptops kompatibel:
- XMG OASIS (Mk2-V1):
- XMG NEO 15 (E22)
- XMG CORE 15 (M22)
- XMG NEO 15 + 17 (M22)
- XMG OASIS (Mk2-V2):
- XMG NEO 16 + 17 (E23)
- XMG NEO 17 (E24)
- XMG OASIS (Mk2-V2):
- XMG NEO 16 (E24)
- XMG OASIS (Mk2-V4):
- XMG NEO 16 (E25 & A25)
Die Inbetriebnahme ist unkompliziert
Im ersten Schritt muss der Kühlkreislauf mit dem mitgelieferten destillierten Wasser befüllt werden. Die Öffnung am Radiator ist ausreichend groß, sodass ihr dazu nicht unbedingt einen Trichter benötigt. Wenn der Kreislauf befüllt ist, solltet ihr den Wärmetauscher in alle Richtungen drehen und kippen, damit die Luft aus dem Radiator in den Ausgleichsbehälter entweichen kann. Tut ihr das nicht, kann die Luft die Kühlleistung negativ beeinflussen.
Anschließend können die Schläuche mit dem Notebook und Radiator verbunden werden. Auf der Seite des Radiators funktioniert das magnetisch, am Laptops besitzt der Anschluss zwei Haltenasen, die einrasten müssen. XMG gibt an, dass die Anschlüsse jeweils selbst abdichtend sind. Ich kann bestätigen, dass beim Entfernen der Schläuche bestenfalls ein kleiner Tropfen Flüssigkeit ausgetreten ist.
Die Anschlüsse an Notebook und Wakü dichten sich beim Abziehen selbst ab. (Bildquelle: Sven Scharpe/GameStar Tech)
Ist das passiert, könnt ihr in der herstellereigenen Control-Center-Software über Bluetooth die Oasis-Wasserkühlung mit eurem Laptop verbinden. Eine Verbindung direkt über die Windows Bluetooth-Einstellungen konnte ich dagegen nicht vornehmen, nehmt als am besten direkt den Weg über das Control Center. Bei entsprechender Last sollte sich die Wakü nun automatisch zuschalten.
Und die Leistung?
Kommen wir nun zur spannenden Frage, ob die erreichte Leistung den Aufwand wert ist. Um das zu testen, verwende ich Furmark und lasse eine Instanz des GPU-Tests und den CPU-Burner parallel laufen. So kann eine 100 Prozent Auslastung erreicht werden.
Es handelt sich dabei um ein Extremszenario, das in dieser Form im Alltag gewöhnlich nicht erreicht wird. Euer Rechner bleibt also im Alltag immer kühler als beim hier durchgeführten Test.
Während des Tests nutze ich das XMG Neo 16 das mit den folgenden Komponenten ausgestattet ist:
- CPU: Intel Core 9 Ultra 275 HX mit 24 Kernen und max. 5,4 Ghz
- RAM: 32-GB-DDR5
- Grafik: Nvidia RTX 5090 (150 + 25 Watt)
CPU und GPU profitieren sehr stark von der Wasserkühlung. Die Temperatur kann unter Volllast mit Wakü um 22 Prozent reduziert werden, bei der GPU sind es sogar 25 Prozent. Die eingebaute SSD wird zwar nicht direkt vom Flüssigkeitskreislauf gekühlt, sie profitiert aber dennoch davon, dass die Abwärme effektiver aus dem Gehäuse geschafft wird.
Im Idle ändert sich an den Temperaturen dagegen nichts. Das verwundert allerdings auch nicht, da die Oasis ohne Last deaktiviert wird.
Temperaturen
XMG Neo 16 & Oasis Wakü
- °C
- 0
- 18
- 36
- 54
- 72
- 90
Werfen wir einen Blick auf die Temperaturen der Oberflächen. Während die Handballenauflage mit rund 33 Grad Celsius noch in einem akzeptablen Bereich bleibt, wird die Tastatur punktuell über 48 Grad Celsius heiß, das ist dann schon unangenehm. Im Bereich oberhalb des Keyboards konnte ich Spitzenwerte von über 49 Grad Celsius ermitteln.
Mit installierter Wasserkühlung sinken auch die Oberflächentemperaturen und das zum Teil recht deutlich. Die Tastatur wird etwa noch circa 42 Grad Celsius warm, was für meinen Geschmack aber nach wie vor zu warm ist. Am deutlichsten profitiert der Bereich oberhalb der Tastatur, hier sinkt die Temperatur um 7,4 Grad Celsius.
Abschließend noch ein paar Worte zur Lautstärke: Hier gibt es keine großartigen Veränderungen. Die Oasis-Kühlung ist unter Last nicht wirklich heraushören, tatsächlich arbeitet das Neo 16 mit Wakü sogar minimal leiser. Im Idle tut sich dagegen nichts, da die Wasserkühlung, wie schon erwähnt, deaktiviert wird. Die vom Hersteller beschriebene stark verringerte Geräuschentwicklung
, vermag ich dagegen nicht festzustellen.
Fazit
Lohnt sich nun die Anschaffung einer Oasis Wasserkühlung? Wenn ihr einen kompatiblen Laptop von XMG mit leistungsstarker Hardware besitzt, kann ein Kauf durchaus sinnvoll sein.
Speziell bei hohen Raumtemperaturen macht die Wakü einen echten Unterschied und senkt die Temperaturen der Hardware deutlich. Besonders in Kombination mit dem hier eingesetzten Neo 16 ist die Oasis aufgrund der generell schon recht hohen Temperaturen fast schon ein Pflichtkauf.
Bei anderen kompatiblen Geräte von XMG, die nicht so heiß werden, mag das wieder anders aussehen. Grundsätzlich muss ich sagen, dass ich die Oasis unter allen Bedingungen einem konventionellen Laptop-Kühler mit Lüftern vorziehen würde.
Die Wakü ist deutlich effektiver und macht das Notebook unter Last auch nicht lauter. Insgesamt ist die Oasis Wasserkühlung ein durchaus lohnendes Upgrade für euer XMG Notebook. Der Preis ist mit 199 beziehungsweise 219 Euro noch akzeptabel.


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