Nach 12 Jahren verlässt einer der KI-Urväter Meta mit keinem geringeren Ziel als »die nächste große Revolution in der KI herbeizuführen«

Eine KI-Koryphäe gründet ihr eigenes KI-Startup. Das Ziel: Den Begriff KI revolutionieren, mit drei Buchstaben: AMI.

KI-Koryphäe Yann LeCun verlässt Mark Zuckerbergs Firma Meta – aber nicht, ohne dem Milliardär auch zu danken. (Bildquelle, beide: Wikimedia Commons) KI-Koryphäe Yann LeCun verlässt Mark Zuckerbergs Firma Meta – aber nicht, ohne dem Milliardär auch zu danken. (Bildquelle, beide: Wikimedia Commons)

Der preisgekrönte Informatiker Yann LeCun verlässt Meta: Letzte Woche kündigte der französische Forscher an, den Silicon-Valley-Konzern Ende 2025 zu verlassen, um sich auf sein eigenes Startup zu konzentrieren.

Auch seine eigene Firma soll sich mit der Entwicklung von KI beschäftigen, aber einen grundsätzlich anderen Weg gehen als das, was wir bisher so als Künstliche Intelligenz bezeichnen.

Während OpenAI-CEO Sam Altman und Co. AGI (Allgemeine Künstliche Intelligenz) als die nächste Stufe der KI-Entwicklung betrachten, dreht sich LeCuns Unternehmen um drei andere Buchstaben: AMI.

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KI-Koryphäe verlässt Meta – nicht ohne Kritik

Yann LeCun kann getrost als ein Urvater der KI-Forschung bezeichnet werden: Schon in den Achtzigern war er maßgeblich an der Entwicklung der Convolutional Neural Networks beteiligt, einer Architektur von neuronalen Netzen, die vor allem in der automatischen Bilderkennung Verwendung fand.

2018 folgte dann die größte Auszeichnung der Informatik: LeCun erhielt mit zwei weiteren Forschern den Turing-Preis.

Seit 2013 stellte LeCun sein Wissen und seine Arbeit in den Dienst von Meta. Hier war er, wie Heise schreibt, KI-Chef-Wissenschaftler und Leiter des Pariser FAIR-Teams. Das steht für Fundamental AI Research, wo Grundlagenforschung betrieben wird – und nicht etwa konkrete Meta-Produkte entwickelt werden.

LeCun selbst ist jedoch auch als scharfzüngiger Kritiker des aktuellen KI-Hypes bekannt, indem er Large-Language-Models (LLMs), auf denen etwa ChatGPT und Grok basieren, als weniger intelligent als eine gewöhnliche Katze bezeichnete.

2024 schrieb er etwa auf X (vormals Twitter):

Es scheint mir, dass wir, bevor wir „dringend herausfinden, wie man KI-Systeme kontrolliert, die viel klüger sind als wir“, zumindest den Anfang einer Idee für das Design eines Systems benötigen, das klüger ist als eine Hauskatze.

Das neue Ziel: Die nächste große KI-Revolution – mit AMI

Schon in seiner Zeit bei Metas FAIR-Team forschte LeCun an AMI: Advanced Machine Intelligence (deutsch: Fortgeschrittene Maschinen-Intelligenz). In einem Post auf Threads, in dem er seine Verabschiedung von Meta ankündigt, schreibt er über sein AMI-Startup:

Das Ziel des Startups ist es, die nächste große Revolution in der KI herbeizuführen: Systeme, die die physische Welt verstehen, ein anhaltendes Gedächtnis besitzen, argumentieren und komplexe Handlungsabfolgen planen können.

Die spezifische Architektur seiner AMI-Vision nennt er World Models. Die sollen grundlegend anders funktionieren als die derzeit gängigen LLMs, wie er in einem Vortrag an der Universität Harvard erklärt:

  • Trainingsdaten: LLMs lernen durch Training auf Billionen Textbausteinen – so viel wie ein einziger Mensch niemals lesen könnte. Allerdings hätte bereits ein Vierjähriger über seinen Sehnerv vergleichbar viele Informationen aufgenommen. World Models lernen also nicht einfach nur auf Basis von Text, sondern interaktiv durch visuelle und sensorische Daten.
  • Wissen: LLMs haben durch ihre Trainingsdaten ein gewisses Weltwissen und ein Verständnis von Syntax. World Models sollen ein Verständnis von intuitiver Physik haben wie Schwerkraft, Trägheit, Energieerhaltung.
  • Ziel: LLMs genieren Text, indem sie das nächste Wort vorhersagen. World Models sollen einen abstrakten Weltzustand vorhersagen können.

In seinem Post auf Thread kündigt LeCun an, beizeiten genauere Informationen über seine neue Firma zu veröffentlichen.

Mit seiner alten Firma Meta hat der französische Wissenschaftler indes nicht etwa gebrochen: Er sei den Verantwortlichen bei Meta, erstgenannt Mark Zuckerberg selbst, »extrem dankbar« und gewinnt den Silicon-Valley-Konzern als Partner seiner neuen Firma.

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