YouTube geht gegen Kanäle mit Millionen von Zuschauern vor – weil sie falsche Filmtrailer hochladen

YouTube hat zwei Kanäle gesperrt, auf denen KI-Versionen von Filmtrailern erschienen sind.

Auf den Kanälen sind unter anderem Trailer zum Fantastic-Four-Film erschienen. (Bild: Deadline, Screen Culture und Google) Auf den Kanälen sind unter anderem Trailer zum Fantastic-Four-Film erschienen. (Bild: Deadline, Screen Culture und Google)

YouTube hat die beiden Kanäle Screen Culture und KH Studio dichtgemacht. Auf den Kanälen waren in den vergangenen Monaten zahlreiche, mit KI erstellte Videos erschienen, die sich als Filmtrailer ausgaben und Millionen von Zuschauern erreichten.

23 Trailer zu einem einzigen Film

Das Hollywood-Magazin Deadline hatte zuerst darüber berichtet. Die beiden Kanäle hatten zusammen mehr als zwei Millionen Abonnenten und über eine Milliarde Views auf ihren Videos. Screen Culture wurde aus Indien betrieben, KH Studios aus Georgien.

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Die jeweiligen Seiten sind nicht mehr auffindbar und die Kanal-Betreiber haben sich bisher noch nicht dazu geäußert. Die dort gebotenen Inhalte sind natürlich ebenfalls nicht mehr abrufbar.

Bei Screen Culture hatte es zahlreiche Trailer gegeben, die mit KI erstellt und möglichst nahe an originalem Marketing-Material orientiert waren. Teilweise wurden auch echte Szenen mit KI-Szenen vermischt. Alleine zum Film »Fantastic Four: First Steps« hatte es 23 solcher Trailer auf dem Kanal gegeben.

KH Studios hatte sich hingegen auf Trailer zu Filmen, die es gar nicht gibt, spezialisiert. So wurden etwa Videos erstellt, die Henry Cavill als James Bond zeigen oder eine neue Staffel »Squid Game«, in der Leonardo DiCaprio die Hauptrolle spielt.

Deadline hatte schon im März 2025 einen großen Bericht zu den beiden Kanälen veröffentlicht, in dem unter anderem die Betreiber selbst zu Wort kamen. YouTube hatte damals beiden Kanälen die Möglichkeit zur Finanzierung über Werbung entzogen.

Im Laufe des Jahres wurde dieser Schritt aber wieder rückgängig gemacht, unter anderem weil die Titel der Videos klarer darauf hinwiesen, dass es sich um keine offiziellen Videos handelt.

Ein pikantes Detail des Berichts ist aber auch, dass mehrere Hollywood-Studios bei YouTube angefragt haben sollen, ob die Werbeeinnahmen der Kanäle denn nicht zu ihnen umgeleitet werden könnten.

Der Fall zeigt einmal mehr, wie ambivalent und schwierig die Beziehung zwischen Hollywood und KI teilweise ist. Viele Studios wehren sich dagegen, dass ihre Marken einfach so zum KI-Training und etwa zur Erstellung von Bildern verwendet werden, scheinen dem aber durchaus aufgeschlossen zu sein, wenn sie daran mitverdienen können.

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