YouTube gibt heimlichen KI-Einsatz zu, um Videos zu »verbessern« −und niemand wusste davon

YouTube bestätigt den Einsatz von Machine Learning zur Video-»Verbesserung« ohne Zustimmung der Creator. Die heimlichen Veränderungen sorgen für Kritik.

Über YouTube bricht gerade eine Welle der Kritik herein, weil KI zur »Verbesserung von Videos« genutzt wurde - ohne die Zustimmung der Ersteller. (Bildquelle: microstock77 via Adobe Stock) Über YouTube bricht gerade eine Welle der Kritik herein, weil KI zur »Verbesserung von Videos« genutzt wurde - ohne die Zustimmung der Ersteller. (Bildquelle: microstock77 via Adobe Stock)

Mutmaßlich monatelang hat die Videoplattform YouTube Veränderungen an hochgeladenen Videos vorgenommen. Die KI-gestützten Maßnahmen erfolgten jedoch ohne vorherige Information oder Einverständnis der Urheber, die nun herbe Kritik über das Unternehmen äußern.

YouTube-Experiment sorgt für Aufregung in der Creator-Community

Der Musiker und YouTuber Rick Beato mit über fünf Millionen Abonnenten war einer der Ersten, der sich mit seinen Vermutungen über geänderte Videos an die Öffentlichkeit wandte.

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Gegenüber der BBC erklärte der Musiker, dass sein Haar in bestimmten Videos unnatürlich wirke; seine Haut schien zudem übermäßig bearbeitet, als würde er Make-up tragen.

Ähnliche Beobachtungen machte auch Rhett Shull, ein weiterer bekannter Musik-Creator, der mit Beato befreundet ist und von diesem auf die Thematik aufmerksam gemacht wurde. Seine Analyse der Unterschiede zwischen den von Beato hochgeladenen YouTube-Shorts und anderen Plattformen wie Instagram brachte das Thema schließlich ins Rampenlicht.

  • Die beobachteten Effekte umfassen schärfere Gesichtszüge, geglättete Hautpartien an manchen Stellen und verstärkte Falten an anderen.
  • Besonders auffällig werden die Veränderungen bei genauer Betrachtung von Details wie Ohren, die teilweise verzerrt erscheinen.
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»Wie beim Smartphone«, doch das Argument geht laut Experten nicht auf

Rene Ritchie, YouTubes Leiter für Creator-Beziehungen, erklärte die seltsamen Artefakte anschließend in einer Stellungnahme auf X. Dabei betonte er ausdrücklich, dass keine generative KI oder Hochskalierung zum Einsatz komme.

Wir führen derzeit ein Experiment mit ausgewählten YouTube-Shorts durch, bei dem klassische Machine-Learning-Technologien eingesetzt werden, um Videos während der Verarbeitung zu entpixeln, Bildrauschen zu reduzieren und die Schärfe zu verbessern – ähnlich, wie es moderne Smartphones bei Videoaufnahmen tun.

YouTubes Argumentation, dass diese Technologie ähnlich der Bildverarbeitung moderner Smartphones funktioniere, stößt allerdings bei Experten auf Kritik – mal ganz abgesehen von den YouTubern selbst, die ebenfalls nicht glücklich sind.

  • Für Shull ist »das Vertrauen meiner Zuschauer das Wichtigste, was ich als YouTube-Creator habe«. Die heimliche Bearbeitung seiner Inhalte untergrabe nicht nur das Vertrauen zwischen ihm und seinem Publikum, sondern auch sein Vertrauen in die Plattform selbst.
  • Samuel Woolley, Inhaber des Dietrich-Lehrstuhls für Desinformationsstudien an der Universität Pittsburgh, weist gegenüber der BBC darauf hin, dass bei Smartphones die Nutzer selbst die Kontrolle über aktivierte Funktionen haben.

Bei YouTube hingegen werden Inhalte ohne Wissen oder Zustimmung der Creator verändert und dann öffentlich verbreitet. Als Reaktion auf die anhaltende Kritik kündigte YouTube über Ritchie an, eine Opt-out-Funktion zu entwickeln, die vermutlich allerdings noch mehrere Wochen auf sich warten lassen wird.

Was haltet ihr vom Vorgehen von YouTube? Regen sich die Content-Creator zurecht auf? Schreibt uns das gerne in die Kommentare!

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