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Aer – Memories of Old im Test - Spiritueller Kurzstreckenflug

In Aer – Memories of Old begeben wir uns auf eine spirituelle Sinnsuche in einer wunderschönen Inselwelt über den Wolken. Warum das schwedische Indie-Spiel kein empfehlenswertes Ausflugsziel für alle Spieler ist, erklärt unser Test.

von Manuel Fritsch,
23.10.2017 18:45 Uhr

Aer – Memories of Old bietet eine offene, frei erkundbare Inselwelt über den Wolken, die wir als Gestaltwandlerin auf Pilgerfahrt abfliegen.Aer – Memories of Old bietet eine offene, frei erkundbare Inselwelt über den Wolken, die wir als Gestaltwandlerin auf Pilgerfahrt abfliegen.

Die alten Götter sind vergessen, nur noch Ruinen und unleserliche Schriften auf Steintafeln zeugen von den Ereignissen, welche die imposanten Städte der Ahnen zerstörten. Die Welt, wie sie die Bewohner von Aer – Memories of Old kennen, besteht nur noch aus einzelnen Inseln, die weit oben zwischen den Wolken schweben. Diese mystische Umgebung ist nun erneut davon bedroht, in die Dunkelheit zu stürzen. Das zumindest sieht die junge Protagonistin Auk in einer unheilvollen Vision, als sie auf ihrer Pilgerreise beim Besuch eines Altars eine Kerze anzündet.

Sie erhält daraufhin eine seltene Gabe: Karahs Licht, eine antike Laterne, die sie dazu befähigt, Erinnerungen der alten Welt zu sehen. Verunsichert aber mutig beschließt Auk, ihre Pilgerreise zu den drei Tempeln der zerbrochenen Welt fortzusetzen, um aus den Erinnerungen ihrer Ahnen zu lernen und ihre Heimat vor der Zerstörung zu bewahren. Zum Glück ist Auk eine Formwandlerin und kann sich jederzeit in ein menschengroßes Vogelwesen verwandeln und so zwischen den Inseln hin und her flattern.

Der Grafikstil nennt sich »Low Poly«, aufgrund der geringen Polygon-Anzahl der Figuren und arbeitet mit pastelligen Flächen ohne aufwändige Texturen.Der Grafikstil nennt sich »Low Poly«, aufgrund der geringen Polygon-Anzahl der Figuren und arbeitet mit pastelligen Flächen ohne aufwändige Texturen.

Über zwei Jahre hat das schwedische Indie-Team von Forgotten Keys nach eigenen Aussagen an der Engine und der Steuerung gefeilt, bis sie mit dem Fluggefühl zufrieden waren - und das merkt man. Das Fliegen ist das absolute Glanzstück von Aer und erzeugt ein unglaublich starkes Gefühl der Freiheit. Die farbenfrohe Inselwelt lädt mit Löchern in Felsformationen, Luftwirbeln zum Beschleunigen und unterschiedlichen Klimazonen zum freien Erkunden ein. Entdecken wir aus luftiger Höhe ein interessantes geografisches Detail, lassen wir uns im Sturzflug fallen, zischen haarscharf zwischen zwei Baumwipfel hindurch und breiten im letzten Moment die Flügel aus, um dann elegant in menschlicher Form zu landen und zu Fuß weiterzulaufen. Toll!

AER - Trailer zur PAX East 2016 0:48 AER - Trailer zur PAX East 2016

Als Tourist im Uncanny Island

Auf den Inseln angekommen folgt allerdings die spielerische Ernüchterung: Abseits von einigen alten Ruinen und zerbrochenen Statuen gibt es kaum etwas zu entdecken oder interessante Interaktionsmöglichkeiten. Diese Leere der Welt ist teilweise in der Rahmenhandlung begründet und von den Designern sicherlich gewollt, aber auch schlicht langweilig. Haben wir uns an der Schönheit der Umgebung sattgesehen, gibt es wenig in ihr zu erleben. So beschäftigen wir uns die meiste Zeit als Videospieltourist, ergötzen uns an der Landschaft und machen hunderte von Bildschirmfotos, weil alles so stimmungsvoll schön ist.

Im Dorf gibt es eine kleine Familie am Lagerfeuer, die uns grob die Richtung sagt. Ansonsten wirkt die Welt wie ausgestorben.Im Dorf gibt es eine kleine Familie am Lagerfeuer, die uns grob die Richtung sagt. Ansonsten wirkt die Welt wie ausgestorben.

Bis auf eine Handvoll Bewohner im Anfangsdorf der Spielwelt treffen wir auf den Inseln lediglich auf ein paar vereinzelte Tiere und Fabelwesen. Diese Stille und das Gefühl von Einsamkeit tragen viel zur meditativen Grundstimmung der spirituellen Sinnsuche der Hauptfigur bei. Gepaart mit dem sehr markanten, aber eher technisch-kalten »Low Poly«-Grafikstil, sorgt dies allerdings für eine starke emotionale Distanz zwischen Spieler und Spielwelt. Die pastellfarbene, kantige Polygon-Welt wirkt steril und zu keinem Zeitpunkt glaubhaft lebendig.

The Legend of Aer: Sykward Lamp

Drei heilige Artefakte in einer bunten Inselwelt aus Tempeln bergen? Das klingt seltsam vertraut. Und ja: Aer erinnert auf den ersten Blick an eine Mischung aus den Nintendo-Klassikern The Legend of Zelda: The Wind Waker und Skyward Sword. Die Ähnlichkeiten beschränken sich jedoch spielerisch darauf, dass es in Aer drei »Rätsel-Dungeons« gibt, die uns jeweils ein Teil eines heiligen Artefakts geben, die uns zusammengesetzt wiederum den Zugang zu einem in der Mitte der Welt befindlichen Turm erschließen.

Auf ihrer Pilgerfahrt trifft Auk auf viele spirtuelle Wesen, wie diesen zweischwänzigen, sprechenden Fuchs.Auf ihrer Pilgerfahrt trifft Auk auf viele spirtuelle Wesen, wie diesen zweischwänzigen, sprechenden Fuchs.

Mit Hilfe der Lampe und unseren grauen Zellen aktivieren wir in den heiligen Stätten der Ahnen Schalter und Mechanismen, um Türen zu öffnen oder Brücken in den nächsten Raum zu bauen. Die Mechaniken der Rätsel sind sehr simpel gehalten und auch für Einsteiger ohne Hürden oder Frustmomente zu meistern. Erfahrene Spieler werden von der nicht vorhanden Herausforderung und dem Mangel an Kreativität und Abwechslung der Rätsel eher enttäuscht sein.

Zwischendurch gibt es kleinere Sprungpassagen, bei der wir Auk über sich bewegende Plattformen springen lassen. Allerdings erzeugen diese Hüpfereien durch die hakelige und ungenaue Sprungsteuerung eher Frust als Lust. Warum die Heldin in den Höhlen nicht fliegen kann, wird indes nicht erklärt - ein Druck auf die Verwandlungstaste, die draußen wunderbar funktioniert, bewirkt nichts.

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