Killerspiel-Entsorgung - US-Kleinstadt will gewalthaltige Spiele aus dem Verkehr ziehen

Die Kleinstadt Southington in Connecticut (USA) plant eine Aktion, bei der gewalthaltige Spiele gegen einen 25-Dollar-Gutschein eingetauscht werden können.

von Christian Weigel,
03.01.2013 11:30 Uhr

Als in Stuttgart 2009 das »Aktionsbündnis Winnenden« gewaltverherrlichende Spiele einsammeln wollte, fiel die Reaktion eher bescheiden aus.Als in Stuttgart 2009 das »Aktionsbündnis Winnenden« gewaltverherrlichende Spiele einsammeln wollte, fiel die Reaktion eher bescheiden aus.

Die 40.000-Einwohner-Stadt Southington im amerikanischen Connecticut ruft in einer medienwirksamen Aktion ihre Bürger auf, sich am 12. Januar 2013 von ihren gewalthaltigen Videospielen zu trennen. Die Initiative namens »Violent Videogames Return Program« läuft unter der Schirmherrschaft der örtlichen Industrie- und Handelskammer, des YMCA, der Feuerwehr von Southington und einigen anderen Gemeindevertretern.

Wer am Samstag, dem 12. Januar 2013, ein oder mehrere gewaltverherrlichende Spiele im Southington Drive-in Theatre (einem Autokino) abliefert, wird einen Wertgutschein in Höhe von 25 US-Dollar erhalten, der für familienfreundlichere Unterhaltung genutzt werden kann - Details hierzu sind noch unklar. Die Spiele sollen danach »zerbrochen, geschreddert und eventuell verbrannt« werden.

Die Mitglieder der Initiative möchten allerdings klarstellen, dass sie keinen direkten kausalen Zusammenhang zwischen den Schul-Amokläufen der jüngsten Zeit und Gewalt in Videospielen sieht. Allerdings würde eine »Kultur der Gewalt« in Videospielen, Kinofilmen, dem Fernsehen und anderen Medien zu Angst und Desensibilisierung bei jungen Menschen führen. Weiterhin ruft die Gruppe dazu auf, nicht pauschal jedes Spiel zu verurteilen.

Stattdessen sollten sich Eltern mit ihren Kindern zusammensetzen und gemeinsam darüber sprechen, welche Spiele sie mögen und konsumieren. Wenn beide Teile, sowohl Eltern als auch Kinder, kein Problem mit den gespielten Spielen und der enthaltenen Gewaltdarstellung hätten, dann wäre alles in Ordnung. Es ginge außerdem nicht darum, der National Rifle Association und der Waffenlobby nach dem Mund zu reden, die Gewaltspiele als alleinigen Auslöser für Amokläufe gebrandmarkt hätten. Die Massaker wären vielmehr durch viele Faktoren ausgelöst worden, unter anderem auch unzureichende Waffengesetze und eine generelle Kultur der Gewalt.

Nach dem Amoklauf in Winnenden 2009 hatte in Stuttgart eine ähnliche Aktion stattgefunden (wir berichteten), die aber mehr Hohn und Spott einheimste als tatsächlich Spiele aus dem Umlauf zu nehmen. Es bleibt abzuwarten, ob die Aktion in Southington einen Müllcontainer voller Gewaltspiele voll bekommt.


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