Early Access Eindruck: Parkitect

Von der.Otti · 2. Dezember 2016 · Aktualisiert am 5. Dezember 2016 ·
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  1. Nach langer Flaute im Bereich der Vergnügungsparkspiele sind vor kurzem
    mit Planet Coaster und Rollercoaster Tycoon World direkt zwei Titel erschienen,
    die sich um eine ausgehungerte Spielerschaft balgen. Während Ersteres einen sehr
    großen Erfolg verbuchen konnte (aktuell 84 auf Metacritic) ist Zweiteres sang- und
    klanglos untergegangen (aktuell 43 auf Metacritic).

    Doch während die beiden Platzhirsche ihren Kampf schon ausgetragen haben findet
    sich im Early-Access-Programm von Steam noch ein weiterer Vertreter dieser Gattung.
    Die Rede ist von Parkitect.


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    Frischer Start. Rechts befindet sich der Parkeingang, links daneben ist das Warendepot.

    Erster mit der Idee, letzter auf der Zielgeraden?


    Sebastian Mayer, der Programmierer von Parkitect, startete das Ganze
    ursprünglich im März 2014 als Simulations-Programm für Achterbahn-Physik,
    bevor er einen Screenshot des noch unbenannten Projekts auf Reddit postete.
    Dieser kam bei der Spielerschaft, die bis dahin noch nichts von
    Rollercoaster Tycoon World (Ankündigung August 2014) und Planet Coaster
    (Ankündigung Januar 2015) wusste, sehr gut an. Daraufhin entschied Mayer, aus
    dem Ganzen ein richtiges Spiel zu machen. Ende August 2014 startete dann die
    Kickstarter-Kampagne, welche im September desselben Jahres erfolgreich endete
    und über $63.000 erzielen konnte. Kurz darauf durften die Backer des Projekts
    bereits eine Pre-Alpha antesten, im Mai 2015 erschien das Spiel dann auch über
    Steam via Early-Access.

    Besser gut geklaut als schlecht selbst gemacht!

    Fans der ersten beiden RCT-Spiele dürften sich beim anschauen von Parkitect
    verwundert die Augen reiben, sieht es doch seinen spirituellen Vorgängern sehr
    ähnlich, und zwar so sehr, dass man beinahe von einem dreisten Plagiat sprechen
    könnte. Der Designer Garret Randell hat sich bei mehr als nur ein, zwei Ecken an
    RCT bedient, die Warteschlangen sehen zum Beispiel aus als wären sie einfach
    in höherer Auflösung aus den Originalen übernommen worden. Das Spiel setzt auch
    auf eine isometrische Perspektive, diese täuscht aber nur solange das "Oldschoolige"
    an bis man bemerkt, dass man im Gegensatz zu den Vorgängern die Kamera frei
    rotieren und zoomen darf. Als Grundgerüst kommt hier die Unity-Engine zum Einsatz.

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    Bisher gibt es, da sich das Spiel noch in der Alpha befindet, nur den Sandbox-Modus,
    welcher zwei unterschiedliche Kartengrößen bietet, sowie einen Szenario-Editor,
    allerdings keine mitgelieferten Szenarios. Dafür springt die Community allerdings ein.
    Dank Steamworks-Anbindung lassen sich sowohl Blaupausen für Fahrgeschäfte als auch
    Szenarios schnell und einfach teilen, aktuell gibt es über 1600 Objekte zum Download.
    Aber wie spielt es sich denn?


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    Im Steam-Workshop lassen sich jetzt schon dutzende liebevoll gestaltete Parks finden.

    Besucher. Personal. Hauptsache glücklich!

    Nun, zu Beginn wie die altbekannten RCT's. Wir starten auf einer leeren Map
    und haben ein (theoretisch) begrenztes Budget zur Verfügung. Theoretisch
    deswegen, da man im aktuellen Stand des Spiels beliebig in die roten Zahlen
    rutschen kann, das Wirtschaftssystem ist noch nicht vollständig implementiert.
    Wir bauen die ersten Wege und Attraktionen, ein paar Shops, stellen ein paar
    Mitarbeiter ein und warten auf die potenziellen Kunden. Spätestens wenn ein
    rotes Symbol über den ersten Läden auftaucht bemerkt man aber den großen
    Unterschied zu Rollercoaster Tycoon, denn in Parkitect müssen die Geschäfte
    auch mit Waren beliefert werden, sonst stehen die Kunden vor leeren Regalen.

    Dazu stellen wir Träger ein, welche die benötigten Waren vom Depot am Eingang
    zu den Geschäften bringen. Sobald allerdings Park und Besuchermenge größer werden
    sollten wir extra Wege anlegen, die nur für Mitarbeiter sind, sowie Verteilerdepots,
    die mittels Untergrund-Röhren beliefert werden. Hier wird beim bauen dann auch das
    Platzmanagement wichtig, möchten die Parkbesucher doch vom Ablauf hinter den
    Kulissen möglichst wenig behelligt werden. Also bauen wir Hecken und Zäune als
    Sichtschutz oder verlegen die Personalwege kurzerhand unter Tage. Auch an
    Aufenthaltsräume für die Mitarbeiter sollte gedacht werden, damit diese sich ausruhen
    können. Das Personalmanagement läuft ebenfalls wie in RCT. Wir können für Mitarbeiter
    Zonen einstellen, in welchen sie arbeiten, und legen Aufgabenbereiche fest.


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    Von Verteilerdepots aus werden Waren von den Trägern an die Geschäfte geliefert. Der
    blau umrandete Weg ist nur für Mitarbeiter zugänglich.

    Der Achterbahnbau ist leider nicht so intuitiv wie in den aktuellen Vertretern,
    er kann gerne mal etwas in Fummelarbeit ausarten. Genau wie in den ersten
    beiden RCT's bauen wir die Stecken Stück für Stück, legen Kettenlifte, Bremsen
    etc. fest und Loopings und andere Inversions sind als Bauteil verfügbar, sofern
    diese vom Achterbahntyp unterstützt werden. Dafür sehen wir während des
    Bauens bereits eine Art Geisterbahn (nein, nicht die zum gruseln), an der wir
    bereits erkennen können wie sich der Zug in den Streckenabschnitten verhält.
    Auch das Terraforming ist nicht so einfach wie in Planet Coaster, da wir nur
    in Kacheln bauen können muss man hier ebenfalls ein bischen herumprobieren
    um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

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    Etwas fummelig, aber alte RCT-Veteranen werden sich beim Bahn-Bau
    sofort zurecht finden.


    Nicht schön, aber charmant.

    Technisch ist Parkitect ein zweischneidiges Schwert. Zwar besitzt der Artstyle
    seinen eigenen Charme, trotzdem kann man bemängeln dass Objekte relativ
    wenige Polygone besitzen und Texturen sehr einfach gehalten sind. Ausserdem
    gibt es ein altbekanntes Problem: mit zunehmender Besuchermasse und Parkgröße
    geht die Performance stark in die Knie. Das kennt man auch von Planet Coaster,
    trotzdem bleibt zu hoffen, dass zukünftige Updates daran noch ein wenig schrauben.

    Der Sound wiederum ist sehr angenehm. Die Musik ist nett ohne zu nerven, wir
    hören die Achterbahnen rattern und die Besucher kreischen.

    Das Studio Texel Raptor arbeitet bei der Entwicklung stark mit der Community
    zusammen, und obwohl gerade einmal eine Handvoll Mitarbeiter an Parkitect
    werkeln kommt fast jede Woche ein Update. Für den Release und das Ende des
    Early Access gibt es noch keinen festen Termin, dafür steht fest, dass im fertigen
    Spiel eine Einzelspieler-Kampagne mit vorgefertigten Szenarios, ein ausgebautes
    Ressourcensystem sowie ein ausführlicheres Mitarbeiter-Management vorhanden
    sein sollen.


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    In diesem kleinen Park können sich die Besucher von den aufregenden Attraktionen
    erholen.


    Fazit:

    Parkitect bedient dadurch, dass mehr Wert auf Management gelegt wird, eine
    kleine Lücke, die Planet Coaster bisher noch offen gelassen hat, dafür muss
    man bei der Technik Abstriche in Kauf nehmen. Trotz Early-Access-Status bietet
    das Spiel aber jetzt schon genug Inhalt, um einige Stunden unterhalten zu können.

    Das Spiel ist über Steam oder die Website des Entwicklers (http://themeparkitect.com/)
    verfügbar und kostet aktuell 17,99€/17,99$. Die fertige Version wird im Preis etwas
    höher ausfallen.

    Noch ein kleiner Tipp zum Schluss: trotz 3D-Engine bietet Parkitect von Haus aus nicht
    die Möglichkeit, in seinen Kreationen selber Platz zu nehmen. Dafür steht allerdings
    wieder einmal die Community bereit. Über https://parkitectnexus.com/ lässt sich ein
    kleines Tool für Mods herunterladen, die Mod "Peep-Cam" ermöglicht es, in
    Ego-Perspektive durch den Park zu laufen, mittels "Coaster-Cam" kann man in den
    Achterbahnen Platz nehmen.

Kommentare

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  1. MrAlangor
    Was hier wieder für Grafikhuren rumlaufen...
  2. Jasper
    Vielen Dank für den Artikel!
      3 Person(en) gefällt das.
  3. Whimsy
    Parkitect klingt wirklich interessant und würde sogar auf meinem Steinzeit-PC laufen...vermute ich...
      2 Person(en) gefällt das.
  4. Russell Faraday
    Habe es mir vor einer Woche geholt, weil mir Planet Coaster zu teuer war und ich Lust auf ein modernes RTC mit Management hatte. Wurde von Parkitect bisher nicht enttäuscht, auch wenn natürlich viele Dinge spürbar fehlen (z.B. Forschung - man kann zwar Forschungsteams einstellen, aber nichts erforschen).
      2 Person(en) gefällt das.
  5. remixzwE
    Kann mit der Optik leider absolut gar nichts anfangen, aber würde mich für sie freuen, wenn das Spiel erfolgreich wird, da steckt ne Menge drin auf jeden Fall.

      1 Person gefällt das.
  6. Cd-Labs: Radon Project
    Sobald ein Modus mit Herausforderungen (also: Begrenztes Budget, begrenzte Zeit: Ziel in Cash auf dem Konto, Achterbahn einer bestimmten Größe, eine heftige Beuscherzahl erreichen und so weiter) rein kommt, werde ich dabei sein.
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  7. der.Otti
    Ich merke schon, die Grafik ist wohl doch sehr wichtig für viele :)

    @RAZORLIGHT

    Naja, ich spiele die alten RCT's schon noch gerne und die Grafik stört mich nicht direkt, allerdings muss man erstmal herumfrickeln um das ganze in moderne Auflösungen zu bekommen bzw. es doch schon sehr pixelig ist.

    @Gametester

    Ich bin mir jetzt nicht sicher was du mit "realistischer" meinst, aber ich versuche es mal so:

    Parkitect soll am Ende seinen Fokus auf das Management legen, das Ganze wird auch ständig neu balanciert (bzw. es wird immer wieder an der Balance gearbeitet) und es ist gar nicht mal so einfach mit seinen Mitarbeitern und allem drum herum einen funktionierenden Park aufzubauen, sprich, keinen roten Zahlen zu schreiben.

    Dieser Fokus fehlt mir persönlich noch bei PC, wobei ich den neuen Schwierigkeitsgrad im Herausforderungsmodus noch nicht probiert habe. PC ist alles in allem momentan mehr für Schönbauer geeignet als für Leute die eine Wi-Sim suchen.

    Ob die Zahlen in Parkitect jetzt "realistisch" sind kann ich nicht beurteilen, sie haben aber einfach mehr Auswirkung auf den Geldfluss.

      4 Person(en) gefällt das.
  8. heidl
    An alle, die die Grafik bemängeln:

    Probiert es aus auf Steam, solange man unter 2 Stunden Spielzeit bleibt kann man es ja zurückgeben. Oder schaut euch hier ein paar Screenshots an: http://parkitectnexus.com/screenshots -> echtes 3D (Iso-Perspektive in Optionen abschaltbar).

    Ich hab bei der Grafik auch gedacht, dass das nix für mich ist, jetzt finde ich es super.
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  9. Gametester
    Es hat ein Warnezuliefersystem. Ob jetzt Gehälter, Warenpreise, Fortbildungen usw. "realistischer" sind als in Planet Coaster, steht nirgends.
    Sorry unterm Strich und an Hand was ich sehe ist Planet Coaster ganz klar besser. Das Auge spielt mit. Und Die Reaktion von liebevoll gestalteten Parkbesuchern zu sehen, ist mir dann doch mehr wert als ein Warenzuliefersystem von der allhemeinen Optik mal ganz zu schweigen.
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  10. Ma Rio
    Dieser Grafikstil sagt mir persönlich leider überhaupt nicht zu, schade.
      6 Person(en) gefällt das.
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