Valve Steam Machine

Konsolen   |   Datum: -
Seite 1 2 3 4

Valve Steambox-Konsole mit Linux

Half-Life 3 exklusiv fürs Wohnzimmer?

Daniel Visarius nutzt seit fast zehn Jahren Linux, hat aber noch keine klare Meinung zur Steambox – Valves Konsole zum Spielen von PC-Titeln im Wohnzimmer. Deshalb analysiert er Valves bisher bekannte Entscheidungen.

Von Daniel Visarius |

Datum: 18.01.2013


Valve Steambox-Konsole mit Linux : Schon einmal hat Valve mit ihrer stärksten Marke Half-Life eine Plattform durchgedrückt – 2004 war das Steam mit Half-Life 2. Ob sich das mit Half-Life 3 wiederholt und die lange erwartete Fortsetzung zumindest auf den Konsolen nur für die Steambox erscheint? Schon einmal hat Valve mit ihrer stärksten Marke Half-Life eine Plattform durchgedrückt – 2004 war das Steam mit Half-Life 2. Ob sich das mit Half-Life 3 wiederholt und die lange erwartete Fortsetzung zumindest auf den Konsolen nur für die Steambox erscheint?

Im Rahmen der Unterhaltungselektronikmesse CES 2013 in Las Vegas wurde Anfang Januar offiziell, was sich seit mehreren Monaten abgezeichnet hat: Valve arbeitet an einer eigenen, PC-basierten Steam-Konsole fürs Wohnzimmer, seit Herbst 2012 für jeden nachvollziehbar. Im September 2012 tauchte zuerst eine dazu passende Stellenanzeige für einen Hardware-Entwickler auf, kurz darauf veröffentlich Valve eine Beta-Version der wohnzimmertauglichen Big-Picture-Oberfläche für Steam (mittlerweile fertig). Im Oktober erweitert Valve seine Vertriebsplattform um Anwendungen, im November erscheint die Beta-Version von Steam für Linux – zwei Jahre nachdem Valve seine Unterstützung von Windows auf Apples Mac OS X ausgeweitet hatte, das durch den UNIX-Ursprung technisch viel enger mit Linux verwandt ist als mit Windows.

Zum Thema » Gabe Newell zur Steam Box Linux, Windows, Controller und die Zukunft von Steam » Source Engine 2 Arbeitet Valve an neuer Engine? » Geforce-Treiber für Linux Doppelte Leistung in Left 4 Dead 2 Nun versuchen am Ende einer jeden Konsolengeneration traditionell neue Hersteller, in den lukrativen Markt einzusteigen. Die meisten Versuche sind zum Scheitern verurteilt, oft weil den Herstellern das Geld für das notwendige Marketing oder starke Exklusivtitel fehlen. Allerdings hat sich die Branche seit dem Ende des letzten Konsolenzyklus' um 2006 erheblich verändert. Neue Finanzierungsmodelle wie Kickstarter oder aber der Direktvertrieb von Spielen ohne Umwege über Publisher eröffnet kleinen, kreativen Entwicklern neue Chancen. Hat Valve – einst mit Steam Pionier der digitalen Distribution – mit der Steambox also tatsächlich realistische Marktchancen?

Sowohl der stationären Android-Konsole Ouya als auch dem Handheld Nvidia Shield dürften Alleinstellungsmerkmale und geschäftliche Grundlage fehlen - aktuelle Tablets bieten genauso viel Rechenleistung, können die gleichen Spiele ausführen und sind kompatibel zu Gamepads. Hinzu kommt, dass die reinen Hardware-Hersteller andere Geschäftsmodelle haben als die angestammten Konsolenhersteller Sony, Microsoft und Nintendo. Das Gaming-Tablet Razer Edge auf Basis von Windows 8 beispielsweise ist extrem teuer, weil Razer die Hardware genauso wenig subventionieren kann wie Nvidia das Shield. Sony und Microsoft hingegen finanzieren die Hardware zum Teil über die Lizenzgebühren, die für Publisher wie EA, Ubisoft oder ActivisionBlizzard bei der Veröffentlichung eines Spieles für Xbox oder Playstation anfallen, und die sie nur verlangen können, weil ihre Konsolen millionenfach verbreitet sind.

Valve Steambox-Konsole mit Linux : Die Big-Picture-Oberfläche von Steam ist für die Wiedergabe auf Fernsehern ausgelegt und lässt sich komplett mit einem Gamepad steuern.

Big Picture
Die Big-Picture-Oberfläche von Steam ist für die Wiedergabe auf Fernsehern ausgelegt und lässt sich komplett mit einem Gamepad steuern.

Valve hingegen hat nicht nur die eigene Steam-Plattform mit insgesamt rund 50 Millionen Nutzern – Xbox 360 und Playstation 3 haben jeweils rund 70 Millionen –, sondern auch seine starken Eigenmarken Half-Life, Portal, Left 4 Dead, Team Fortress, Counterstrike und Dota 2 . Die sind zwar vorrangig am PC relevant und am besten mit Maus und Tastatur spielbar, aber Valve will sich mit der derzeit unter dem Codenamen »Bigfoot« entwickelten Steambox ohnehin vor allem an PC-Spieler richten. Erinnern wir uns zudem an die Markteinführung von Steam im November 2004: Wer Half-Life 2 spielen wollte, wurde zu einem Steam-Account gezwungen. Ich glaube zwar nicht, dass Valve seine starke Position bei PC-Spielern aufs Spiel setzt und Half-Life 3 zuerst oder gar exklusiv für seine Steambox veröffentlicht, auszuschließen ist es aber nicht. Und wie der Steam-Zwang bei Half-Life 2 oder Origin bei Battlefield 3 würde eine gewisse Masse vermutlich auch diese Kröte schlucken und sich für das Spiel eine Steambox kaufen – solange die nicht allzu teuer ist.

Linux statt Windows

Valve Steambox-Konsole mit Linux : Valves CEO Gabe Newell war vor der Gründung des Unternehmens bei Microsoft angestellt. Valves CEO Gabe Newell war vor der Gründung des Unternehmens bei Microsoft angestellt. Für viele überraschend hat Gabe Newell gegenüber der Technologie-Webseite The Verge bestätigt, dass Valves eigene Steambox mit vorinstalliertem Linux ausgeliefert wird. Seine Aussage beinhaltet, dass andere Hersteller ihre Versionen der Steambox herstellen und vertreiben dürfen – auch mit Windows, so Newell. Das vorinstallierte Linux auf der Steambox von Valve solle zudem jeder ohne großen Aufwand durch Windows ersetzen können. Damit sich die unterschiedlichen Versionen ähnlich verhalten, könnte Valve aber einige Vorgaben machen wie etwa einen Zwang zum direkten Start in die Big-Picture-Oberfläche.

Für Valve bietet Linux Vor- und Nachteile. Zunächst einmal braucht die Steambox irgendein Betriebssystem; das neu zu programmieren, dürfte die Kapazitäten von Valve übersteigen. Außer Windows kommt dann nur noch Linux in Frage, denn Apple behält Mac OS und iOS den eigenen Rechnern beziehungsweise Smartphones und Tablets vor. Android hingegen fehlt die Hardware-Unterstützung für schnelle PC-Komponenten, unterliegt wie andere mobile Systeme andauernden Patentstreitigkeiten und ist wie die Konsolen von Microsoft, Sony und Nintendo auf einen von Valve nicht kontrollierbaren App Store ausgerichtet.

Gegen Windows 8 sprechen aus Valves Sicht der ebenfalls dort integrierte App Store, über den Microsoft, App-Anbieter oder Spiele-Hersteller die Steam-Preise aushebeln und somit auf Valves Hardware Geld verdienen könnten, ohne einen Teil der Einnahmen an den Plattformanbieter abführen zu müssen. Außerdem kostet eine Windows-Lizenz selbst bei großen Abnahmemengen mindestens 20 bis 40 Euro und würde die Kosten der Konsole in die Höhe treiben beziehungsweise den Spielraum bei der Auswahl der Hardware-Komponenten einschränken. Linux dagegen kostet nichts -- und läuft auf schwächerer Hardware deutlich besser als Windows, was für eine von Newell als »Littlefoot« bezeichnete, mobile Steambox-Variante relevant sein könnte.

Valve Steambox-Konsole mit Linux : Gabe Newell lehnt Windows 8 vehement ab. Wahrscheinlich aber weniger wegen der neuen Kacheloberfläche als vielmehr wegen des integrierten Appstores, der Steam das Leben schwer machen könnte. Gabe Newell lehnt Windows 8 vehement ab. Wahrscheinlich aber weniger wegen der neuen Kacheloberfläche als vielmehr wegen des integrierten Appstores, der Steam das Leben schwer machen könnte.

Weil der Quelltext von Linux für jedermann zugänglich und das System als solches kostenlos ist, gibt es mehrere sogenannte Linux-Distributionen, die jeweils ihre eigene Variante eines Linux-Betriebssystems entwickeln. Valve dürfte sich mit Sicherheit für Ubuntu Linux entscheiden, weil man die Beta-Version von Steam für Linux zuerst dafür entwickelt hat. Ubuntu ist eine auf den Desktop-Einsatz optimierte Distribution, die seit dem Anfang ihrer Entwicklung 2004 konsequent mit viel Geld von der Stiftung des millionenschweren Unternehmers Mark Shuttleworth unterstützt wird und bei Bedienung und Komfort mittlerweile voll konkurrenzfähig zu Windows und Mac OS ist. Nur noch kleinere Anpassungen dürften erforderlich sein, um das System auf die Gamepad-Bedienung anzupassen und bisher bei Steams Wohnzimmeroberfläche Big Picture fehlende Funktionen wie die Unterstützung für Betriebssystemaktualisierungen einzubauen.

Diesen Artikel:   Kommentieren (111) | Drucken | E-Mail
FACEBOOK:
TWITTER:
 
WEITERE NETZE: Weitersagen
Sagen Sie Ihre Meinung (» alle Kommentare)
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten!
» Zum Login

Sie sind noch nicht in der GameStar-Community angemeldet?
» Zur kostenlosen Anmeldung
Erster Beitrag  |  » Neuester Beitrag
1 2 3 ... 11 weiter »
Avatar Andy83
Andy83
#1 | 18. Jan 2013, 17:01
1. Es gibt keine "Steambox", das Projekt heißt Bigfoot. Die Bezeichnung Steambox hat sich ein Redakteur ausgedacht und Valve hat kein Interesse sie zu verwenden. (Und das andere Projekt heißt Littlefoot, nicht "Lightfoot".)

2. Es gibt keine Konsole. Es ist ein offener PC auf dem Linux läuft.

3. Doch, es ist absolut auszuschließen, dass Half-Life 3 exklusiv dafür erscheint, weil es nicht möglich ist etwas exklusiv auf einer offenen Plattform zu veröffentlichen. Dazu müsste man sie schließen und das hat Valve längst ausgeschlossen, siehe Punkt 2. Eine derartige Aussage zu tätigen (auch wenn man sie als Frage tarnt) und auch noch als Headline zu verwenden, ist entweder eine Beleidigung der Leser, zeugt von mangelnder Sachkompetenz des Autors oder ist (wieder einmal) ein billiger Versuch mit dem Titel und den Ängsten der Spieler Klicks zu generieren. Oder alles zusammen.
rate (191)  |  rate (29)
Avatar Daniel Visarius
Daniel Visarius
#2 | 18. Jan 2013, 18:53
Zitat von Andy83:
1. Es gibt keine "Steambox", das Projekt heißt Bigfoot. Die Bezeichnung Steambox hat sich ein Redakteur ausgedacht und Valve hat kein Interesse sie zu verwenden.


Ich weiß, steht auch im Artikel. Dass wir den Begriff "Steambox" ebenfalls verwenden, liegt daran, dass er bekannter ist.

Zitat von Andy83:
(Und das andere Projekt heißt Littlefoot, nicht "Lightfoot".)


Danke für den Hinweis, war ein Tippfehler.

Zitat von Andy83:
2. Es gibt keine Konsole. Es ist ein offener PC auf dem Linux läuft.


Ich wünsche es mir und halte das auch nicht für ausgeschlossen. Aber allein durch die Miniaturisierung könnte es halb-proprietär werden.

Zitat von Andy83:
3. Doch, es ist absolut auszuschließen, dass Half-Life 3 exklusiv dafür erscheint, weil es nicht möglich ist etwas exklusiv auf einer offenen Plattform zu veröffentlichen. Dazu müsste man sie schließen und das hat Valve längst ausgeschlossen, siehe Punkt 2.


Steam selbst ist keine offene Plattform und könnte ohne Weiteres mit der Hardware der Steambox verknüpft werden. Wie gesagt, könnte. Aber ein offenes Betriebssystem und darauf laufende geschlossene oder DRM-Software ist möglich beziehungsweise gibt es schon (nur ein Beispiel: Nvidias Grafiktreiber für Linux ist geschlossen).

Zitat von Andy83:
Eine derartige Aussage zu tätigen (auch wenn man sie als Frage tarnt) und auch noch als Headline zu verwenden, ist entweder eine Beleidigung der Leser, zeugt von mangelnder Sachkompetenz des Autors oder ist (wieder einmal) ein billiger Versuch mit dem Titel und den Ängsten der Spieler Klicks zu generieren. Oder alles zusammen.


Naja. Zum einen kann das durchaus eine brennende Frage sein, wenn man mitbekommen hat, wie alles mit Half-Life 2 und Steam angefangen hat. Und zum anderen habe ich doch geschrieben, dass ich es nicht für wahrscheinlich halte, dass Valve das macht.
rate (75)  |  rate (30)
Avatar Andy83
Andy83
#3 | 18. Jan 2013, 19:49
Zitat von Daniel Visarius:
Naja. Zum einen kann das durchaus eine brennende Frage sein, wenn man mitbekommen hat, wie alles mit Half-Life 2 und Steam angefangen hat. Und zum anderen habe ich doch geschrieben, dass ich es nicht für wahrscheinlich halte, dass Valve das macht.

Und das was man für nicht wahrscheinlich hält packt man in die Headline...


Zitat von :
Ich wünsche es mir und halte das auch nicht für ausgeschlossen. Aber allein durch die Miniaturisierung könnte es halb-proprietär werden.

Nein, es ist ein regulärer PC auf dem man auch Windows installieren kann, wenn man möchte. Das wurde längst offiziell bestätigt. Außerdem geht es beim Begriff "Konsole" nicht nur um die Geschlossenheit der Plattform, sondern man verbindet auch ein bestimmtes Geschäftsmodell (subventionierte Hardware, dafür teurere Spiele) damit und auch das wird es nicht geben.


Zitat von :
Steam selbst ist keine offene Plattform und könnte ohne Weiteres mit der Hardware der Steambox verknüpft werden. Wie gesagt, könnte. Aber ein offenes Betriebssystem und darauf laufende geschlossene oder DRM-Software ist möglich beziehungsweise gibt es schon (nur ein Beispiel: Nvidias Grafiktreiber für Linux ist geschlossen).

Man wird für Half-Life 3 auch Steam benötigen, dem widerspricht ja keiner. Aber das hat ja nichts mit der Hardware zu tun. Genau darum geht es Valve doch, das Spiel soll überall dort laufen, wo Steam läuft. Ob das ein selbst zusammen gebauter Desktop-PC ist, ein Mac, ein Gaming-Laptop, ein HTPC von einem anderen Hersteller oder eben der eigene Bigfoot, sobald Steam darauf läuft, soll man jedes Steam-Spiel das die Systemvoraussetzungen erfüllt damit auch spielen können. Diese künstliche Unterscheidung abzuschaffen, das ist das Ziel der ganzen Aktion und das was Valve seit Jahren predigt. Das erreicht man doch nicht, wenn man selbst neue Hürden aufbaut.
rate (53)  |  rate (19)
Avatar Agent.Smith
Agent.Smith
#4 | 19. Jan 2013, 09:28
Zitat von :
Half-Life 3 exklusiv fürs Wohnzimmer?

Ich finde es richtig, diese Frage gleich in der Überschrift zu stellen. Selbst wenn der Autor die Antwort schon kennt.
Denn es ist nunmal eine Frage, die viele Spieler selbst haben (zumindest jene, die sich noch nicht intensiver mit Valves Hardwareplänen beschäftigt haben).
Es wird dadurch angezeigt, dass der Artikel die Frage aufgreift und behandelt. Und es animiert vielleicht auch mal den ein oder anderen den ganzen Artikel zu lesen und nicht nur Überschrift, Einleitung und Fazit ;)
rate (9)  |  rate (25)
Avatar NorinRaad
NorinRaad
#5 | 19. Jan 2013, 09:36
Ne drm konsole ohne laufwerk^^ Flop vorpogrammiert!
rate (7)  |  rate (51)
Avatar Buddinger
Buddinger
#6 | 19. Jan 2013, 09:52
Dieser Kommentar wurde ausgeblendet, da er nicht den Kommentar-Richtlinien entspricht.
Avatar goldenxx
goldenxx
#7 | 19. Jan 2013, 09:58
Dieser Kommentar wurde ausgeblendet, da er nicht den Kommentar-Richtlinien entspricht.
Avatar EDDH
EDDH
#8 | 19. Jan 2013, 10:11
Naja, ich glaube HL ist schon nur über Steam spielbar, glaube nicht das es soweit kommt.
rate (2)  |  rate (1)
Avatar mrorange56
mrorange56
#9 | 19. Jan 2013, 10:21
Hä, ich verstehe die Redaktion nicht. "Steambox" ist ja doch nur ein PC und als solcher wird Steam darauf laufen, das wiederrum läuft auf jedem anderen PC (weil es nunmal ein PC und keine Konsole ist), sodass es VOLLKOMMEN AUSGESCHLOSSEN ist, dass Half-Life 3 nicht für Steam-Nutzer und damit PC-Spieler zu zocken sein wird...
rate (20)  |  rate (4)
Avatar Feschpa-Willi
Feschpa-Willi
#10 | 19. Jan 2013, 10:34
HL3 für die steambox wär zu begrinn schonmal ein riesen magnet für käufer. aber ich fänds doof, weil ich mich nicht zu anderen konsolen zwingen lassen möchte. gibts wohl kein hl3 für mich :(
rate (8)  |  rate (9)

 
top Top
Werde Fan von GameStar auf FacebookFacebook Aboniere den YouTube-Kanal von GamestarYouTube Besuche Gamestar auf Google+Google+ GameStar auf Twitter folgenTwitter Alle RSS-Feeds von GameStar.deRSS-Feeds Jetzt GameStar-Newsletter bestellenNewsletter
© IDG Entertainment Media GmbH - alle Rechte vorbehalten