Montag, 06.09.2010
Hardware - Praxis

Geforce GTX 400 mit DirectX 11

Ab März will Nvidia seine DirectX-11-Grafikkarte verkaufen. Wir fassen alle Informationen zum GF100-Chip mit Fermi-Architektur zusammen und geben einen Ausblick auf die Leistung.
Inhaltsverzeichnis
»  Der GF100-Grafikchip
»  DirectX 11 mit Fermi
»  Moderne Speicherkonfiguration
»  Potenzielle Leistung
»  Ausblick
Kurz nach dem Jahreswechsel in der Stadt des Spiels und der Sünde: Zwischen lebendigen Löwen, einarmigen Banditen und einer David-Copperfield-Inszenierung zeigt Nvidia im MGM Grand Hotel einer Handvoll gespannter Journalisten seine seit langem überfällige Geforce-Grafikkarte mit DirectX-11-Unterstützung. Eines vorweg: Der neue Nvidia-Chip ist von den Eckdaten her ein beeindruckendes technisches Monument. In der Praxis muss er sich allerdings erst beweisen - und das wird noch dauern. Im Vergleich zur Vorgängergeneration steigt die Zahl der für die Spieleleistung wichtigen Shader-Prozessoren gleich von 240 auf 512 um mehr als das Doppelte! Der alte GDDR3-Videospeicher geht endlich in Rente und wird durch den zweimal schnelleren GDDR5-Videospeicher ersetzt, den AMD für seine Radeons schon seit geraumer Zeit verwendet. Nvidia verspricht nicht weniger als die bei weitem schnellste Grafikkarte mit lediglich einem Prozessor - und damit die neue Leistungsreferenz.
So oder so ähnlich wird die DirectX-11-Geforce aussehen (Fotomontage).So oder so ähnlich wird die DirectX-11-Geforce aussehen (Fotomontage). Leider können wir das bisher nicht mit eigenen Benchmark-Tests überprüfen, Nvidia wollte noch keine Testgeräte rausrücken. Das sei zu früh, so die Firmenvertreter vor Ort. Und weiter: Weder stünden die Taktfrequenzen fest, noch sei das Kühlsystem endgültig. Erst im März soll Nvidias DirectX-11-Chip den Weg in unsere Spiele-PCs finden - über sechs Monate später als ursprünglich angekündigt. Zunächst sind mit der voraussichtlich rund 500 Euro teuren Geforce GTX 480 und der Geforce GTX 470 (400 Euro) zwei High-End-Varianten geplant. Frühestens im Sommer dürften günstige Mittelklasse-Karten (Geforce GTS 300) folgen.

Wir beantworten die dringlichsten Fragen zur neuen Geforce im Detail. Was wird die Karte in Spielen leisten? Wie unterscheidet sie sich von AMDs starker DirectX-11-Konkurrenz Radeon HD 5000? Wir gehen separat auf Nvidias neue Technik-Demo Supersonic Sled ein und untersuchen, warum sich Nvidias DirectX-11-Debüt so verzögert hat.
Die grafisch äußerst spektakuläre Demo Supersled nutzt viele Funktionen von DirectX 11. Mehr Bilder in unserer Galerie am Ende dieser Seite.
Die grafisch äußerst spektakuläre Demo Supersled nutzt viele Funktionen von DirectX 11. Mehr Bilder in unserer Galerie am Ende dieser Seite.

Der GF100-Grafikchip

Zu Beginn der Präsentation des GF100-Grafikprozessors in Las Vegas am 10.01.2010 entschuldigt sich Nvidia bei den Fans für die lange Wartezeit auf eine DirectX-11-Geforce. Vier Jahre habe man an der dem Chip zugrunde liegenden Fermi-Architektur gearbeitet, um die Seele eines Supercomputers im Körper eines Grafikchips unterzubringen, so blumig drückt sich Nvidias Drew Henry an diesem besonderen Tag aus. Herausgekommen ist der mit Abstand komplexeste PC-Baustein - der GF100 besteht aus über 3 Milliarden Schaltwerken! Zum Vergleich: AMDs DirectX-11-Chip RV870 hat 2,15 Milliarden Transistoren, der GT200b auf der Geforce GTX 285 rund 1,4 Milliarden und ein Core-i7-Vierkernprozessor lediglich 731 Millionen. Am meisten Platz belegen die von 240 auf 512 mehr als verdoppelten Shader-Prozessoren, von Nvidia in Anlehnung an die gleichnamige Programmierschnittstelle für Anwendungen abseits reiner Grafikberechnungen (Physik, Video-Konvertierung) nun CUDA-Cores genannt. Problem: Je nach Zählweise kommt eine Radeon HD 5870 auf 1.600 beziehungsweise 320 Shader-Einheiten. Endgültig vergleichen lassen sich AMDs und Nvidias Angaben also bisher nicht.
Oben und unten liegen die 512 Shader des GF100-Chip, in der Mitte die Cache-Speicher.Oben und unten liegen die 512 Shader des GF100-Chip, in der Mitte die Cache-Speicher. Die 512 Shader sind in 16 Blöcken mit je 32 Recheneinheiten organisiert, so dass Nvidia die Leistung der einzelnen Geforce-Modelle in diesen Schritten anpassen kann. Generell sind bei der Prozessorherstellung oft auch einzelne Teile des Chips defekt. Dann erfüllt der jeweilige Chip zwar nicht die Anforderungen des Spitzenmodells, lässt sich aber noch als preis- und leistungsreduzierte Variante verkaufen. Das künftige Flaggschiff Geforce GTX 480 genannt, wird vermutlich auf alle 512 Shader zurückgreifen, obwohl die für den Profi-Bereich gedachten Tesla-Fermis nur 448 aktive Shader haben (14 von 16 Blöcken). Wenn es bei 512 Shadern für die GTX 480 bleibt, dann erwarten wir bei der GTX 470 zwei deaktivierte Blöcke, also 448 Shader. Jeder Block hat vier Textureinheiten, der gesamte Chip also 64 und damit 16 weniger als der GT200-Vorgänger und AMDs RV870. Weil aber längst nicht mehr die Textureinheiten, sondern in erster Linie die Shader die Spieleleistung beeinflussen, dürfte dies in der Praxis keine Nachteile bedeuten.
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Avatar imkreislaufen
imkreislaufen
#1 | 18. Jan 2010, 06:52
Hoffen wir mal das beste.
Nette Zusammenfassung, guter Artikel :D
Vlt wird, wenns so weit ist, eine dieser Karten in meinem Gehäuse die Arbeit verrichten
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Avatar Suzi Q.
Suzi Q.
#2 | 18. Jan 2010, 07:43
500 und 400 Eur, sehr schade. Wird wohl noch bis Weihnachten dauern, bis es fermige P/L-Knaller für 150 Eur gibt. :(
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Avatar CRYBYE
CRYBYE
#3 | 18. Jan 2010, 07:47
Warten wir doch erstmal bis März.
When it's done ;-/
Daten sind schön, jetzt fehlen die Fakten!
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Avatar CopyCat
CopyCat
#4 | 18. Jan 2010, 07:50
Ob sich Nvidia echt bis zum Sommer Zeit lassen wird um günstigere Mittelklassekarten rauszubringen?
Die "Leistungskrone" mit den schnellsten Karten zu haben ist zwar fein, aber denke die wenigsten werden sich eine 400-500€ Grafikkarte kaufen und so hätte Ati nochmal gut ein halbes Jahr in diesem Bereich gar keine Konkurrenz.
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Avatar Falkum
Falkum
#5 | 18. Jan 2010, 09:03
Jup, schöner zusammenfassender Artikel. Eure erwarteten Leistungsangaben verwundern mich aber etwas. Wie kommt ihr darauf, dass sie 100% schneller sein wird als die Vorgängerserie? Auf euren Bildern wird von nVidia ein Wert von 140% bis 170% der Leistung der Vorgängerserie angegeben(also deutlich weniger)...

Dann hab ich grad mal gegoogled(bin im rechenfieber) und für ein FarCry 2 ein benchmark ergebnis der 5870 rausgesucht
http://www. pcgameshardware.de/aid,695285/Radeon-HD-5870-D ie-erste-Direct-X-11-Grafikkarte-im-Benchmark- Test/Grafikkarte/Test/?page=10
Da hat aber auch die Geforce GTX 285 15fps mehr, da sollte man dann also auch 24% der Leitung der HD5870 abziehen - dann also 66fps (waren sicherlich unterschiedliche Systeme und Einstellungen). Das sollte dann heißen, das die die neue Geforce 22% schneller wär als die HD5870 und würde bei einem Preis von 500€ 28% mehr kosten, und dann hätten wir wieder unser altes nVidia/ATI verhältnis :)

Das setzt natürlich vorraus, dass ATI bis zum release keine stärkeren Karten mehr rausbringt...


naja, eine dumme rechnung mehr :)
schöne grüße Falkum
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Avatar Thinkle2
Thinkle2
#6 | 18. Jan 2010, 09:08
warum sind alle bilder bloß von monitoren abfotografiert? das sieht wirklich einmalig bescheiden aus!
wie dämlich ist nvidia eigentlich, dass die da keine screenshots rausgeben, damit auch der kunde sich im wahrsten sinne des wortes ein bild davon machen kann?

bekannt ist das material jetzt eh, nur eben in bescheidener qualität.

und warum nvidia bis zum sommer wartet, bis sie einen preis/leistungs chip bringen ist jawohl glasklar!

die wissen ganz genau, dass es da draußen genügend fannerds gibt, die bloß auf was neues von NV warten und das dann zu jedem preis kaufen werden, also wird erstmal schön abgemolken.
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Avatar Rupert_The_Bear
Rupert_The_Bear
#7 | 18. Jan 2010, 09:16
Hört sich doch alles ganz schön an, ausser der Preis, der liegt leider nicht in meinem Budget, habe ich aber auch nicht erwartet,dass die Karte direkt für 200€ verkauft wird.Aber vielleicht kommt eine abgespecktere Version.
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Avatar K(r)ampfkrapfen
K(r)ampfkrapfen
#8 | 18. Jan 2010, 09:27
Dieser Kommentar wurde ausgeblendet, da er nicht den Kommentar-Richtlinien entspricht.
Avatar CopyCat
CopyCat
#9 | 18. Jan 2010, 09:30
Zitat von Thinkle2:
und warum nvidia bis zum sommer wartet, bis sie einen preis/leistungs chip bringen ist jawohl glasklar!

die wissen ganz genau, dass es da draußen genügend fannerds gibt, die bloß auf was neues von NV warten und das dann zu jedem preis kaufen werden, also wird erstmal schön abgemolken.

Ob die insgesamt einen so großen Absatzmarkt bilden, dass es sich lohnt weiterhin über Monate auf den Massenmarkt zu verzichten...? :hmm:
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Avatar d-Raven-b
d-Raven-b
#10 | 18. Jan 2010, 09:46
Tja, für NVidias 3D Vision wird man aber neben drei Bildschirmen auch zwei Grafikkarten benötigen..

We shall see.. .. says the Zen-Master

@Copy Cat
Da hast du allerdings recht.. Wer kann sich schon eine GTX380 leisten?

Und ich möchte an dieser Stelle anmerken, dass ATi die letzten 6 Monate sicher auch nicht geschlafen hat. Laut der bisherigen Strategie ist in Bälde mit einem Refresh zu rechnen (oder Mittelfristig mit einem erneuerten Chip)
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