Mit Rise of the Tomb Raider erhält nach Hitman das zweite Spiel unter Windows 10 Unterstützung für die neue Grafikschnittstelle DirectX 12. Zum Release Ende Januar war der entsprechende Render-Pfad noch nicht im Spiel integriert, das wurde jetzt per Patch nachgeholt. Ebenfalls neu dabei: Die Umgebungsverdeckung VXAO, die allerdings nur auf Nvidia-Grafikkarten mit Maxwell-Architektur funktioniert und das in Rise of the Tomb Raider auch nur unter DirectX 11. Prinzipiell soll die Technik aber auch unter DirectX 12 lauffähig sein.

Zum Thema » DirectX 12 gegen DirectX 11 Benchmarks in Hitman » Rise of the Tomb Raider als App FAQ zum Windows Store » PureHair in Rise of the Tomb Raider Performance-Vergleich und Screenshots Wir schauen uns in diesem Technik-Check genauer an, ob und wenn ja welche Vorteile DirectX 12 und VXAO gegenüber DirectX 11 und herkömmlichen Techniken für die Umgebungsverdeckung bringen. Dabei zielt DirectX 12 vor allem auf mehr Bilder pro Sekunde ab, während VXAO optische Verbesserungen mit sich bringen soll. So viel sei schon jetzt verraten: Vor allem die Messungen mit verschiedenen Prozessoren zeigen, welch großes Performance-Potenzial DirectX 12 hat – auch wenn es immer noch Baustellen gibt.

Um DirectX 12 in Rise of the Tomb Raider zu nutzen, müssen Sie im Launcher des Spiels einfach den entsprechenden Haken setzen. Eine Warnmeldung weist Sie anschließend darauf hin, dass DirectX 12 auf manchen Systemen nicht wie gewünscht zu einer Verbesserung der Leistung führt (was sich in unseren Benchmarks teilweise bestätigt). VXAO ist dagegen auch im Grafikmenü des Spiels selbst aktivierbar, sofern es unter DirectX 11 läuft.

Besitzer der App von Rise of the Tomb Raider aus dem Windows Store müssen sich derweil gedulden, die Neuerungen sind bislang nicht darin integriert und einen externen Launcher gibt es aktuell auch noch nicht für die App. Unter DirectX 11 haben wir allerdings für unsere FAQ zum Windows Store nahezu identische fps-Werte im Vergleich zu der Steam-Version gemessen, die folgenden Messergebnisse lassen sich daher wahrscheinlich auch auf die Windows-App des Spiels übertragen (sobald der DX12-Patch dafür verfügbar ist).

DirectX 12-Benchmarks: Grafikkarten

Rise of the Tomb Raider : DirectX 12 lässt sich über den Launcher von Rise of the Tomb Raider aktivieren. Eine Warnmeldung erklärt, dass die neue Schnittstelle nicht auf allen Systemen für mehr Leistung sorgen kann, was unserer Erfahrung nach vor allem für PCs mit schnellen CPUs gilt. DirectX 12 lässt sich über den Launcher von Rise of the Tomb Raider aktivieren. Eine Warnmeldung erklärt, dass die neue Schnittstelle nicht auf allen Systemen für mehr Leistung sorgen kann, was unserer Erfahrung nach vor allem für PCs mit schnellen CPUs gilt.

Für unsere Messungen greifen wir primär auf den neu hinzugekommenen Benchmark zurück, den Sie über das Hauptmenü des Spiels starten können. Wir verwenden allerdings nur die Werte der letzten Testsequenz »Geothermales Tal«, da sie in Sachen Anspruch unserer Erfahrung nach dem tatsächlichen Spielgeschehen am nächsten kommt. Die Ergebnisse der Benchmark-Durchläufe werden einerseits im Spiel selbst angezeigt und andererseits unter »Dokumente\Rise of the Tomb Raider« gespeichert.

Zunächst vergleichen wir die Leistung verschiedener Grafikkarten in Kombination mit einem Core i7 4770K und 16,0 GByte Arbeitsspeicher unter DirectX 11 und DirectX 12 miteinander. Dabei nutzen wir jeweils die aktuellen Treiber von AMD (Crimson Edition Hotfix 16.3) und Nvidia (Version 364.51).

Statt die Leistung spürbar zu verbessern, sinken die fps unter DirectX 12 mit den meisten Grafikkarten leicht, ein wirklich einheitliches Bild ergibt sich unter Full HD allerdings nicht. So verlieren die GTX 980 Ti und die GTX 970 wenige fps, während die GTX 980 und die GTX 960 minimal zulegen können. Im Falle von AMD profitiert nur die R9 280X von DirectX 12, alle anderen Grafikkarten büßen dagegen Bilder pro Sekunde ein. Das sah bei unseren Benchmarks zu Hitman noch ganz anders aus, hier konnten AMD-Grafikkarten durch die Bank von DirectX 12 profitieren, auch in Kombination mit dem Core i7 4770K.

Wechseln wir zur WQHD-Auflösung und fordern die Grafikkarten damit noch stärker, verlieren außer der R9 280X alle Grafikkarten unter DirectX 12 an Leistung. Das gilt insbesondere für die AMD-Modelle mit Fiji-GPU (R9 Fury X, R9 Nano), ihre fps halbieren sich fast von gut spielbaren 50 Bildern pro Sekunde zu deutlich ruckeligeren Werten unter 30 fps.

Da wir die Grafikkarten in Kombination mit einer schnellen CPU und einer fordernden Detailstufe getestet haben, während DirectX 12 eher bei langsameren Prozessoren und ohne drohendes GPU-Limit für ein Leistungsplus sorgen kann, ist es nicht unbedingt überraschend, dass die meisten Modelle bei diesem Testszenario nicht von der neuen Schnittstelle profitieren. Sinkende fps sind aber sicher nicht im Sinne des Erfinders – es besteht also definitiv noch Verbesserungsbedarf bei der DirectX 12-Implementierung von Rise of the Tomb Raider.

1920x1080 »Geothermales Tal«, Core i7 4770K, 1920x1080, sehr hohe Details, SMAA
DirectX 12
DirectX 11
Geforce GTX 980 Ti 6.144 MByte
85,5
87,0
Geforce GTX 980 4.096 MByte
84,2
78,6
Geforce GTX 970 4.096 MByte
57,6
58,8
Radeon R9 FuryX 4.096 MByte
55,9
68,5
Radeon R9 390X 8.192 MByte
55,8
61,5
Radeon R9 Nano 4.096 MByte
53,4
63,8
Geforce GTX 960 4.096 MByte
47,0
44,3
Radeon R9 280X 3.072 MByte
41,5
38,0
Radeon R9 380X 8.192 MByte
33,9
45,8
Geforce GTX 770 2.048 MByte
23,1
26,2
0
18
36
54
72
90
Gemessen in fps. Je höher, desto schneller. Unter 45 fps nicht mehr optimal spielbar.