Zum Thema » AMD FX 8150 im Test Schnellster Bulldozer im Benchmark » AMD A8 3850 im Test A10-Vorgänger für FM1-Sockel » Intel Core i3 3220 im Test Günstigster Ivy-Bridge-Prozessor » Intel Ivy-Bridge-Grafik HD 4000 Spielen mit integrierter Grafik? AMD A10 5800K ab 87,71 € bei Amazon.de Für die Verschmelzung aus CPU und Grafikchip hat AMD die Bezeichnung APU aus der Taufe gehoben. Die Abkürzung bedeutet »Accelerated Proccessing Unit«, also beschleunigte Recheneinheit im Vergleich zur CPU oder Central Processing Unit, was übersetzt für zentrale Recheneinheit steht. Weil diese Spitzfindigkeiten keinem helfen, ignorieren wir die Marketing-Sprechblase im folgenden Test des AMD A10 5800K mit Codenamen »Trinity« und bleiben bei CPU mit integrierter Grafik.

Die neue Serie von A-Prozessoren richtet sich wie die Vorgängermodelle aus 2011 wieder an das Einsteigersegment, ist technologisch aber sogar den schnelleren FX-Prozessoren voraus. Der AMD A10 5800K verwendet wie die anderen fünf neuen A-Prozessoren bereits den weiterentwickelten Piledriver-CPU-Kern auf Basis der Bulldozer-Architektur. Insofern geben die neuen CPUs bereits einen Anhaltspunkt dafür, ob Piledriver die Schwächen der ersten Bulldozer-Generation – die gemessen am Preis, der Intel-Konkurrenz und den eigenen Phenom-II-Vorgängern schlechte Spieleleistung – ausmerzen kann.

Auch AMD ist offensichtlich der Meinung, dass mit der APU-Argumentation kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist, wenn wir uns die Preisgestaltung ansehen. Denn der AMD A10 5800K kostet mit rund 120 Euro kaum mehr als Intels Einstiegszweikerner Core i3 3220 (ab 110 Euro), die schnelle integrierte Radeon-Grafik gibt es also praktisch gratis zur CPU dazu.

AMD A10 5800K : Unser Testsystem besteht aus dem AMD A10 5800K mit vier Piledriver-Kernen und 3,8 GHz Taktfrequenz, 8,0 GByte DDR3-2133-Speicher von ADATA und AMDs Boxed-Lüfter auf der 120 Euro teuren Micro-ATX-Hauptplatine Asus M2A85-M Pro mit dem neuen A85-Chipsatz. Unser Testsystem besteht aus dem AMD A10 5800K mit vier Piledriver-Kernen und 3,8 GHz Taktfrequenz, 8,0 GByte DDR3-2133-Speicher von ADATA und AMDs Boxed-Lüfter auf der 120 Euro teuren Micro-ATX-Hauptplatine Asus M2A85-M Pro mit dem neuen A85-Chipsatz.

Piledriver statt Bulldozer

Die ersten A-Prozessoren wie der AMD A8 3850 basieren technisch auf dem Phenom II und verfügen über maximal vier Rechenkerne. Der A10 5800K aber ist sogar den aktuellen FX-Chips voraus und nutzt die weiterentwickelte Bulldozer-Architektur mit Codenamen »Piledriver«. Die Verbesserungen gegenüber der Architektur des AMD FX 8150 beschränken sich allerdings auf die neuen Befehlsätze AES, AVX und FMA sowie optimierte Cache-Zwischenspeicher. Dazu kommt eine überarbeitete Sprungvorhersage, mit der der Prozessor versucht, den Programmablauf vorherzusagen und wahrscheinlich in Kürze benötigte Operationen bereits vorweg zu laden – liegt die CPU richtig, steigt die Bearbeitungsgeschwindigkeit, daher ist eine gute Sprungvorhersage eine der wichtigsten Komponenten moderner CPUs. Weil dem A10 aber der L3-Cache der FX-Prozessoren fehlt, lässt sich aus den Benchmark-Ergebnissen nicht ohne Weiteres die Leistung der kommenden FX-CPUs mit Piledriver-Kern ableiten.

Dass auch Piledriver hohe Taktfrequenzen für eine adäquate Leistung benötigt, offenbart der Basistakt des A10 5800K von 3,8 GHz, der per Turbo noch auf bis zu 4,2 GHz steigen kann – der A8 3850 arbeitet mit lediglich 2,9 GHz. Wie der direkte Vorgänger verbraucht auch der neue A10 5800K maximal 100 Watt TDP laut Hersteller. Innerhalb des Verbrauchsfensters geht der Grafikchip immer vor – erst wenn die maximalen 800 MHz der integrierten Radeon HD 7660D erreicht sind, springt der CPU-Turbo an.

AMD A10 5800K : Die Kombination aus dem weiterentwickelten Bulldozer-Kern Piledriver und einer Radeon-HD-6900-Grafik mit modernem Videobaustein nennt AMD »Trinity«. Der rund 246 mm² große Chip besteht aus 1,3 Milliarden Transistoren. Zum Vergleich: Ein Radeon-HD-7970-Chip hat 4,3 Milliarden, ist also ungleich größer, aber auch teurer. Die Kombination aus dem weiterentwickelten Bulldozer-Kern Piledriver und einer Radeon-HD-6900-Grafik mit modernem Videobaustein nennt AMD »Trinity«. Der rund 246 mm² große Chip besteht aus 1,3 Milliarden Transistoren. Zum Vergleich: Ein Radeon-HD-7970-Chip hat 4,3 Milliarden, ist also ungleich größer, aber auch teurer.

Das Trinity-Aufgebot der ersten Stunde besteht aber nicht allein aus dem 3,8 bis 4,2 GHz schnellen Spitzenmodell A10 5800K. Abgeleitet von Intel steht auch bei AMDs neuen A-Prozessoren das Anhängsel »K« für einen freien Multiplikator, mit dem sich der CPU-Teil einfacher übertakten lässt. Zweitschnellste der neuen A-CPUs ist der ebenfalls mit vier Rechenkernen und Radeon HD 7660D ausgerüstete A10 5700 mit einem Basistakt von 3,4 und einem Turbo-Takt von 4,0 GHz. Im Vergleich zum 5800K verbraucht er lediglich 65 statt 100 Watt TDP, hat aber keinen freien Multiplikator.

Ergänzt wird das Angebot durch die langsamer getakteten Vierkerner A8 5600K (100 Euro) und A8 5500 (90 Euro), die wieder 100 beziehungsweise 65 Watt verbrauchen. Die hier eingesetzte Radeon HD 7560D hat im Vergleich zu HD 7660D nur 256 statt 384 Shader-Einheiten und 760 statt 800 MHz Taktfrequenz. Zusätzlich bringt AMD noch den A6 5400K (70 Euro) und den A4 5300 (60 Euro) auf den Markt, die beide nur zwei Rechenkerne und noch langsamere Grafikeinheiten haben. Auch neu sind der Athlon X4 750K (80 Euro) und X4 740 (70 Euro) mit vier Kernen, aber ohne integrierte Grafik. Wie die A-Prozessoren fehlt auch ihnen der L3-Cache der schnelleren FX-CPUs.

AMD 10 5800K

A10 5700

A8 5600K

A8 5500

A6 5400K

A4 5300

Athlon X4 750K

Athlon X4 740

Kerne

4

4

4

4

2

2

4

4

Takt

3,8 GHz

3,4 GHz

3,6 GHz

3,2 GHz

3,6 GHz

3,4 GHz

3,4 GHz

3,2 GHz

Turbo-Takt

4,2 GHz

4,0 GHz

3,9 GHz

3,7 GHz

3,8 GHz

3,6 GHz

4,0 GHz

3,7 GHz

L2-Cache

4 MByte

4 MByte

4 MByte

4 MByte

1 MByte

1 MByte

4 MByte

4 MByte

Takt-Multi

frei

fest

frei

fest

frei

fest

frei

fest

Grafik

Radeon HD 7660D

Radeon HD 7660D

Radeon HD 7560D

Radeon HD 7560D

Radeon HD 7540D

Radeon HD 7480D

-

-

Shader-Einheiten

384

384

256

256

192

128

-

-

Grafiktakt

800 MHz

760 MHz

760 MHz

760 MHz

760 MHz

724 MHz

-

-

Dual Graphics

ja

ja

ja

ja

ja

nein

-

-

DDR3-Takt

DDR3-1866

DDR3-1866

DDR3-1866

DDR3-1866

DDR3-1866

DDR-1600

-

-

Strom- verbrauch

100 Watt TDP

65 Watt TDP

100 Watt TDP

65 Watt TDP

65 Watt TDP

65 Watt TDP

100 Watt TDP

65 Watt TDP

Preis

120 Euro

110 Euro

100 Euro

90 Euro

70 Euro

60 Euro

80 Euro

70 Euro

Neuer Sockel FM2

In der Vergangenheit ließen sich AMD-Systeme sehr gut aufrüsten. Der AMD A10 5800K und alle weiteren A-CPUs mit Piledriver-Kern passen allerdings nicht mehr in den Sockel FM1, der den älteren A-Prozessoren mit »Llano«-Architektur und 905 Pins Platz bietet. Während der offiziellen Vorstellung entschuldigte sich Leslie Sobon, Vice President von AMD, für diese Aufrüstsackgasse – nur ändert das nichts daran, dass dieser Sachverhalt allein in den Händen von AMD lag, bevor sie die ersten A-Prozessoren in die FM1-Fassung gesteckt haben.

AMD A10 5800K : Der neue A85X-Chispatz bietet acht SATA3-Anschlüsse, native USB-3.0-Ports und Crossfire, aber kein PCI Express 3.0. Der neue A85X-Chispatz bietet acht SATA3-Anschlüsse, native USB-3.0-Ports und Crossfire, aber kein PCI Express 3.0. Dass die Bulldozer-Architektur in einem älteren Sockel funktionieren kann, zeigt der AM3-Steckplatz. Der FM2-Sockel aber soll nun mindestens drei Jahre Bestand haben und nicht nur diese und künftige A-Prozessoren aufnehmen, sondern eventuell auch kommende FX-Modelle. Für die neuen FM2-Hauptplatinen hat AMD auch einen neuen Chipsatz parat. Der A85X unterstützt ohne Zusatzbausteine vier USB-3.0-Buchsen, acht SATA3-Anschlüsse und Crossfire zum leistungssteigernden Zusammenschluss von zwei Radeon-Grafikkarten. Statt PCI Express 3.0 beherrscht der A85X allerdings lediglich PCI Express 2.0.

Ergänzt wird das Angebot durch die bereits von FM1-Mainboards bekannten Chipsätze A75 (4x USB 3.0, 6x SATA3) und dem günstigen A55, der nur mit Zusatzchips USB 3.0 unterstützt und auch nur SATA2 bietet. Alle Chipsätze arbeiten dafür mit DDR3-1866-Speicher zusammen, falls der Prozessor mitspielt – was für alle bislang vorgestellten FM2-Prozessoren gilt. Schnellerer Speicher als DDR3-1600 kommt vor allem der integrierten Grafik zu Gute, die mit zunehmender Speicherbrandbreite spürbar an Leistung gewinnt.