Nvidia Geforce GTS 450
DirectX-11-Karte für 130 Euro im Test
Die Geforce GTX 460 hat im Test wie eine Bombe eingeschlagen. Nun legt Nvidia seine erste DirectX-11-Grafikkarte unter 150 Euro nach. Wir scheuchen die Geforce GTS 450 durch unsere Benchmark-Tests.
Von
Daniel Visarius |
Datum:
13.09.2010
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Bis vor wenigen Jahren mussten einigermaßen engagierte Spieler wenigstens 200 Euro in eine zukunftsfähige Grafikkarte investieren. Doch das hat sich geändert: Wie Hauptprozessoren entwickeln sich mittlerweile auch Grafikkarten weit schneller als die Software, also die Spiele. In Auflösungen wie 1680x1050 - immer noch fast 50 Prozent höher als die bei den Konsolen typischen 1280x720 - arbeiten auch 150-Euro-Platinen schnell genug.
Das aktuelle Paradebeispiel dafür ist die ab 130 Euro erhältliche Radeon HD 5770, der Nvidia mit der Geforce GTS 450 nun endlich Konkurrenz macht. Und Konkurrenz sorgt für mehr Wettbewerb und in der Regel sinkende Preise. Ob die Radeon HD 5770 ernste Probleme bekommt oder die 130 Euro teure Nvidia Geforce GTS 450 eher auf dem Niveau der kleineren Radeon HD 5750 (110 Euro) rechnet, das erkunden wir im Benchmark-Test.
Achtung: Dieser Test wurde auf unser neues Grafikkarten-Wertungssystem umgestellt und ist deshalb nicht ohne Weiteres mit vorhergehenden Tests vergleichbar. Alle wichtigen Tests gleichen wir sukzessive an das neue Wertungssystem an.
Die Geforce GTS 450 hat den gleichen Kühler wie die GTX 460, aber nur einen (sechspoligen) Stromanschluss.
Die Geforce GTS 450
Mit dem GF104-Chip auf der Geforce GTX 460 hat Nvidia seine aktuelle Fermi-Architektur besser an die Anforderungen von Spielen angepasst als das noch beim GF100-Grafikprozessor von Geforce GTX 480, Geforce GTX 470 und Geforce GTX 465 der Fall war. Viele der nur für professionelle Anwendungen nötigen Bauteile wurden entfernt, um die Kosten zu senken. Das kommt auch der Geforce GTS 450 zu Gute: Der neue GF106-Chip hat mit 5:1 die gleiche Relation von Shader- zu Textureinheiten wie der GF104, was sich vor allem in DirectX-9-Spielen positiv auf die Leistung auswirkt (der GF100 arbeitet mit einem Verhältnis von 7:1).
Der GF106-Chip ist übertaktungsfreudig. Vereinfacht ausgedrückt ist die Geforce GTS 450 eine halbe GTX 460. Die Zahl der Shader-Einheiten hat Nvidia von 336 auf 192 reduziert, aus ehemals 56 werden 32 Textur-Einheiten - der GF106 ist also exakt ein 57-prozentiger GF104. Die Taktfrequenzen von Chip und Shadern liegen mit 783/1.566 MHz deutlich über dem Standardtakt der GTX 460 von 675/1.350 MHz. Statt wie bisher 512 KByte fasst der rasend schnelle L2-Cache-Zwischenspeicher mit 256 KByte nur noch die Hälfte an Daten. In erster Linie dürfte sich dies in Anwendungen bemerkbar machen, die den Grafikchip zur Beschleunigung von anderen Aufgaben als der Grafikdarstellung heranziehen, also weniger in Spielen. Im Gegensatz zur Geforce GTX 460 gibt es die Geforce GTS 450 ausschließlich mit 1,0 GByte und nicht als noch günstigere Alternative mit kleinerem Videospeicher. Durch das von 256 auf 128 Bit verengte Speicher-Interface sinkt allerdings die für die Leistung in hohen Auflösungen und bei aktivierter Kantenglättung wichtige Speicherbandbreite von 115,2 auf 57,6 GByte/s. Anders als von uns erwartet hat Nvidia den Speichertakt der GTS 450 gegenüber der GTX 460 nicht angehoben, um wenigstens einen Teil dieses Bandbreitenverlusts auszugleichen. So taktet der GDDR5-Speicher weiter mit effektiv 3.600 MHz.
Wie die Geforce GTX 460 kann auch die GTS 450 (anders als die übrigen Grafikkarten aus Nvidias 400er-Serie) die hochwertigen Soundsignale Dolby True HD und DTS-HD Master Audio als Bit-Stream an einen entsprechenden Verstärker weiterleiten. Darüber hinaus beherrscht die GTS 450 alle technischen Spielereien der großen Geschwister, allerdings zeigt unser Test, dass dafür die Leistung längst nicht immer ausreicht. Für DirectX 11, die 3D-Technik Nvidia 3D Vision sowie Vision Surround und PhysX-Beschleunigung auf der Grafikkarte ist die GTS 450 unterdimensioniert.
Technische Daten
| | Geforce GTX 480 | Geforce GTX 470 | Geforce GTX 460 1.024 MByte | Geforce GTX 460 768 MByte | Geforce GTS 450 |
| Chip | GF100 | GF100 | GF104 | GF104 | GF106 |
| Chiptakt | 700 MHz | 607 MHz | 675 MHz | 675 MHz | 783 MHz |
| Shader | 480 | 448 | 336 | 336 | 192 |
| Shader-Takt | 1.401 MHz | 1.215 MHz | 1.350 MHz | 1.350 MHz | 1.566 MHz |
| Textur-Einheiten | 60 | 56 | 56 | 56 | 32 |
| GDDR5-Speicher | 1.536 MByte | 1.280 MByte | 1.024 MByte | 768 MByte | 1.024 MByte |
| Speicher-Takt (effektiv) | 3.696 MHz | 3.348 MHz | 3.600 MHz | 3.600 MHz | 3.608 MHz |
| Speicher-Interface | 384 Bit | 320 Bit | 256 Bit | 192 Bit | 128 Bit |
| ROPs | 48 | 40 | 32 | 24 | 16 |
| Speicher-Bandbreite | 177,4 GByte/s | 133,9 GByte/s | 115,2 GByte/s | 86,4 GByte/s | 57,7 GByte/s |
| Stromverbrauch Volllast (TDP) | 250 Watt | 225 Watt | 160 Watt | 150 Watt | 106 Watt |
| Stromverbrauch Leerlauf (TDP | 50 Watt | 30 Watt | 30 Watt | 30 Watt | 30 Watt |
| Preis | 450 Euro | 300 Euro | 210 Euro | 180 Euro | 130 Euro |