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Report: Spiele vor Gericht

Klagen und Urteile aus der Spielebranche

Wenn aus Spielen Rechtsstreits werden: Klagen und Urteile von damals bis heute, von bedeutend bis abstrus.

Von Christian Schmidt |

Datum: 21.12.2008


Wer ein Computerspiel herstellt, der rechnet mit Gewinn oder Verlust, mit Lob und Kritik, möglicherweise mit Debatten um Gewalt oder Jugendschutz. Dass er vor Gericht landen könnte, damit rechnet er eher nicht. Dabei kann das durchaus passieren. Die Geschichte der Computerspiele wird begleitet von einer Reihe von Prozessen, in denen Computerspiele im Mittelpunkt standen. Manche waren abstrus, in anderen ging es um spannende Fragen, immer aber dreht sich die Auseinandersetzung um ein Thema: Wie gehen die Gesellschaften der Welt mit dem neuen Medium um? Wie bewerten sie bislang unbekannte Streitfälle – virtuellen Diebstahl, interaktive Gewalt, fehlerhafte Software? Antworten lassen sich in einer Auswahl beispielhafter Rechtsfälle der letzten zehn Jahre finden.

Spiele vor Gericht :

Die Ultima-Online-Klage

Manchmal rechnen Hersteller selbst nicht mit dem Erfolg eines Spiels. Ultima Online war so ein Fall – rund 30.000 Spieler erhoffte sich Origin in den internen Planungen für sein Online-Rollenspiel. Doch schon zum Betatest meldeten sich 50.000 Menschen an, und nach dem Verkaufsstart im September 1997 verkauften sich innerhalb von drei Monaten 60.000 Exemplare. Anfang 1998 spielten weltweit 100.000 Spieler Ultima Online. Der Erfolg hatte Nebenwirkungen: Origin war auf den Massenansturm nicht vorbereitet. Die Server ächzten unter der Last von bis zu 30.000 Spielern gleichzeitig, die die Online-Welt Britannia überliefen, immer wieder brachen die Rechner komplett zusammen. Britannia war unerreichbar. Selbst wenn die Welt lief, bremsten schwere Lags – Verzögerungen zwischen Ein- und Ausgabe – den Spielspaß aus. Dazu kamen Programmfehler, die es an einigen Stellen unmöglich machten, weiterzukommen.

Spiele vor Gericht : Ultima Online lief in den ersten Monaten nur schleppend und sporadisch. Ultima Online lief in den ersten Monaten nur schleppend und sporadisch. Am 3. März 1998 erreichte die Enttäuschung einiger frustrierter Nutzer den Siedepunkt; die genervten Kunden beschlossen, vor Gericht zu ziehen. Fünf Ankläger warfen dem amerikanischen Spiele-Entwickler Origin vor, auf der Verpackung von Ultima Online falsche Versprechen zu geben. »Rund um die Uhr« sei das Online-Rollenspiel erreichbar, schreibt Origin auf der Box, spielen könne man es »in Echtzeit«. Beides unwahr, schäumten die Kläger angesichts von Server-Auszeiten und Lags. Darüber hinaus verschwieg die Packung, dass das Spiel eine monatliche Gebühr von zehn US-Dollar erforderte und eine Kreditkarte voraussetzte; zu allem Überfluss seien auch noch die angegebenen Hardware-Voraussetzungen zu niedrig angesetzt. Die Anklage lautet auf Betrug.

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Avatar Sempai02
Sempai02
#1 | 21. Dez 2008, 15:19
Viele skurrile Sachen. Aber damit mussten sich ja schon vor knapp 300 Jahren Bücher von u.a. Goethe herumschlagen (angebliche Verderbung der damaligen Jugend)^^.
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Avatar No1-Obaruler
No1-Obaruler
#2 | 21. Dez 2008, 15:34
Mal ne Frage: Warum packt ihr in letzter Zeit verstärkt Artikel aus dem Heft auf die Website ?!

Das bringt nur einige Leute dazu, die Gamestar nicht mehr zu kaufen, weil man die Artikel hier ja eh später gratis nachgeworfen bekommt !
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Avatar Das Sensentier
Das Sensentier
#3 | 21. Dez 2008, 15:35
Hach ja, Jack Thompson. Wie werde ich ihn vermissen. :D
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Avatar MotU
MotU
#4 | 21. Dez 2008, 15:46
Oh Mann, was soll das denn bitte?
Stellt doch gleich das ganze Heft online!

Ich finde das sowas von unfair! Und hört mir auf mit Konkurrenz und solchem Kram! Ihr kümmert euch ja ganz toll um eure Online-Leser und was ist dann mit uns, den Heftkäufern?!
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Avatar Capo
Capo
#5 | 21. Dez 2008, 15:50
Der Artikel ist aus dem letzten Heft, das neue bereits für Abonnentenda. Was wollt ihr denn?
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Avatar Kotfur
Kotfur
#6 | 21. Dez 2008, 16:05
Wenn euch das nicht passt, protestiert und kauft das Heft doch nicht mehr.
Die Leute von Gamestar bekommen Aufgaben und Ziele vom IDG Entertainment, die sie dann auch erledigen müssen.
Sie haben ja ein Konzept, wie sie die Ziele erreichen wollen und sobald sie feststellen, dass es mit dem Konzept aber nicht gut läuft sind sie gezwungene s zu ändern. Außerdem ist die Website mit vielen Informationen und Tests Anlaufstelle für potentielle Kunden, die sich für die Produkte oder Dienstleistungen im Werbebanner interessieren.
Sie verdienen ihr Geld ja nicht nur die Abonnenten.
Natürlich ist das nicht eine "faire" Sache, weil sich ja auch nicht jeder für die Werbung interessiert, aber was ist denn heute schon noch fair?
Also, wer mit dieser Lage unzufrieden ist, sollte auch was tun und nicht immer nur meckern, dass bringt euch nicht weiter.
Ihr könntet stattdessen der GameStar Alternativen vorschlagen oder sonst was.
Leute, die immer nur unzufrieden und kontraproduktiv sind, würden mich auch weniger interessieren, als die, die auch Ratschläge geben.
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Avatar MotU
MotU
#7 | 21. Dez 2008, 16:18
@Kotfur: Dass die Artikel auf der Webiste gekürzte werden sollten, habe ich schon öfters vorgeschlagen...aber ich weiß, egal was ich jetzt schreiben werde, es kommt immer einer, der's besser weiß...-.-
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Avatar tomy2001
tomy2001
#8 | 21. Dez 2008, 16:40
gamestar wird nur überleben können wenn sie eine profitable website haben. gerade im bereich der spielemedien geht alles richtung internet.
in amerika erscheint ab januar z.b. das große pcmag nicht mehr und wird nur noch online betrieben.
das ist der grund warum gamestar und andere medien verstärkt auf das internet setzen müssen.....es ist ihre einzige möglichkeit zu überleben.

wobei natürlich immer ein (kleiner) markt für prinmagazine bestehen bleiben wird.
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Avatar Kotfur
Kotfur
#9 | 21. Dez 2008, 16:41
Na, da komm ich doch mal gleich und muss dich fragen, was es der GameStar bringt, wenn sie ihre Artikel kürzen und die Konkurrenz sie ungekürzt hat.
Na klar werden dann Kunden verärgert sein, wenn sie für fast gleiche Informationen bezahlen müssen, aber man kann es nicht allen recht machen.
Würde jede Spielezeitschrift dasselbe tun, wäre es kein Problem, aber das tut sie nicht. Die GameStar viel auch erfolgreich sein und möglichst viel Gewinn erzielen und das geht nur, wenn sie mindestens genauso viel bieten wie die Konkurrenz.
Das geht mit einer Kürzung aber nicht und darüber bin ich ehrlich gesagt auch froh. Man sollte sich mal ausmalen, wie das wäre, wenn z.B. PCGames und GameStar gemeinse Sache machen und Kartelle abschliessen würden, genauso wie bei den Betreibern der Tankstellen...
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Avatar Tezcatlipoca
Tezcatlipoca
#10 | 21. Dez 2008, 17:23
Ein wirklich schöner Artikel, vor allem die vielen unterschiedlichen Beispiele haben mir gut gefallen.

Wieviele der Heftartikel werden denn im Schnitt hier veröffentlicht? 20%, 30%?
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