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Report: Microsofts PC-Strategie | Seite 2

Abrechnung mit Games for Windows LIVE

Saint Peter

PC-Spielern zeigt Microsoft seit einigen Jahren die kalte Schulter. Veröffentlichte zum Beispiel das hauseigene Entwicklerstudio Microsoft Game Studios von 2000 bis 2005 noch hochklassige PC-Titel wie Mechwarrior 4 (2001), Age of Mythology (2002), Dungeon Siege (2002), Rise of Nations (2002) oder Age of Empires 3 (2005), so kam seit Veröffentlichung der Xbox 360 im Jahr 2005 kaum noch Nennenswertes für den PC aus dem Hause Microsoft.

Im Gegenteil: Die teils um Jahre verspäteten, technisch miesen Umsetzungen von Halo 2, Viva Piñata oder Shadowrun brachten Microsoft Spott und Verärgerung ein. Im Februar 2006 wurde die Kritik so laut, dass sich Peter Moore, der damalige Chef des Xbox- Teams, auf einem Spiele-Kongress zu einem öffentlichen Kotau hinreißen ließ: »Ich möchte mich dafür entschuldigen, dass wir der wichtigsten Spieleplattform unserer Firma zu wenig Aufmerksamkeit schenken – dem PC. Mea culpa, wir waren beschäftigt [mit dem Launch der Xbox 360, Anm. d. R.].« Moore beließ es nicht bei einer einfachen Entschuldigung, er hatte auch passende Zukunftspläne im Gepäck. So wie die Xbox sei auch Windows eine Spieleplattform und werde von Microsoft in Zukunft die nötige Aufmerksamkeit bekommen. Der Grundstein sei ein Programm namens Games for Windows.

Games for Windows

Games for Windows (GfW) sollte für PC-Spiele ein Qualitätsmerkmal garantieren, an dem es bislang oft mangelte: Zuverlässigkeit. Sämtliche Titel mit dem Markenzeichen »Games for Windows«, so der Plan, sollten von Microsoft auf Kompatibilität geprüft werden und mussten bei Installation und Deinstallation speziellen Ansprüchen genügen.

Microsofts PC-Strategie : Games for Windows sollte die PC-Hersteller einen. Games for Windows sollte die PC-Hersteller einen. Zudem sollte jedes Spiel auf allen aktuellen Windows-Plattformen reibungslos funktionieren, egal ob 32- oder 64-Bit-Version. Ebenfalls Pflicht sei es, den Xbox-360-Controller, den Spiele-Explorer sowie die Jugendschutz-Einrichtungen von Vista und Windows 7 zu unterstützen. Begleitet wurde diese Microsoft-Qualitätsoffensive von enormem Presserummel. Anfang 2007 dann der nächste Schlag: Games for Windows Live sollte die Community- und Multiplayer-Funktionen der Xbox 360 auf den PC bringen. Zudem sollte zusammenwachsen, was bislang nicht zusammengehörte: Xbox- und PC-Spieler treten in Spielen gegeneinander an. Shadowrun hatte das zweifelhafte Vergnügen, der erste plattformübergreifende Titel zu sein. Er war zugleich auch einer der letzten – Steuerung, Grafik und Spielmechanik fanden wenig Anklang. Zumal Microsoft für das grenzenlose Spielen Geld forderte, denn ohne kostenpflichtige Live-Mitgliedschaft funktionierten Multiplayer-Partien nur von PC zu PC. Während Konsolenspieler zwangsläufig mit dem Bezahlmodell leben müssen, weigerte sich die PC-Gemeinschaft nahezu kollektiv, für bislang selbstverständliche Spielelemente in die Tasche zu greifen.

Microsofts PC-Strategie : GfW gegen XBL GfW gegen XBL

Wunsch ...

Die Ideen hinter Games for Windows Live waren prinzipiell gut durchdacht und leuchten auch heute noch ein. Ob Spieler nun auf der Xbox oder dem PC spielen, stets haben sie einen eindeutig zu identifizierenden Namen, eine einheitliche Freundesliste und ein Punktekonto für den sogenannten Gamerscore.

Microsofts PC-Strategie : Erst 2007 sollten PC-Spieler in Halo 2 zu den Waffen greifen. Erst 2007 sollten PC-Spieler in Halo 2 zu den Waffen greifen. Zudem sollte der von Peter Moore bereits 2006 prognostizierte Boom von herunterladbaren Zusatzinhalten und ganzen Spielen über Games for Windows den Weg auf den PC finden. Mit dem Spiele-Explorer von Windows Vista und dem eigenständigen Games for Windows Live-Programm bot Microsoft allen PC-Spielern endlich einen zentralen Anlaufpunkt. Eine Integration der GfW-Software in den Spiele-Explorer wäre der nächste logische Schritt, zusammen mit den Community Features wie Gamerscore, Sprach-Chat und Mechanismen zum Patchen von Spielen, Herunterladen von Demos oder Trailern bis hin zum Kauf von vollwertigen Titeln. Alles, was auf der Xbox 360 seit Jahren Standard ist.

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Avatar H5N1
H5N1
#1 | 07. Feb 2010, 11:08
Sehr schöner Bericht Weins!
Du triffst es genau auf den Punkt, vorallem ist es echt Schade das Microsoft sich von dem eigentlichen Ursprung zurück zieht. Als ich mir eben die GFW Website angesehen habe (Deutsch) war ich echt Sprachlos, die liegt ja echt Meilenweit zurück.

Super Bericht, trifft es genau!

LG
Die Vogelgrippe :D
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Avatar IceBear2k
IceBear2k
#2 | 07. Feb 2010, 11:13
Zum Thema DirectX und OpenGL:
http://blog.wolfire.com/2010/01/Why-you-sh ould-use-OpenGL-and-not-DirectX

Auch hier: reine Marketing-Strategien mit wenig dahinter.
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Avatar squieky
squieky
#3 | 07. Feb 2010, 11:18
Die kalkulieren eh total falsch und machen ständig Fehler.
Dadurch werden die Leute regelrecht zur Konkurenz, d.h. PS3 getrieben.

1) Überteuerte download games auf den MS Platformen, selbst von Klassikern. Man kann für das Geld Kisten voller Spiele auf Ebay kaufen. Und dann kostet der Onlinedienst auch noch extra.
Folge: DLCs und Codes die in der Packung liegen und nur 1x nutzbar sind. Damit werden genau diese Ebay games entwertet.

2) Überteuerte MS Punkte. 60 Euro kostet es online bei MS. Beim Chinesen etwa die Hälfte (ebay). Wie kann das sein dass der Chinese mit so einem Preis Gewinne macht? Werden wir ausgenommen? Ja!

3) Es gibt massig Bannwellen wo Raubkopierer / Konsolenmodder (Millionenweise!) vom Onlinedienst ausgeschlossen werden. Das Resultat ist eine gecrackte Xbox und eine PS3 fürs online Zocken, während die Spielerzahl bei Xbox Live abnimmt und somit auch legale Spieler leiden. Alles nur wegen der ANNAHME!! dass ein geflashtes Laufwerk auch für Raubkopien genutzt wird. Der Gedanke dahinter: Verkäufe von Extrakonsolen durch Bans - tja, jetzt nicht mehr wo die PS3 ähnlich viel kostet. Damit kann man machen was man will, das Ding ist nicht geknackt und man kann nicht sinnlos beschuldigt werden !

4) Durch MS Vorschriften für Xbox Live & Co. ist das Angebot SEHR übersichtlich und einheitlich geworden. So eine Vielfalt wie zu PS2 Zeiten sucht man vergeblich.

5) Tools wie Steam und GFWL bringen massive Nachteile mit sich. Ich kann mir bei keinem UK/US Versionen importieren weil die mir den günstigeren Preis nicht gönnen. Da wird die Börse mit Füßen getreten. Auch die Zensierung wird gefördert, siehe Alien vs. Predator Debakel.

6) Xbox1 Onlinedienste werden bald eingestellt.

Wenn ich mir das alles ansehe dann wirkt Sony mit ihrer PS3 wie ein Engel. Vor allem die unnötigen Kosten für Onlinezocks - das sind 1-2 Spiele pro Jahr gratis die man von Sony bekommt.

Fazit:
Man braucht sich nur überlegen weshalb diese Dienste wie Pilze wachsen. Profit für das Unternehmen ist die Schlussfolgerung. Daraus ergeben sich auch Mehrkosten für die User. Wer sowas unterstützt ist einfach dämlich oder hat keine Ahnung. Man handelt regelrecht gegen seine eigenen Interessen.
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Avatar pti4ka
pti4ka
#4 | 07. Feb 2010, 11:20
Lol wenn Pc vernachlässigt wird dann hol ich mir ne Konsole und bestimmt nicht XBox
da meine Favoriten auf der Playstation sind.

Und ihr seht nix mehr von meinem Geld!
Keine Software, Keine Hardware, Keine PC-Spiele!

Und schön den japanischen Markt stärken!

Da für PC kaum etwas gescheites kommt und in Deutschland schon garnicht wegen der USK
und wenn dan nwas kommt dann ärget man sich wiederrum!

Denke jedoch soweit kommt es nicht da viele es genau so sehen und die Hardware-Firmen damit bestimmt net einverstanden sind ~~ aber ka wie das bei denen funktioniert ...

ich werde im Endeffekt nur Vorteile haben wenn ich mich an die Konsole gewöhnt hab
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Avatar w-man
w-man
#5 | 07. Feb 2010, 11:20
Mein größtes Problem mit GfWL ist die unglaublich schlechte technische Umsetzung. Allein mit dem Ingame-Client von GfWL ins Netz zu kommen ist schon nichttrivial. Dann kommt dazu noch diese blöde Eigenart, dass der GfWL ingame-Client nur mit EINER erbindung funktioniert, und zwar die, die beim ersten-einloggen beim jeweiligen Spiel genutzt wurde. Das ist für Laptop-user mal ganz toll. Und dann kommt da noch die Sache mit der Lokalisation (siehe Fallout3-DLCs).
Da ist es kein Wunder, dass ich jedes mal die Krise krieg, wenn schon wieder ein Spiel auf GfWL setzt.
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Avatar Zsinj
Zsinj
#6 | 07. Feb 2010, 11:32
Dem kann ich mich nur anschließen.

Der PC hat noch viel potential, man muss es nur nutzen. MS hat(te) viele gute Spielserien. Aber auf ein neues Mechwarrior oder AOE wartet man seit langem vergeblich.

GfW zeichnet sich bisher nur durch anhaltende überflüssigbarkeit (was für ein Wort) aus.

Offensichtlich ist die XBox eine zu gute Melkkuh und die Konsolenspieler lassen es eben mit sich machen. Hier wird nicht am verkauf der Konsole sondern vor allem beim verkauf der zugehörigen Spiele sowie sonstige Zusatzangebote verdient. Zudem kann man für alles Geld verlangen was mal selbstverständlich kostenfrei war den der Hersteller kann vorschreiben was es gibt.
PC Spieler kennen sowas auch, DRM. Nur während das auf der Konsole nicht wirklich auffällt (Keine tief ins System eingreifenden Schutzsysteme, keine Anmeldung bei mehreren Diensten, keine Aktivierung, ... ) Darf sich der ehrliche PC Spieler damit herumärgern.

Die Folge sind mehr Kopien was viele Hersteller zu den Konsolen treibt und MS so noch mehr Geld bringt. Das auch auf Konsolen massenweise kopiert wird scheint man zu verdrängen.

So ist die Konsole für MS eine gigantische Goldgrube und bietet für die Hersteller eine vermeintlich sichere Plattform.

Sorry, bin noch etwas abgeschweift ;)

MfG.
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Avatar Hannibal Barkas
Hannibal Barkas
#7 | 07. Feb 2010, 11:49
Games for Windows Live ist eine einzige Katastrophe. Ich wünsche mir keine technischen Verbesserungen für dieses Programm, ich wünsche mir das es nie wieder zwingend für ein Spiel benötigt wird. Bei Batman Arkham Asylum hat mir dieses Programm den Savegame beim Wechsel von offline- auf online-Profil gekillt, bei DiRT 2 führt Live ab und zu zum Absturz. Für mich ist das nur weiterer DRM-Mist, auf den ich problemlos verzichten kann.

Games for Windows an sich ist ja keine schlechte Idee. Die Kompatibilität zu Windows und gängiger Hardware zu testen ist schließlich nicht verkehrt. Nur müsste man genau das dann eben auch einfach mal machen und den Spieleentwicklern im Zweifelsfall auf die Finger klopfen. Gerade in Sachen Mehrkern-CPU-Unterstützung leben die Spieleentwickler teilweise noch hinter dem Mond.

Ich empfinde die Politik verschiedener Firmen gegenüber PC-Spielern als feindlich. Sei es nun Microsofts mangelndes Interesse für den PC oder auch zum Beispiel Ubisoft mit seinen neuen DRM-Ideen. An vielen Stellen nimmt es einfach überhand. Leider kommt eine Konsole für mich dennoch nicht in Frage, da die meisten meiner Spiele PC-only Titel sind.
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Avatar squieky
squieky
#8 | 07. Feb 2010, 11:52
Zitat von Zsinj:


Die Folge sind mehr Kopien was viele Hersteller zu den Konsolen treibt und MS so noch mehr Geld bringt. Das auch auf Konsolen massenweise kopiert wird scheint man zu verdrängen.

So ist die Konsole für MS eine gigantische Goldgrube und bietet für die Hersteller eine vermeintlich sichere Plattform.

Sorry, bin noch etwas abgeschweift ;)

MfG.


Naja...

1) Eine Xbox360 ist schnell geflasht. Im gegensatz zum PC kann man damit sogar mit Raubkopien uneingeschränkt online zocken. Es gibt halt keine Keys.
Der einzige Grund weshalb Konsolen jetzt so dominieren ist die Ausschlachtung des PC-Sektors durch EA und Co.
Die Leute wollten den Dreck nicht und haben zur Konsole gegriffen, so auch ich.
Aber wenn jetzt auf einmal der selbe Scheiss durch die selben Leute auf Konsole abgezogen wird, dann goodbye.

2) Windows ist immer noch der dominierende Verkaufsbereich. Aber wenn bald eh alles auf Konsole abläuft, dann brauch ich mir auch kein Windows mehr kaufen.

Die müssten mal MS dazu zwingen DirectX freizugeben. Dann wird jeder sehn wie schnell MS tolle PC games machen kann um die Kunden bei Windows zu halten.
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Avatar gspa
gspa
#9 | 07. Feb 2010, 11:59
Naja, die Sache ist ganz einfach: Auf 360 kann M$ bestimmen, welche Games erscheinen (und damit die Hersteller zu XBL zwingen), während auf dem PC jeder veröffentlichen kann, was er will.

Aber ich hab grade ne grausame Vorstellung: Wenn M$ sein GFWL wieder ausgräbt und sich mit Valve verbündet und dann GFWL und Steam zusammengelegt werden. Aaaaah!
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Avatar Rycox
Rycox
#10 | 07. Feb 2010, 12:02
Als ich die deutsche GfW seite gesehen hab, mit den momentanen "Topspielen"
musste ich echt lachen^^
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