Batman: Arkham Knight : Dunkle Wolken ziehen über Batman: Arkham Knight auf, und das nicht nur wegen der auf dem PC fehlenden Regen-Effekte. Dunkle Wolken ziehen über Batman: Arkham Knight auf, und das nicht nur wegen der auf dem PC fehlenden Regen-Effekte.

Es wäre eine große Untertreibung, den Verkaufsstopp der Steam-Version von Batman: Arkham Knight nicht als Paukenschlag zu bezeichnen. Einen solchen Fall gab es bei einem so großen Titel bislang noch nie, und dieser Schritt von Warner Bros. macht mehr als deutlich, wie groß die technischen Probleme der PC-Version sind. Zu starken fps-Einbrüchen und Abstürzen gesellen sich fehlende Grafik-Effekte wie Ambient Occlusion und Regen-Shader, insgesamt macht es deshalb momentan keinen Sinn, einen unserer gewohnten Technik-Checks mit Performance-Tabelle durchzuführen.

Zum Thema » Verkaufsstopp PC-Version zurückgezogen » Fledermaus zweiter Klasse Kolumne zur PC-Frechheit » Technik-Check zu den PC-Problemen Batman: Arkham Knight Batman: Arkham Knight ab 9,05 € bei Amazon.de Batman: Arkham Knight für 11,99 € bei GamesPlanet.com Diese Entwicklung war allerdings nicht direkt abzusehen, deshalb hatten wir bereits am Release-Tag (23.6.) damit begonnen, Benchmarks in dem Spiel auf unterschiedlicher Hardware durchzuführen. In Anbetracht der aktuellen Situation erstellen wir daraus jetzt aber eben keine unserer klassischen Technik-Tabellen, sondern nutzen die gesammelten Daten dazu, die Probleme der PC-Version von Batman: Arkham Knight in diesem Artikel genauer unter die Lupe zu nehmen.

Für diesen Zweck analysieren wir nicht nur die durchschnittlichen Bilder pro Sekunde, sondern auch die minimalen fps, den Verlauf und die Streuung der Frametimes (also der Zeit, die es jeweils dauert, ein Einzelbild zu berechnen), außerdem vergleichen wir die Performance beim Spielen mit und ohne dem standardmäßig eingestellten 30-fps-Lock sowie von einer SSD und einer HDD.

Soviel sei schon jetzt gesagt: Unsere Testergebnisse spiegeln die vielen negativen Bewertungen der Spielergemeinde in weiten Teilen wider, außerdem machen sie deutlich, dass AMD-Grafikkarten klar im Nachteile gegenüber Geforce-Modellen von Nvidia sind.

Testbedingungen

Die folgenden Benchmarks haben wir alle mit einem Core i5 4690K und 16,0 GByte Arbeitsspeicher durchgeführt. Sowohl Windows 8.1 als auch Steam und Batman: Arkham Knight sind auf einer SATA3-SSD installiert (Tests mit einer herkömmlichen HDD haben wir ebenfalls gemacht). Wir nutzen dabei jeweils die aktuellen Treiber von Nvidia und AMD, die bereits für das Spiel optimiert sein sollen. Mit älteren Treiberversionen fallen die Probleme grade bei AMD-Grafikkarten noch spürbar stärker aus.

Batman: Arkham Knight : Ein typisches Problem der PC-Version: nicht korrekt geladene Texturen, hier vor allem rechts von der Spielfigur zu sehen.

Texturprobleme #1
Ein typisches Problem der PC-Version: nicht korrekt geladene Texturen, hier vor allem rechts von der Spielfigur zu sehen.

Als Testsequenz verwenden wir bewusst nicht die im Hauptmenü zu findende »PC-Leistungsüberprüfung«, weil sie mit der Performance des eigentlichen Spiel relativ wenig zu tun hat. So erreichen wir mit einem FX 6300 und einer Radeon HD 7950 von AMD in der Leistungsüberprüfung flüssige 45 Bilder pro Sekunde, das Spiel selbst ist dann aber wegen ständiger und massiver fps-Einbrüche praktisch unspielbar. Statt des integrierten Benchmarks verwenden wir eine eigene Testsequenz, die über den Dächern der Stadt beginnt, mit einem flotten Spaziergang durch die Straßen der Stadt weitergeht und mit einer mehr oder weniger rasanten Fahrt im Batmobil endet.

Insgesamt kommen dabei acht Grafikkarten verschiedener Leistungsklassen zum Einsatz, vier von AMD und vier von Nvidia. Die Auflösung beträgt stets 1920x1080 Pixel und in den Grafikeinstellungen stehen alle Optionen auf dem Maximum. Nur die Nvidia-exklusiven Gameworks-Effekte haben wir deaktiviert, um eine möglichst hohe Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

Durchschnittliche fps

Batman: Arkham Knight fps im Durchschnitt
1920x1080, fps-Lock aus
Geforce GTX 980 4.096 MByte
62,2
Geforce GTX 960 4.096 MByte
53,2
Radeon R9 390X 8.192 MByte
52,9
Radeon R9 290X 4.096 MByte
51,2
Geforce GTX 960 2.048 MByte
48,3
Radeon R9 280X 3.072 MByte
47,1
Radeon R9 270X 2.048 MByte
38,5
Geforce GTX 760 2.048 MByte
34,6
0
14
28
42
56
70
Gemessen in fps. Je höher, desto schneller. Unter 30 fps ruckelt es.

Wir beginnen mit dem wohl klassischsten aller Benchmark-Werte, den durchschnittlichen Bildern pro Sekunde (die wir mit per ini-Datei deaktiviertem fps-Lock ermittelt haben). Auf den ersten Blick sehen die Ergebnisse gar nicht mal so alarmierend aus, schließlich erreichen alle Grafikkarten mehr als 30 Bilder pro Sekunde. Gerade in Third-Person-Spielen wie Arkham Knight wir das von vielen Spielern als ausreichend flüssig empfunden. Dabei muss man allerdings bedenken, dass sich kurzzeitige Einbrüche der Bildrate im durchschnittlichen fps-Wert nur bedingt widerspiegeln, weshalb wir uns gleich noch mit den minimalen fps und den Frametimes beschäftigen.

Bei genauerem Hinsehen wird außerdem schnell klar, dass die Leistungsverhältnisse zwischen den Grafikkarten teils nicht dem entsprechen, was wir aus anderen Spielen gewohnt sind. Davon sind besonders die teureren AMD-Grafikkarten wie die R9 290X und die R9 390X stark betroffen: In unserem letzten Performance Rating aus dem Test von AMDs neuer R9 Fury X auf einem vergleichbaren Testsystem liegen sie zwischen 60 und 75 Prozent vor der GTX 960 mit 2,0 GByte VRAM, bei Batman beträgt der Vorsprung dagegen nur magere 6 bis 11 Prozent. Die GTX 960 mit 4,0 GByte VRAM liegt sogar vor den beiden Radeon-Modellen, was auch deutlich macht, wie speicherhungrig das Spiel in seinem aktuellen Zustand ist.

Die Verhältnisse zwischen den Nvidia-Grafikkarten entsprechen allerdings auch nicht immer unseren Ergebnissen in anderen Spielen. So kann sich die GTX 980 bei dem besagten Performance-Rating aus dem Fury X-Test einen Vorsprung von etwa 80 Prozent gegenüber der GTX 960 mit 2,0 GByte verschaffen, in Arkham Knight sind es nur deutlich niedrigere 30 Prozent. Das spricht dafür, dass die schnellen Grafikkarten entweder durch den (sehr flotten) Core i5 4690K oder aber durch andere Faktoren wie den Zugriff auf die lokal gespeicherten Dateien ausgebremst werden – all das ist in Anbetracht der soliden, aber nicht überragenden Optik des Spiels, der eigentlich sehr genügsamen Unreal Engine 3 und der nicht grade ausufernden Zahl von NPCs in der Stadt nicht wirklich nachvollziehbar.

Minimale fps

Batman: Arkham Knight Minimale fps
1920x1080, fps-Lock an
1920x1080, fps-Lock aus
Geforce GTX 980 4.096 MByte
28
39
Geforce GTX 960 4.096 MByte
28
36
Radeon R9 390X 8.192 MByte
25
17
Radeon R9 290X 4.096 MByte
23
15
Geforce GTX 760 2.048 MByte
21
22
Radeon R9 280X 3.072 MByte
20
5
Geforce GTX 960 2.048 MByte
16
27
Radeon R9 270X 2.048 MByte
16
4
0
8,0
16,0
24,0
32,0
40
Gemessen in fps. Je höher, desto schneller. Unter 30 fps ruckelt es.

Der Blick auf die minimalen fps lässt die Probleme mit der PC-Version von Arkham Knight bereits deutlich besser erahnen als die durchschnittlichen fps. In den meisten Fällen liegen die minimalen fps klar unter 30 Bildern pro Sekunde, was die häufigen Performance-Einbrüche grade mit etwas langsameren Grafikkarten verdeutlicht.

Sehr interessant ist auch der Vergleich der minimalen fps bei aktiviertem und deaktiviertem fps-Lock. Die Entwickler selbst raten in einer Steam-News klar davon ab, Änderungen an der ini-Datei vorzunehmen, unseren Erfahrungen nach tun sie das (hauptsächlich im Falle von AMD-Grafikkarten) sogar zu Recht. Während die minimalen fps bei den Modellen von Nvidia nach Deaktivieren des fps-Locks leicht steigen, ist es im Falle von AMD-Karten genau anderes herum. Diese Messergebnisse bestätigen sich auch beim eigentlichen Spielgefühl, mit Radeon-Modellen kommt es ohne fps-Lock deutlich häufiger zu störenden Einbrüchen der Bilder pro Sekunde.