Multiplayer-Modi gehören mittlerweile zum guten Ton eines Action-Spiels im Triple-A-Segment - und auch Mass Effect: Andromeda bildet da keine Ausnahme. Neben der riesigen Solo-Kampagne samt Open World und umfangreichem Quest-Log verfügt das Action-Rollenspiel bei Launch über einen Mehrspieler-Part, der laut EA weit mehr sein soll als eine nette Dreingabe, um den obligatorischen Echtgeld-Shop prominent zu platzieren.

Deshalb wollen wir in diesem Artikel die relevantesten Fragen klären: Was der Multiplayer von Mass Effect 4 im Detail bietet, worauf sich Käufer einstellen können und wie das alles mit dem Singleplayer zusammenhängt.

Am Ende wissen Sie hoffentlich, ob Sie mit dem gebotenen Mehrspieler was anfangen können - und ob Sie überhaupt der richtige Typ dafür sind. Denn PvP-Fans sollten sich Andromeda definitiv nicht für seinen Multiplayer zulegen.

Mass Effect Multiplayer: Was steckt in Andromeda?

Der Multiplayer von Mass Effect: Andromeda ist ein reiner PvE-Modus, das heißt wir treten ausschließlich gegen KI-Feinde an, gemeinsam im Koop mit bis zu drei Mitspielern. Wer zu der (sicherlich überschaubaren) Gruppe gehört, die den Multiplayer von Dragon Age: Inquisition gespielt haben, für den können wir den Erklärungsprozess abkürzen: Im Prinzip erwartet einen ein ganz ähnliches Angebot.

Der Spieler wählt aus einer Anzahl von Heldenklassen aus (im Release-Umfang sind 25 sogenannte Character Kits enthalten) und zieht mit dem gewählten Favoriten in die Schlacht. Die Kits unterscheiden sich in ihren Fertigkeiten - eines eignet sich besonders für den Nahkampf, ein anderes spezialisiert sich auf Tech-Fähigkeiten oder Fernkampf-Manöver.

Der Kampf gegen die KI fächert sich in mehrere Missionstypen auf, die aber keinen Innovationspreis gewinnen dürften. Mal muss man im klassischen Horde-Modus Feindwellen abwehren, mal eine Drohne eskortieren oder einen bestimmten Punkt erreichen. Gut, solange die Spielmechanik genügend Tiefgang bietet, mag das ja ausreichen (in Gears of War 4 erfreut sich der Horde-Modus schließlich großer Beliebtheit).

Mass Effect Multiplayer: Wie spielt er sich?

Im Prinzip spielen sich die Multiplayer-Gefechte wie die aus der Kampagne, nur eben mit Kollegen. Das heißt, die Gegnerstärke dürfte etwas heftiger ausfallen, dafür profitieren wir von den Vorteilen einer cleveren Arbeitsteilung. Ein Teammitglied übernimmt den Support, eines setzt auf Schadensmaximierung und so weiter.

Die Schießereien laufen in gewohnter Echtzeit ab - wer nicht direkt sterben will, nutzt das Deckungssystem und greift auf die Rollenspielfertigkeiten der Figuren zurück.

Über die einzelnen Matches hinaus sammeln wir Erfahrung, mit der wir die jeweiligen Kits hochleveln. Neue Level bringen neue Möglichkeiten der Spezialisierung - das Rollenspielsystem der Kampagne wird hier also aufgeteilt auf die verschiedenen spielbaren Helden. Apropos Freischaltungen.

Wie sieht's mit Unlockables, Boostern und freischaltbaren Waffen aus?

Auch hier entpuppt sich Mass Effect: Andromeda als Kind seiner Zeit. Es gibt diverse Freischaltsysteme, die über einzelne Matches hinaus motivieren sollen. Unter anderem lassen sich neue Waffen, Modifikationen und Booster erlangen - letztere regeln beispielsweise, ob die eigenen Geschosse zusätzlichen Eisschaden verursachen.

Oder wir boosten unsere Schildkapazität für eine Mission. Diese Consumables halten ähnlich wie die Exp-Boosts bei Rainbow Six: Siege oder For Honor nur über eine begrenzte Anzahl von Matches.

Allerdings lassen die ersten Gameplay-Trailer darauf schließen, dass wir es hier mit einem Zufallsfaktor zu tun bekommen: Viele Belohnungen lassen sich nur über Loot-Pakete bekommen, die wie bei Halo Wars 2, Battlefield 1 oder Overwatch Items mit verschiedenen Seltenheitswerten ausspucken. Sammelkarten-Systematik. Und da kommt der Echtgeld-Shop ins Spiel.

Wie funktioniert der Echtgeld-Shop?

Spielerische Erweiterungen lassen sich über Ingame-Währung erbeuten, oder für echtes Geld kaufen. Bisher weiß man noch nicht im Detail, wie das Belohnungssystem aussieht - allerdings bietet der Multiplayer von Mass Effect: Andromeda drei verschiedene Währungen: Sogenannte Mission Funds, Andromeda Points und MP Credits.

Andromeda Points sind die Währung, die man mit echtem Geld kaufen kann. Die verfügbaren Pakete starten bei drei bis fünf Euro und reichen hoch bis über 90 Euro. Ein Loot-Paket kostet umgerechnet 300 Andromeda-Punkte. Generell lässt sich über die Langzeitmotivation noch nicht viel sagen - doch zumindest die Anzahl an Karten kennen wir bereits.

Wie viele Karten bietet Mass Effect: Andromeda?

Zum Launch bietet Mass Effect: Andromeda fünf Multiplayer-Schauplätze:

  • Firebase Zero (ein Asteroid)

  • Firebase Derelict (auf einem verlassenen Kett-Schiff)

  • Firebase Magma (an einem Lavafluss)

  • Firebase Icebreaker (auf einem Eisplaneten)

  • Firebase Sandstorm (in der Wüste)

Darüber hinaus gibt es noch einige Szenarien, die mit dem Singleplayer verbunden sind.

Wie hängt der Multiplayer mit dem Singleplayer zusammen?

Innerhalb der Kampagne können wir als Ryder sogenannte Strike Team Missions in Auftrag geben, Spezialeinsätze, die unserem Team Belohnungen einbringen. Wer einfach nur solo spielen will, kann diese Einsätze einfach im Hintergrund von der KI-Routine erfüllen lassen - wir können uns aber auch entscheiden, sie im Multiplayer-Koop anzugehen.

Dafür erhält man logischerweise sowohl im Single- als auch im Multiplayer Belohnungen. Das eigentliche Missionsdesign fällt (gemessen an dem, was die Trailer bisher verraten) nicht weltbewegend innovativ aus. Mal muss man den Kollegen den Weg freiräumen, indem man alle Gegner aus dem Weg räumt oder einen bestimmten Punkt erreichen.

Trotzdem sind die Einsätze nett mit der Story der Kampagne verwoben und geben den Character Kits eine zusätzliche Spielwiese zum Austoben. Apropos zusätzliche Spielwiese: Auch mit DLCs darf man fest rechnen.

Künftige DLCs für Mass Effect: Andromeda

Aaryn Flynn von Bioware hat in einem Tweet bereits bestätigt, dass es DLC-Karten für den Multiplayer von Mass Effect 4 geben wird - und zwar komplett kostenlos. Mehr wissen wir darüber allerdings noch nicht.

Fazit: Für wen lohnt sich der Multiplayer?

Wir können zwar noch kein finales Urteil zum Multiplayer abgeben, aber jetzt bereits als Prognose vorwegschicken: Der Mehrspieler richtet sich vor allem an Solo-Enthusiasten, die eine Ergänzung zu ihrer Kampagnen-Erfahrung suchen und die Spielmechanik gerne mal mit Kumpels ausprobieren wollen.

Ohne PvP wird dem Modus zwar langfristig wahrscheinlich die Puste ausgehen, trotzdem könnte er sich dank der Anbindung an den Singleplayer als launiger und immersiver Bonus entpuppen. Ein umfangreicheres Fazit finden Sie beizeiten in unserem Test.