Nicht einmal zwei Monate ist es her, da begeisterte die Gamescom-Präsentation zu Star Citizen Spieler und Kritiker. Sie zeigte die prozedural generierten Planeten und eine umfangreiche Mission mit vielen kleinen und großen Überraschungen in Aktion. Doch schon beim Fan-Event am Rande der Gamescom versprach Roberts, dass uns auf der CitizenCon noch viel eindrucksvollere Dinge erwarten würden. Und endlich wollte er auch mehr zur Einzelspielerkampagne Squadron 42 zeigen.

In der Nacht zum Montag war es nun endlich soweit: Die jährliche Convention zum wohl ambitioniertesten Spieleprojekt unserer Zeit fand statt und Chris Roberts trat erneut auf die Bühne, um die jüngsten Fortschritte von Star Citizen zu zeigen. Doch die selbst geschürten, extrem hohen Erwartungen an die Show wurden dem Spiel dieses Mal zum Fallstrick.

Hinweis: Derzeit liegen uns noch keine aktuellen Screenshots der Demo vor und auch die Videos sind noch nicht am Start. Wir fügen die neuen Bilder und die Videos natürlich ein, sobald sie vorliegen.

Kein Squadron 42

Fast eine Stunde nach Beginn der Show in Los Angeles lässt Chris Roberts die Bombe platzen: Es wird an diesem Abend keine Präsentation zu Squadron 42 geben. Die Enttäuschung der Fans vor Ort ist geradezu hörbar, sollte der Singleplayer-Modus doch das absolute Highlight des Events werden. Eine ganze Mission stand auf dem Präsentationsprogramm, zusätzlich zu einer weiteren Demo der prozeduralen Planetentechnik. Doch dazu kommt es nicht. Stattdessen wird die Verschiebung der ersten Episode von Squadron 42 ins Jahr 2017 zur Gewissheit. Das hatte sich zwar schon angedeutet, aber die neuen Informationen machen klar, dass das Ausmaß der Verzögerung erheblich sein wird.

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Episode Eins von Squadron 42 wird 28 Kapitel umfassen und über 60 Missionen beinhalten. Alle Kapitel sind derzeit in ihrer Greybox-Phase (das heißt, die Details und Proportionen sind fertig, es fehlen aber noch Texturen und Effekte) oder weiter. Ein Kapitel bekommt aktuell bereits den letzten Feinschliff. Und auch die grundlegende Technologie (hier insbesondere die KI, das Objekt-Container-Streaming und die Performance-Optimierung) ist zwar überwiegend, aber eben noch nicht vollständig fertiggestellt.

Star Citizen: Squadron 42
In Squadron 42 landen wir auf Stationen und Trägern. Planetenbasen werden nach neuesten Information auch enthalten sein.

Das lässt recht deutlich darauf schließen, dass die Unterstützer die Einzelspieler-Kampagne kaum vor Mitte 2017 in die Hände kriegen werden - eine herbe Enttäuschung. Roberts begründet das damit, dass er sich die Zeit nehmen will, um das Spiel so perfekt wie irgend möglich herauszubringen.

Wie weit sind sie wirklich?

Dass die Abwesenheit von Squadron 42 auf der CitizenCon so eine Enttäuschung ist, liegt freilich auch an den enorm hohen Fan-Erwartungen an Star Citizen. Die gehen teils über das realistisch machbare hinaus - nur haben die Entwickler sie mit vergangenen Präsentationen trotzdem weiter befeuert. Die prozedurale Planetentechnik, die eigentlich erst weit nach Veröffentlichung von Star Citizen geplant war, machte 2016 solche Fortschritte, dass eine Implementierung noch in diesem Jahr angekündigt wurde.

Das Gameplay, das wir auf der diesjährigen Gamescom zu sehen bekamen, heizte in Verbindung mit den Aussagen zu dem, was auf der CitizenCon zu erwarten sei, die Spekulationen über den Stand der Dinge extrem an. Viele Fans fragten sich: Sind die Entwickler bei Cloud Imperium Games vielleicht schon viel weiter, als es den Anschein hat? Erwartet uns ein echter Kracher auf dem Event?

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Aber die CitizenCon zeigte stattdessen, dass Cloud Imperium Games noch längst nicht soweit ist, wie es viele Fans gerne hätten. Der wirklich interessante Teil des Abends belief sich letzten Endes auf eine rund zwanzigminütige Präsentation der aktuellen Version prozeduraler Planetentechnik in einer teils gescripteten, teils live gespielten Demo, gefolgt von einer weiteren Demonstration der Technik innerhalb der Entwicklertools. Immerhin: Dort gab es doch viel eindrucksvolles zu sehen!