Ein Mann gewann 14 Mal im Lotto, ohne zu schummeln: Sein Trick war so einfach, dass er schließlich verboten wurde

Mit Glück haben die Millionengewinne von Stefan Mandel nichts zu tun. Sein Geheimnis ist nämlich simple Mathematik.

Stefan Mandel gewann in seinem Leben 14 Mal im Lotto. (Bildquellen: vectorfusionart - adobe.stock.com, Stefan MandelX) Stefan Mandel gewann in seinem Leben 14 Mal im Lotto. (Bildquellen: vectorfusionart - adobe.stock.com, Stefan Mandel/X)

Lotto ist reines Glück? Wenn es nach Stefan Mandel geht, um den sich dieser Artikel dreht, gilt die Aussage als widerlegt, denn er nutzte Mathematik, um den Jackpot im Laufe seines Lebens 14 Mal zu knacken.

Die Geschichte beginnt zwar in den 1960ern und findet ihren Höhepunkt in den 1990ern, wir finden sie allerdings deshalb so erzählenswert, weil einem Mann gelungen ist, was für unmöglich galt.

Um wen geht es in der Story? Protagonist ist Stefan Mandel, ein rumänischer Mathematiker und Ökonom. Wie meinMMO schreibt, fehlte es Mandel als junger Mann in Rumänien an Geld. Generell ging es dem Land unter kommunistischer Führung nicht gut; es herrschten Armut, Arbeitslosigkeit und Nahrungsmittelknappheit.

Gemäß The Hustle wandte sich Mandel allerdings nicht der Kriminalität zu, wie es viele andere taten. Er betrachtete sich selbst eher als Mathematiker und Philosoph. Deshalb suchte Mandel einen anderen Weg – über die Lotterie.

Rumänien: So ging Mandel vor

Mandel entwickelte ein System namens »Combinatorial Condensation«. Das basiert auf relativ simpler Wahrscheinlichkeitsrechnung und die sah so aus:

  • Bei 6 aus 49 Kugeln lag die Gewinnchance bei 1 zu 13.983.816. Wenn man 15 Zahlen auswählte (was den Kauf von 5.005 Spielen erforderte, eines für jede mögliche Kombination), stieg seine Gewinnchance auf 1 zu 2.794. 
  • Mandel behauptete, dass sein Algorithmus diese 5.005 Kombinationen auf nur 569 reduzieren konnte.
  • Wenn die 6 Gewinnzahlen unter seine 15 Tipps fielen, hätte er garantiert mindestens einen 2. Preis und Hunderte kleinerer Preise gewonnen. Darüber hinaus hätte er eine Chance von 1 zu 10, den Hauptpreis zu gewinnen.
  • Mandel tat sich mit vier Freunden zusammen, sie alle kauften jeder 228 Lose pro Ziehung.

Tatsächlich ging sein Plan auf und Mandel gewann 72.783 rumänische Leu. Das entspricht etwa 1.700 Euro oder heute inflationsbereinigt 14.360 Euro. Am Ende kam genug dabei herum, sodass Mandel Bestechungsgelder zahlen und aus Rumänien fliehen konnte.

Das war der Anfang seiner Lotterie-Karriere.

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Australien: Lotteriegewinne en masse

Nachdem Mandel vier Jahre lang durch Europa gereist war, landete er schließlich in Australien. Dort machte er eine Entdeckung.

Bei manchen Lotterien steigt der Jackpot auf einen Betrag an, der mehr als das Dreifache der Kosten für den Kauf jeder Kombination beträgt. Oder anders: Am Ende wirft jeder gekaufte Lottoschein mehr Geld ab.

Ein Rechenbeispiel: Zieht eine Lotterie 6 aus 40, ergibt das 3.838.380 mögliche Kombinationen. Könnte Mandel ein Los für einen AU-Dollar kaufen, bräuchte er also 3.838.380 AU-Dollar. 

Liegt der Jackpot bei 10 Millionen AU-Dollar, würde Mandel diesen bei der Einreichung jeder möglichen Kombination knacken und am Ende Profit machen.

So ging Mandel vor:

  • Lotterien finden, deren Jackpot mindestens dreimal so hoch ist wie die Kosten für Tickets mit jeder möglichen Kombination.
  • Investoren finden, sodass er auf 3.838.380 AU-Dollar kommt.
  • Mittels Algorithmus und Computer Millionen Lottoscheine in jeder möglichen Kombination ausdrucken (das ging damals noch).
  • Die Scheine bei einem autorisierten Händler einreichen und bezahlen.
  • Profit – nachdem Investoren und Steuern bezahlt wurden.

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In den 1980ern hat Mandel damit 12 australische Jackpots geknackt. Falls ihr euch das fragt: Ja, sein Vorgehen war damals legal. Er hat allerdings die australischen Behörden auf sich aufmerksam gemacht.

Nachdem sein Lottosyndikat mehrere Millionen eingestrichen hatte, änderte Australien das Gesetz, sodass es einer einzelnen Person verboten war, Lottoscheine mit jeder möglichen Kombination einzureichen.

Doch Mandels größter Coup sollte erst noch kommen.

USA: Lotterie als Geschäftsmodell

Auf den Kopf gefallen ist Mandel ja nun nicht. Deshalb verlagerte er seine Geschäfte von Australien in die USA, wo es für ihn insgesamt sechs Lotterien zu gewinnen gab.

Ein besonderes Auge hatte der Lottospieler auf die Virginia-Lotterie geworfen. Dort wurden nämlich 6 aus 44 gezogen, was die Anzahl der möglichen Kombinationen im Vergleich zu anderen Ziehungen verringerte.

In den USA ging Mandel ein wenig anders vor als in Australien.

  • Er gründete eine eigene Agentur und richtete einen Trust-Fonds ein, um Geld für die Lottoscheine zu erwerben.
  • Mithilfe von 30 Computern und 12 Laserdruckern druckte Mandel die Tickets in einem Lager in Melbourne aus.
  • Darüber hinaus stellte er 16 Angestellte ein.

Der Plan ging nicht ganz auf. Die Vorbereitungen dauerten über drei Monate und auf dem Weg aus Australien in die USA kamen mehrere Hunderttausend Scheine zu spät. Dennoch hieß es für Mandel:

Virginia or bust.

Und Mandel hatte Glück.

Im Jahr 1992 gewann der gewitzte Rumäne tatsächlich nicht nur den Jackpot von 27 Millionen US-Dollar, sondern auch weitere Preise im Wert von 900.000 US-Dollar.

Gab’s ein Happy End?

Ja, aber nicht, bevor Mandel noch in einen mehrjährigen Rechtsstreit verwickelt wurde. Auch zum damaligen Zeitpunkt war sein Vorgehen in den USA legal – was ihn allerdings nicht vor Anklagen schützte. 

Zeitweise waren in die Untersuchungen rund um Mandels Lottoleben sogar die CIA und das FBI involviert. Am Ende wurde er allerdings von allen Anklagepunkten freigesprochen.

Und was macht Stefan Mandel heute? Der vierzehnmalige Lottogewinner bezahlte seine Investoren aus, die mit ihrem Anteil allerdings nicht zufrieden waren. 1995 meldete Mandel Insolvenz mit seiner Agentur an. Noch weitere zehn Jahre habe er wohl versucht, mit diversen Investment-Vorhaben Fuß zu fassen, was ihm schlussendlich nicht gelang.

Danach zog Mandel sich auf die tropische Insel Vanuatu, nordöstlich von Australien, zurück, wo er bis heute seinen Ruhestand verbringt.

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