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Neuer Skandal um Mindseye: Jetzt gehen Mitarbeiter wegen Spionage-Software rechtlich gegen das Studio vor

Das Skandalspiel sorgt für noch mehr Ärger. Weil die PCs der Entwickler ausspioniert wurden, zieht eine britische Gewerkschaft jetzt vor die Schlichtungsstelle. Obendrein hagelt es Klagen für fehlerhafte Entlassungen.

Weil die Entwickler von Mindseye von der Studioleitung digital überwacht wurden, gibt es jetzt Ärger mit der Gewerkschaft. Weil die Entwickler von Mindseye von der Studioleitung digital überwacht wurden, gibt es jetzt Ärger mit der Gewerkschaft.

Im Juni ist es ein Jahr her, dass mit Mindseye einer der kontroversesten Flops des ganzen letzten Jahres erschien. Und trotzdem kommt einfach keine Ruhe rein. Jetzt wurde anhand einer Pressemitteilung der britischen Gewerkschaft IWGB vom 21. April bekannt, dass Entwickler des zuständigen Studios Build a Rocket Boy (BARB) rechtlich gegen die Studioführung vorgehen wollen. Nicht nur wird ein Streit um Datenschutz zur Schlichtungsstelle und der Datenschutzbehörde hocheskaliert, es hagelt auch einige Klagen.

Grund für den Gang zur Schlichtungsstelle ist die Überwachungs-Software Teramind, die laut eines geleakten internen Meetings auf die Arbeitsrechner der Mitarbeiter installiert wurde, ohne die Belegschaft darüber rechtzeitig zu informieren.

Video starten 9:21 Mindseye im Test: Diese Open World ist einfach nur zum Glotzen

Warum wurden die Mitarbeiter überwacht

Dass die Studioführung rund um CEO Mark Gerhard und Game Director Leslie Benzies das Überwachungsprogramm Teramind auf den Rechnern ihrer Angestellten installiert hat, gilt bereits seit einiger Zeit als bestätigt. Angeblich aus Angst vor Sabotage und Rufschädigung.

Teramind ist laut Gewerkschaft dazu in der Lage, das Arbeitsverhalten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Detail zu tracken. Die Rede ist von Tastaturanschlägen, Bildschirmaktivitäten und sogar Mikrofonaufnahmen.

Tatsächlich wurde nach massivem Aufschrei das Programm im März auch bereits wieder entfernt. Allerdings gibt es trotzdem weiterhin Unmut und Unsicherheit aus der Belegschaft. Demnach weigert sich die Geschäftsleitung wohl, anzugeben, welche Daten jetzt genau erfasst wurden und zu welchem Zweck. So steht in der Pressemitteilung des IWGB:

Das Unternehmen kam jedoch den übrigen Forderungen der betroffenen Mitarbeiter nach Transparenz und Rechenschaftspflicht nicht nach und weigerte sich, zu erläutern, welche Daten erfasst wurden, wie diese verwendet wurden und warum die Software überhaupt installiert worden war.

Auch Lead Cinematic Animator und IWGB-Mitglied Chris Wilson meldet sich zu Wort und spricht über die toxische Unternehmenskultur bei BARB:

Die toxische Kultur der Geheimhaltung und des Mikromanagements bei Build A Rocket Boy gehört zu den schlimmsten, die ich in meiner 20-jährigen Karriere in der Spieleindustrie erlebt habe. [...] Es ist nur anzunehmen, dass diese Software im Rahmen ihrer Bemühungen, uns zu micromanagen, installiert wurde. Ein Ergebnis ihres Misstrauens gegenüber ihren Angestellten.

Laut der überlieferten Gesprächsinhalte des geleakten Meetings begründete Mark Gerhard gegenüber der Belegschaft die Verwendung von Teramind damit, zu überprüfen, wie die IT-Abteilung ihre Sicherheitsmaßnahmen regelmäßig verbessern könne. Zusätzlich soll er gesagt haben, dass er die Maßnahme nicht begrüße und 99,9 Prozent des Unternehmens vertraue – dass das Problem aber die restlichen 0,1 Prozent seien.

Jetzt sollen eben die Schlichtungsstelle und Datenschutzbehörde Klarheit darüber liefern, was mit den gesammelten Daten genau passiert ist.

Klagen gibt es auch noch

Damit aber noch nicht genug. Abseits des Streits um die Datensicherheit wurde das Entwicklerstudio zusätzlich von mehreren ehemaligen Angestellten verklagt. Schon am 12. April hat die IWGB im Namen ihrer Mitglieder die Klagen eingereicht.

Hier geht es vor allem um den Abbau von Stellen im Unternehmen. 300 Entwicklerinnen und Entwickler sollen 2025 ihren Job verloren haben, nachdem Mindseye finanziell gefloppt ist. Diese Entlassungen sollen laut IWGB gesetzeswidrig erfolgt sein. Unter anderem aus folgenden Gründen:

  • Unrechtmäßiges Blacklisting: Es wurden wohl Angestellte auf schwarze Listen gesetzt, die der Unternehmensführung nicht gepasst haben.
  • Benachteiligung: Ebenso sollen unliebsame Angestellte bei dem Entlassungsprozess wohl ungesetzlich benachteiligt worden sein.
  • Missachtung der Konsultationspflicht: Der gesetzlich vorgeschriebenen Durchsprache mit den Angestellten vor der Entlassung wurde angeblich nicht nachgekommen.

Laut IWGB könnte eine erfolgreiche Klage in diesem Fall dem Studio Millionen kosten. Das Drama setzt sich also fort und offenkundig steht der Studioführung das Wasser bis zum Hals. Allerdings wird derzeit die Arbeit an Mindseye immer noch fortgesetzt. Am 15. April wurde erst wieder eine Roadmap für das Actionspiel angekündigt, die neue Missionen dafür verspricht.

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