Es ist kein Geheimnis mehr: Der weltweite Goldrausch im Bereich der Künstlichen Intelligenz verschlingt unvorstellbare Ressourcen. Doch während Tech-Giganten um die neuesten Server-Cluster buhlen, sehen die normalen Konsumenten immer öfter in die Röhre. So ziemlich alles wird immer noch teurer, egal ob Grafikkarten oder SSDs. Speziell bei Laptops sind die Preise regelrecht explodiert.
So wie es aussieht, sind wir aber noch lange nicht am Ende dieser Entwicklung angekommen. Die Anzeichen verdichten sich, dass eine neue massive Teuerungswelle durch die Lieferketten rollt.
Wenn ihr ohnehin plant, neue IT-Ausstattung zu kaufen, solltet ihr nicht auf das nächste Schnäppchen warten. Die Zeiten sinkender Preise sind vorerst vorbei und dabei wird es auch noch eine ganze Zeit lang bleiben.
Die Akut-Liste: Diese Produkte solltet ihr euch jetzt sichern
Bevor die Teuerungswelle den Einzelhandel voll erfasst, solltet ihr bei bestimmten Produktgruppen am besten strategisch vorgehen. Wenn ihr in den kommenden Monaten eure Hardware aufrüsten möchtet, solltet ihr bei den folgenden Produktgruppen am besten nicht mehr lange mit einem Kauf warten:
- Interne NVMe- & SATA-SSDs: Vor allem Modelle ab 2 TB aufwärts und High-End-Speicher verzeichnen bereits drastische Preissprünge.
- Externe Festplatten & NAS-Laufwerke: Weil SSDs teurer werden, weichen viele Käufer aus und das treibt nun auch die Preise für klassische mechanische HDDs nach oben.
- Apple MacBooks (Basis-Modelle): Da Apple droht, günstige Einstiegskonfigurationen zu streichen. Wenn ihr noch ein entsprechendes MacBook für Schule oder Studium benötigt, sollte nicht mehr warten, sondern bei einem guten Angebot unbedingt jetzt zuschlagen.
- Windows 11 Laptops: Hersteller wie Asus warnen vor massiven Preisaufschlägen von bis zu 30 Prozent für kommende Notebook-Generationen. Wenn man sich ansieht, was speziell Gaming-Laptops bereits jetzt schon kosten, wird man die künftigen Modelle vermutlich im Regal neben Louis Vuitton Handtaschen finden…
- Grafikkarten & Gaming-Handhelds: Aufgrund des Mangels an modernen Speicherbausteinen steigen die Produktionskosten für GPUs und mobile Konsolen rasant.
Wie ihr seht, wird fast alles in der IT-Welt teurer und dafür gibt es natürlich Gründe. Diese liegen primär an der DRAM-Krise, aber auch an Effekten, die nur sekundär mit der DRAM-Knappheit zu tun haben.
Die Speicher-Klemme: SSDs und HDDs im Sog der Krise
Die Zeiten, in denen Speicherplatz spottbillig war, sind vorbei. Die Krise im Halbleiterbereich hat längst die klassischen Consumer-Laufwerke erreicht.
- Der SSD-Einzelhandel trocknet aus: Speicherchips fließen primär dorthin, wo die höchsten Margen erzielt werden und das ist aktuell die KI-Infrastruktur. Hochwertige Solid-State-Drives (SSDs) verzeichnen bereits spürbare Preissprünge. Branchenberichten zufolge ist der klassische Endkundenmarkt für günstige SSDs stellenweise fast wie leergefegt.
- Der Domino-Effekt auf Festplatten: Wer dachte, er könne auf klassische, mechanische Festplatten (HDDs) ausweichen, wird enttäuscht. Der Preisdruck bei SSDs schwappt eins zu eins auf den HDD-Markt über. Anzeichen im Markt deuten darauf hin, dass externe Datengräber und NAS-Systeme als Nächstes im Preis anziehen.
Die Notebook-Falle: unterschiedliche Strategien bei Apple und Windows-Laptops
Egal, welches Betriebssystem ihr bevorzugt: Der mobile PC-Markt steht unter enormem Kostendruck. Die Hersteller reagieren allerdings unterschiedlich auf die Krise.
Apple-Chef Tim Cook stellte bereits klar, dass Preissteigerungen in der aktuellen Marktlage schlichtweg unvermeidlich
sind. Doch Apple erhöht nicht plump die Preise, sondern verändert das Portfolio. Am Beispiel des Mac mini hat Apple diese Strategie bereits demonstriert. Das günstigste Einstiegsmodell fällt weg, wodurch die nächsthöhere (und teurere) Konfiguration zum neuen Standardpreis wird. Genau dieses Schicksal droht nun auch der MacBook-Reihe (insbesondere dem erwarteten MacBook Neo). Wer auf ein günstiges Basismodell spekuliert, könnte bald leer ausgehen.
Im Windows-Lager wird dagegen nicht taktiert, hier wird gewarnt. Schwergewichte wie Asus prognostizieren Preiserhöhungen von bis zu 30 Prozent für kommende Notebook-Generationen. Angetrieben wird dies von düsteren Langzeitprognosen: Nvidia-CEO Jensen Huang deutete an, dass uns die RAM-Knappheit noch bis zum Ende des Jahrzehnts begleiten könnte. Auch Microsofts hauseigene Surface-Reihe zeigt bereits deutliche Aufwärtstendenzen beim Preis.
Gaming im Notstand: Zombie-GPUs und teure Handhelds
Die Gaming-Branche, die traditionell extrem stark von schnellem Speicher abhängt, leidet besonders deutlich unter dem Mangel.
- Die Rückkehr der GPU-Zombies: Um überhaupt lieferfähig zu bleiben, greifen Board-Partner von Nvidia teilweise auf ältere Platinen-Designs zurück, um den Mangel an modernen Komponenten zu umgehen. Gleichzeitig klettern die Preise für aktuelle Grafikkarten unbarmherzig nach oben.
- Mobiles Gaming wird zum Luxus: Die beliebten Gaming-Handhelds sind im Grunde extrem kompakt gebaute PCs, die stark auf LPDDR-Speicher angewiesen sind. Auch hier schwinden die Margen der Hersteller, was bald an die Kunden weitergegeben wird.
Fazit: Taktisches Kaufen statt Aussitzen ist angesagt
Zu diesem Thema gibt es auch noch eine lesenswerte Kolumne: Gaming-Laptops: Hilfe, ich kann mir mein Hobby nicht mehr leisten!
Der Instinkt vieler Tech-Käufer ist es, auf den nächsten Black Friday oder den zyklischen Preisverfall zu warten. Diese Strategie greift in der aktuellen Situation jedoch zu kurz. Wir erleben keinen normalen Marktzyklus, sondern eine strukturelle Verschiebung der globalen Chip-Kapazitäten hin zu Enterprise-KI-Anwendungen.
Wenn ihr in den kommenden sechs bis zwölf Monaten ohnehin ein Upgrade eures PCs, ein neues Notebook oder schlicht mehr Speicherplatz benötigt, ist der jetzige Zeitpunkt, rein wirtschaftlich betrachtet, der klügste Moment.
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