Es ist mal wieder so weit: Der alte Fernseher macht die Grätsche oder sieht nach zehn Jahren so ganz ohne HDR gar nicht so prall aus. Zeit, eine neue Glotzkiste zu kaufen.
Dabei gibt es gefühlt unendlich Dinge zu beachten; einen brandneuen TV gönnt man sich schließlich nicht aller Tage. Das Datenblattwälzen und Vergleichen kann ich euch nicht abnehmen. Dafür habe ich 5 einfache Tipps, die euch vor etwaigen Stolperfallen schützen.
1. Fehler: Einen zu kleinen TV kaufen
Ich weiß, ich weiß. Die alte Leier wieder. Ich werde aber immer noch nicht müde, ihre Saiten zu zupfen, denn viele Menschen unterschätzen, wie groß ein Fernseher sein darf.
Sieht man mal vom Platz ab, der für jedes Wohnzimmer anders ausfällt, sitzt in den Köpfen nämlich eine nervige Altlast aus Röhrenfernsehertagen: die Formel zum Sitzabstand. Damals war weiter weg besser, weil die Bildqualität verglichen mit heutigen Standards mies war.
Vergesst Sitzabstandsregeln, denn ihr dürft euch so nah an euren TV setzen, wie ihr möchtet. Die Auflösung gibt das heute schlichtweg her. Das heißt nicht, dass ihr euch die Nase am Display platt drücken müsst, aber ein großer Fernseher erlaubt euch schlicht mehr Immersion.
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Außerdem täuscht die Größe – in Zahl und Form – gleich auf mehrere Arten.
- 55 Zoll (knapp 140 Zentimeter) klingt groß, vor allem im Vergleich mit alten Fernsehern, wirkt im Wohnzimmer schlussendlich aber kleiner als man denkt.
- Im Elektronikfachhandel täuscht die Größe, weil dort bedeutend mehr Screens auf einem Fleck stehen als zuhause.
Meine wichtigste Erkenntnis ist, dass ich von noch niemandem gehört habe, der seinen TV zurückgegeben hat, weil er ihm zu groß war. Das hat einen ganz popeligen Grund: Ein vermeintlich zu großer Fernseher wirkt nach ein paar Tagen normal. Wir gewöhnen uns daran. Es ist viel wahrscheinlicher, dass ihr am Ende sagt »Och, der TV hätte noch ein bisschen größer sein dürfen«.
Der Vorteil großer Fernseher ist beispielsweise die Immersion. Ihr seid viel mehr im Film oder Spiel – das ist genau das, was viele wollen. Deswegen sitzen Spieler ja auch nur rund 50 Zentimeter vom Monitor entfernt. Darüber hinaus können Riesenzöller spielend leicht über kleine Ungereimtheiten hinwegspielen, etwa eine suboptimale Ausleuchtung des Displays.
2. Fehler: Den falschen TV kaufen
Es ist ganz simpel, einfach nach dem besten Fernseher zu googlen. Vermutlich spuckt euch die Suche irgendeinen OLED aus. Doch wer sagt euch, dass das auch der richtige TV für eure Bedürfnisse ist.
Es gibt nicht den besten Fernseher für alle.
Bleiben wir beim Beispiel von OLED. Ein solches Gerät hat perfekte Schwarzwerte und einen herausragenden Kontrast – was euch allerdings nichts bringt, wenn ihr nicht im Dunkeln spielt oder Filme schaut. Naturgemäß sind OLEDs besser bei finsteren Szenen und Bildbereichen.
Schaut ihr tagsüber bei offenen Rollläden und viel Sonnenlicht mit euren Kids fern, ist der Vorteil von OLED dahin. Hier ist ein Mini-LED-TV die bessere Wahl, weil der durch seine Helligkeit einfallendes Licht viel besser austarieren kann.
Noch ein Szenario: Ihr schaut gerne mit Freunden Fußball. Damit die richtige Atmosphäre rüberkommt, habt ihr einen 100-Zöller für ein paar hundert Euro gekauft. Aufgrund der Hintergrundbeleuchtung ist die Blickwinkelstabilität allerdings Grütze. Weil sich zehn Leute um den TV tummeln, sehen acht von ihnen nicht viel, weil das Bild blass wird, wenn man nicht direkt davor sitzt.
Der beste Fernseher ist nicht der mit der besten Bewertung, sondern der, der zu euch und euren Sehgewohnheiten passt. Fragt euch unter anderem:
- Wann nutze ich den TV: abends und vor allem tagsüber?
- Spiele ich viel – oder gar nicht?
- Welche Inhalte konsumiere ich: Filme via 4K-Blu-ray, Sport über Streaming oder Singleplayer-Games über meine PS5?
All diese und mehr Fragen geben Aufschluss darüber, welcher Fernseher für euch ist. Ja, vielleicht ist es der Super-Ultra-Pro-Max-OLED – oder aber der LCD-Fernseher, der besonders hohe Spitzenhelligkeit besitzt.
3. Fehler: Ausstattung missachten
Der größte Schmerzpunkt bei einem neuen TV ist es, herauszufinden, was auf dem Datenblatt wirklich wichtig ist. Größe und Preis, klar, Auflösung auch und welche Version von HDR sowieso. Das Problem: Man verliert kleine Details schnell aus den Augen.
Einen Wert, den vermutlich viele missachten, ist die Anzahl der HDMI-Anschlüsse.
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Nahezu alles läuft am Fernseher über HDMI.
- Streaming-Sticks
- Set-Top-Boxen
- Blu-ray-Player
- Spielkonsolen
- Soundbars
- Medienserver
Je nachdem, was ihr alles an eure Glotze anschließen wollt, ist die Anzahl der Eingänge elementar. Hinzu kommt, dass immer noch nicht ausnahmslos jeder HDMI-Slot jeden TV-Geräts den 2.1-Standard besitzt.
Überlegt euch also vorher, was ihr alles über HDMI anstöpseln wollt und was möglicherweise in Zukunft noch hinzukommen könnte.
Für Spielerinnen und Spieler ist darüber hinaus wichtig, welche Gaming-Ausstattung ein Fernseher besitzt. Achtet hierbei vor allem auf ein 120-Hz-Display, VRR (Variable Refreshrate) und ALLM (Automatic Low Latency Mode).
Des Weiteren gibt es noch weitere Finessen, die TVs auf dem Kasten haben können.
- Möchtet ihr Ambilight? Dann geht euer Blick automatisch zu Philips-Fernsehern – oder einem Anbieter, der es zum Nachrüsten via HDMI anbietet (und schon braucht ihr einen freien HDMI-Slot mehr).
- Soll das Display entspiegelt sein? Bisher ist das noch nicht flächendeckend auf allen Fernsehern angekommen.
- Spielt das Betriebssystem eine Rolle? Wenn ja, dann schaut unbedingt, dass ein TV nicht das OS hat, das euch womöglich missfällt.
4. Fehler: Klang unterschätzen
Es mag trivial klingen, aber zu einem hervorragenden Film- oder Spielerlebnis gehört guter Sound dazu. Im Kino sind wir nicht nur wegen der großen Leinwand begeistert, sondern weil der Klang um uns herum das Gesehene noch greifbarer macht.
Die schlechte Nachricht: Der Klang fast aller Fernseher ist eher mager. Das liegt zum Teil daran, dass die Displays immer dünner werden und im Chassis nicht mehr viel Platz für große Boxen bleibt.
Ich empfehle euch daher, beim Budget Audio direkt mit einzuplanen. Das muss keine Surround-Anlage sein, nicht mal ein Paar Aktivlautsprecher. Eine kleine Soundbar tut schon ihr Übriges. Oder ein Pärchen Regallautsprecher.
Das macht euer Wohnzimmer zwar nicht zum Kino, aber bei einer Sache hilft eine Soundbar ganz immens: der Dialogverständlichkeit. Und wir alle wissen, wie schlecht die teilweise bei uns zu Hause ist.
Der Fernseher liefert das Bild, aber erst durch guten Ton wird aus dem Wohnzimmer ein Heimkino.
5. Fehler: Nicht auf den Raum achten
Es ist schon paradox, dass beim TV-Kauf vor allem der Raum, in dem er steht, eine so tragende Rolle spielt. Zum einen ist da natürlich die Möbelsituation. In die wenigsten Schrankwände passt ein 85-Zoll-Fernseher. Zum anderen ist da aber auch der Aufbau des Raumes selbst.
Wichtig ist daher …
- … beim Bild:
- Woher kommt das Licht?
- Gibt es Fenster gegenüber dem Fernseher?
- Spiegeln sich Lampen im Display?
- Kann man den Raum bei Bedarf abdunkeln?
- … beim Ton:
- Viele harte Oberflächen erzeugen Reflexionen und Hall.
- Große Fenster, Fliesen und kahle Wände sind akustisch nicht ideal.
- Teppiche, Vorhänge und Möbel können helfen.
Hinzu kommen in Verbindung mit dem Fernseher dann noch sowas wie Sitzabstand und Sitzhöhe, die es zu beachten gilt. Bedenkt außerdem, dass ihr auch noch Platz braucht, wenn ihr euch zusätzliche Audiogeräte wie Soundbars oder Lautsprecher zulegt.
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Sucht ihr einen TV für euch, steht euch unsere Kaufberatung zur Seite. In Sachen Soundbars habe ich drei Favoriten unter 500 Euro, die jedes Heimkino aufwerten.
Einen neuen Fernseher zu kaufen, bedeutet immer Arbeit. Zwischen all dem Marketingsprech verstecken sich hilfreiche Funktionen und dann ist da noch der gefühlt ewige Kampf zwischen OLED und LED (inklusive seiner ganzen Unterformen).
Habt bei all den Zahlen und Entscheidungen meine fünf Stolperfallen im Blick, die euch kein Datenblatt verrät. Dann werdet ihr mit eurem neuen Modell auf Jahre glücklich.










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