144-Hertz-OLED-Displays sind zwar ganz nett, aber wie wäre es mit einem 0,16-Hertz Holz-Display? Während moderne Displays Millionen von Pixeln mindestens 60 Mal pro Sekunde aktualisieren, dreht der Ingenieur Ben Holmen Kilopixel
einzelne Holzblöcke um – und das nur zehnmal pro Minute.
Was nach einer verrückten Idee klingt, ist nach sechs Jahren Entwicklungszeit Realität geworden, wie er auf seiner Webseite berichtet.
1000 Holz-Pixel in 100 Minuten
Im Detail: Der Bildschirm, den der Erschaffer den unpraktischsten Bildschirm der Welt
nennt, besteht aus exakt 1.000 kleinen Holzwürfeln, die in einem 40 x 25 Raster angeordnet sind. Jeder Würfel hat eine schwarze und eine weiße Seite.
Das Herzstück ist eine umgebaute CNC-Maschine mit Raspberry Pi als Steuerung. Die Software generiert G-Code-Befehle, um jedes Holz-Pixel einzeln anzusteuern. Lichtsensoren prüfen anschließend, ob der Würfel korrekt gedreht wurde.
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So ging Holmen vor:
- Jeder Würfel wurde einzeln gefertigt und lackiert
- Eine Kerbe alle 90° sorgt für präzise Ausrichtung
- Metalldrähte halten die Pixel in einem exakten Raster
- Ein flexibler "Poker" (auf Deutsch Piekser) aus einem Klebestift dreht die Würfel
Es waren nicht immer Holz-Pixel: Ursprünglich wollte Holmen Ping-Pong-Bälle als Pixel verwenden. Sie erwiesen sich jedoch als zu fragil und ungleichmäßig. Auch Nerf-Bälle und andere Materialien waren laut Holmen nicht sonderlich praktisch.
Ben Holmen beschreibt in seinem Blog, wie er sich von Künstlern wie Danny Rozin (bekannt für kinetische Spiegel) und einem eInk-Videoplayer mit 24 Frames pro Stunde inspirieren ließ. Seine Idee: Ein absichtlich ineffizientes, physisches Display, das Bilder so langsam zeichnet, dass man fast vergisst, worauf man wartet.
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Das Besondere: Ihr könnt den Bildschirm selbst über eine Web-App steuern. Jeder kann auf kilopx.com ein Bild einreichen oder live zuschauen, wie das Display langsam Pixel für Pixel ein neues Motiv aufbaut.
Dazu müsst ihr nur eure eigenen 40 x 25 Pixel großen Bilder einreichen, die dann nacheinander abgearbeitet werden. Eine Live-Kamera zeigt den aktuellen Fortschritt.
Holmen plant verschiedene Modi: von benutzergenerierten Inhalten über Echtzeit-Kollaborationen bis hin zu automatisch generierten Mustern. Sein persönlicher Lieblingsmodus für den Bildschirm ist allerdings eine Uhr, die kaum schnell genug ist, um sich selbst zu zeichnen.
Der Erfinder sieht sein Projekt durchaus entspannt:
Etwas Physisches in meinem Büro, gesteuert vom Internet. Was kann schon schiefgehen?
Ganz ungesichert ist das System übrigens nicht: Uploads erfordern einen Bluesky-Login und problematische Beiträge kann Holmen jederzeit löschen. Der Rest ist kontrolliertes Chaos – oder wie er sagt: Mal schauen, was das Internet damit macht.
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