1000 Holzwürfel erzeugen einen Bildschirm: Ein Ingenieur baute 6 Jahre lang den »unpraktischsten Bildschirm der Welt«

So einen langsamen Bildschirm habt ihr noch nie gesehen. Ihr könnt sogar live etwa anzeigen lassen.

Nicht nur der Mr. Monopoly: auf diesem Bildschirm könnt ihr alle Designs mit 40 x 25 Pixeln darstellen. (Bildquelle: Ben Holmen) Nicht nur der Mr. Monopoly: auf diesem Bildschirm könnt ihr alle Designs mit 40 x 25 Pixeln darstellen. (Bildquelle: Ben Holmen)

144-Hertz-OLED-Displays sind zwar ganz nett, aber wie wäre es mit einem 0,16-Hertz Holz-Display? Während moderne Displays Millionen von Pixeln mindestens 60 Mal pro Sekunde aktualisieren, dreht der Ingenieur Ben Holmen Kilopixel einzelne Holzblöcke um – und das nur zehnmal pro Minute.

Was nach einer verrückten Idee klingt, ist nach sechs Jahren Entwicklungszeit Realität geworden, wie er auf seiner Webseite berichtet.

1000 Holz-Pixel in 100 Minuten

Im Detail: Der Bildschirm, den der Erschaffer den unpraktischsten Bildschirm der Welt nennt, besteht aus exakt 1.000 kleinen Holzwürfeln, die in einem 40 x 25 Raster angeordnet sind. Jeder Würfel hat eine schwarze und eine weiße Seite. 

Das Herzstück ist eine umgebaute CNC-Maschine mit Raspberry Pi als Steuerung. Die Software generiert G-Code-Befehle, um jedes Holz-Pixel einzeln anzusteuern. Lichtsensoren prüfen anschließend, ob der Würfel korrekt gedreht wurde.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle findest du einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt.
Du kannst ihn dir mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von YouTube angezeigt werden.

Personenbezogene Daten können an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Link zum YouTube-Inhalt

So ging Holmen vor:

  • Jeder Würfel wurde einzeln gefertigt und lackiert
  • Eine Kerbe alle 90° sorgt für präzise Ausrichtung
  • Metalldrähte halten die Pixel in einem exakten Raster
  • Ein flexibler "Poker" (auf Deutsch Piekser) aus einem Klebestift dreht die Würfel

Es waren nicht immer Holz-Pixel: Ursprünglich wollte Holmen Ping-Pong-Bälle als Pixel verwenden. Sie erwiesen sich jedoch als zu fragil und ungleichmäßig. Auch Nerf-Bälle und andere Materialien waren laut Holmen nicht sonderlich praktisch.

Ein erster Entwurf aus schwarz-gelben Ping-Pong-Bällen. (Bildquelle: Ben Holmen) Ein erster Entwurf aus schwarz-gelben Ping-Pong-Bällen. (Bildquelle: Ben Holmen)

Ben Holmen beschreibt in seinem Blog, wie er sich von Künstlern wie Danny Rozin (bekannt für kinetische Spiegel) und einem eInk-Videoplayer mit 24 Frames pro Stunde inspirieren ließ. Seine Idee: Ein absichtlich ineffizientes, physisches Display, das Bilder so langsam zeichnet, dass man fast vergisst, worauf man wartet.

Jetzt online ausprobieren

Das Besondere: Ihr könnt den Bildschirm selbst über eine Web-App steuern. Jeder kann auf kilopx.com ein Bild einreichen oder live zuschauen, wie das Display langsam Pixel für Pixel ein neues Motiv aufbaut.

So könnten eure Designs aussehen. Katzen, Memes, Katzenmemes, alles was das Herz begehrt. (Bildquelle: Ben Holmen) So könnten eure Designs aussehen. Katzen, Memes, Katzenmemes, alles was das Herz begehrt. (Bildquelle: Ben Holmen)

Dazu müsst ihr nur eure eigenen 40 x 25 Pixel großen Bilder einreichen, die dann nacheinander abgearbeitet werden. Eine Live-Kamera zeigt den aktuellen Fortschritt.

Holmen plant verschiedene Modi: von benutzergenerierten Inhalten über Echtzeit-Kollaborationen bis hin zu automatisch generierten Mustern. Sein persönlicher Lieblingsmodus für den Bildschirm ist allerdings eine Uhr, die kaum schnell genug ist, um sich selbst zu zeichnen.

Der Erfinder sieht sein Projekt durchaus entspannt: 

Etwas Physisches in meinem Büro, gesteuert vom Internet. Was kann schon schiefgehen?

Ganz ungesichert ist das System übrigens nicht: Uploads erfordern einen Bluesky-Login und problematische Beiträge kann Holmen jederzeit löschen. Der Rest ist kontrolliertes Chaos – oder wie er sagt: Mal schauen, was das Internet damit macht.

zu den Kommentaren (4)

Kommentare(4)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.