Schluss mit Doomscrollen: Ich nutze seit 6 Monaten kein Instagram mehr – das habe ich gelernt

Hinfort mit KI-Slop, Ragebait und Menschenfeindlichkeit: Tech-Autor Jan hat genug von Instagram und ein halbes Jahr verzichtet.

Kommet heran und lasset euch inspirieren, auf dass wir bald alle weniger doomscrollen. (Bildquelle: Meta | GameStar – Jan Stahnke) Kommet heran und lasset euch inspirieren, auf dass wir bald alle weniger doomscrollen. (Bildquelle: Meta | GameStar – Jan Stahnke)

Im November 2025 habe ich es geschafft, mein Handy so vom Waschbecken zu stoßen, dass der gesamte Bildschirm den Geist aufgab. Wie ihr euch sicher vorstellen könnt, war das nicht so schön. Doch es hatte auch etwas Gutes.

Als ich mein neues Handy einrichtete, habe ich auf Instagram verzichtet. Zuerst dachte ich, ich installiere es in ein paar Tagen doch noch. Aber aus Tagen wurden Wochen, aus Wochen Monate – und jetzt ziehe ich ein Fazit und hoffe, dass euch mein Einblick dazu inspiriert, wieder etwas weniger zu doomscrollen.

Übrigens: In meinem Fall geht es zwar um Instagram, doch ihr könnt das Gelernte eigentlich auf jede Social-Media-App anwenden – also überall, wo ihr doomscrollt.

Warum auf Instagram verzichten?

Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, hat Instagram viele Jahre einige Gefühle bei mir ausgelöst, doch die wenigsten waren positiv. Zu viele schlechte Nachrichten, menschenfeindliche Kommentare, hirnlose (KI-)Inhalte und Ragebait. 

So. Viel. Ragebait. 

Da habe ich mir die Frage gestellt: Warum soll ich Instagram wieder installieren? Doch ein paar Gründe gibt es wirklich:

  • Kontakt zu Freunden: Mit manchen Freunden habe ich hauptsächlich über Instagram Kontakt. Das Deinstallieren würde den Kontakt minimieren. Jedenfalls ohne weitere Anstrengung, aber dazu später mehr.
  • News: Es gibt diverse Wege, sich darüber zu informieren, was so in der Welt passiert, doch eine meiner Hauptquellen waren Instagram-Channel von beispielsweise Tagesschau, ZDF Heute und so weiter. Nachteil: Ich bekomme nicht so viel mit, was in der Welt passiert. Vorteil: Ich bekomme nicht so viel mit, was in der Welt passiert.

Trotz dieser Überlegungen habe ich mich dazu entschlossen, Instagram erst mal ruhen zu lassen.

XMG Core 16 GameStar-Notebook XXL
XMG Core 16 GameStar-Notebook XXL
CPU: AMD Ryzen AI 9 365 (10x bis zu 5,0 GHz)
GPU: Nvidia GeForce RTX 5070 Laptop
Display: 16.0'' IPS Display, 2560x1600 px, 300 Hz
RAM: 32 GB DDR5
SSD: 1.000 GB SSD
  • Schneller Zehnkernprozessor mit bis zu 5,0 GHz
  • Starke RTX 5060 Laptop Grafikkarte
  • Mattes WQXGA-Display mit 300 Hz
  • Nur bis 13.04 zum Aktionspreis erhältlich
1949 €1749 €

Ein halbes Jahr ohne Instagram: Was habe ich gelernt?

Die erste und wohl auch erschreckendste Erkenntnis hatte ich bereits in den ersten Tagen: Ich wusste teilweise nicht, wohin mit mir. Immer wieder habe ich mich dabei erwischt, wie ich in einem kurzen Moment der Langeweile nach meinem Handy griff und Instagram öffnen wollte. Erfolglos.

Tja. Und was macht man jetzt mit der Erkenntnis? In meinem Fall habe ich Instagram durch den Google-Discover-Feed im Chrome-Browser ersetzt. Und ja, ihr dürft euch an der Stelle getrost vor die Stirn schlagen, denn einen Feed gegen einen anderen zu tauschen, war nicht Sinn und Zweck der Sache.

Nachdem mir schon Fragen wie »Bist du süchtig?« durchs Unterbewusstsein huschten, sage ich mir: »Ne, ist ja nur Gewohnheitssache«.

Glücklicherweise sollte ich recht behalten.

Nachdem ich den Google-Discover-Feed fast genauso manisch »leergelesen« hatte wie vorher meinen Instagram-Feed, wurde mir klar: Das Problem war nicht die App an sich. 

Das Problem war mein Reflex auf Stille – auf ein kurzes Stück Langeweile. 

Ich musste erst wieder lernen, die drei Minuten an der Bushaltestelle oder das Warten auf den Kaffee auszuhalten, ohne sofort mein Gehirn mit externen Reizen zu fluten.

Und siehe da: Nach ein paar Wochen ließ der Drang, Instagram zu öffnen, nach. Der Daumen zuckte nicht mehr automatisch Richtung der ursprünglichen App-Position.


Video starten 20:10 Profit zu jedem Preis? Warum das Internet stirbt und alle nur zuschauen


Ein halbes Jahr ohne Instagram: Was hat es gebracht?

Als ich Instagram noch auf dem Handy hatte, habe ich regelmäßig gemerkt, wie ich teilweise richtig wütend wurde. Warum auch immer: Politik, KI-Slop, Ragebait. 

Ohne Instagram war ich also deutlich weniger wütend im Alltag und ich kann euch sagen: Das tut gut. Sehr gut sogar. So gut, dass diese persönliche Selbstherausforderung schon bald keine Herausforderung mehr war. Eher eine Wohltat.

Was den Kontakt zu Freunden anging, hatte mein kleines Projekt eigentlich keine Auswirkungen. Man hat die Unterhaltung einfach vom Insta-Chat nach WhatsApp oder Telegram verlegt und gut war die Kiste. 


Übrigens: Weg von Google: Warum das mit Xiaomi-Handys lange so einfach war – und wieso es jetzt fast unmöglich wird


Was die News-Lage angeht, bin ich wohl etwas weniger informiert, dadurch aber auch weniger frustriert. In meinen Augen ist das definitiv ein guter Deal.

Insgesamt freue ich mich über ein gelungenes Selbstexperiment und über weniger verschwendete Zeit beim Doomscrollen. 

Mein Tipp an euch: Ihr müsst euer Handy nicht im Waschbecken schrotten, um das auszuprobieren. Löscht die App einfach mal für ein Wochenende. Oder eine Woche und schaut dann, wie es euch damit ergeht.

zu den Kommentaren (0)

Kommentare(1)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.