8K-Gaming auf dem PC ist nicht die Zukunft, sondern unnötig

Nach Xbox Series X und PlayStation 5 ist das 8K-Schlagwort mit Nvidias RTX 3090 endgültig auch auf dem PC angekommen. Zu unrecht, findet Hardware-Redakteur Nils Raettig.

von Nils Raettig,
25.09.2020 15:00 Uhr

  • Die Geforce RTX 3090 ist laut Nvidia die erste 8K-Grafikkarte.
  • Hardware-Redakteur Nils hat sie getestet und zieht nach den Benchmarks angesichts des hohen Preises ein ernüchtertes Fazit.
  • In der Kolumne analysiert Nils den 8K-Markt und erklärt, warum die hohen Auflösungen für PC-Spieler aktuell sinnlos sind.

Zu selten, zu teuer, zu langsam: Bislang bieten nur wenige Fernseher und kaum PC-Monitore 8K-Auflösung. Wirklich sinnvoll ist das Spielen in 8K aber so oder so nicht, findet Nils Raettig. Zu selten, zu teuer, zu langsam: Bislang bieten nur wenige Fernseher und kaum PC-Monitore 8K-Auflösung. Wirklich sinnvoll ist das Spielen in 8K aber so oder so nicht, findet Nils Raettig.

Wer mich kennt, der weiß, wie wichtig mir eine möglichst maximale Bildqualität ist. Es tut mir in der Seele weh, Grafikeinstellungen zu senken - auch wenn mir bewusst ist, das die höchsten Einstellungen selten eine gute Wahl sind, weil die FPS dadurch gerne stark sinken, ohne dass die Optik viel besser wird.

Noch schwerer fällt es mir, die Auflösung zu reduzieren. In der nativen Auflösung sieht das Bild nun mal am schärfsten aus. Deshalb fühlt sich für mich etwas anderes als die native Auflösung einfach nicht richtig an.

8K ist zu viel des Guten: Aber alles hat seine Grenzen, und in meinen Augen sind sie mit der 8K-Auflösung nicht nur erreicht, sondern sogar eindeutig überschritten.

Plus-Gewinnspiel: Wir verlosen eine Geforce RTX 3080

Der Autor:
Nils Raettig schreibt seit mittlerweile sieben Jahren Hardware-Artikel für die GameStar. Etwa ein Jahr nach seinem Start im Juli 2014 hat er den Artikel »Spielen (und mehr) in 4K - Lohnt sich der Umstieg?« geschrieben. Sechs Jahre später folgt jetzt also die intensivere Auseinandersetzung mit dem Thema 8K. Sein Privat-PC kann da bislang nicht mithalten: Noch nutzt er daheim einen Full-HD-Monitor, wenn auch mit 120 Hertz Bildwiederholrate. Er liebäugelt schon seit langem mit dem Kauf eines 21:9-Monitors, konnte sich aber noch nicht dazu durchringen. Ein 8K-Display kommt für ihn dagegen nicht in Frage. Warum, das erklärt er euch im folgenden Text.

8K ist großartig, doch es gibt ein großes "Aber"

Assassin's Creed: Odyssey in 4K Assassin's Creed: Odyssey in 4K
Assassin's Creed: Odyssey in 8K Assassin's Creed: Odyssey in 8K

In 8K sind selbst bei starker Vergrößerung deutlich weniger Treppchenbildungen und mehr Details zu erkennen.

Versteht mich nicht falsch, ich finde es absolut beeindruckend, ein Spiel in 8K-Auflösung zu zocken (siehe auch die Screenshots oben). Die dank der riesigen Pixelzahl sehr hohe Bildschärfe sorgt dafür, dass die Illusion der Dreidimensionalität trotz zweidimensionaler Darstellung noch echter wirkt.

Aber die unerreicht vielen Pixel haben auch einen großen Nachteil: Der Anspruch die Hardware steigt beim Rendern von Spielen in Echtzeit drastisch. Warum das so ist, verdeutlich das folgende Bild. Mit 8K wächst die Pixelzahl im Vergleich zu Full HD mal eben um das Sechzehnfache (!) an:

Der Bildausschnitt in Full HD passt ganze 16 Mal in die 8K-Darstellung. Der Bildausschnitt in Full HD passt ganze 16 Mal in die 8K-Darstellung.