Lange hielt sich das hartnäckige Vorurteil, die hochkomplexe Technik in Elektroautos macht sie auf der Straße besonders anfällig. Doch die aktuelle Datenlage spricht eine andere Sprache: Der ADAC hat in seiner gerade veröffentlichten Pannenstatistik für das Jahr 2026 abgerechnet.
Die Auswertung der deutschlandweiten Hilfseinsätze zeigt nun schwarz auf weiß, wer im Duell zwischen Stromer und Verbrenner wirklich öfter auf den Abschleppwagen der Engel in Gelb zurückgreifen muss.
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Verbrenner erleiden mehr Pannen
Im Vergleich mit gleich alten Verbrennern schlagen sich Elektroautos laut der ADAC-Statistik immer besser. So stellte der ADAC fest, dass Pannen bei fünfjährigen Elektroautos um 40 Prozent geringer sind als bei gleich alten Verbrennern.
Auch bei neueren Fahrzeugen zeigt sich das Bild. Bei zweijährigen Elektroautos musste der ADAC 2,1-mal pro 1000 Fahrzeuge ausrücken, während es bei Verbrennern 5,8-mal war.
Laut den Experten ist dies vor allem durch die geringere Anzahl an verschleißanfälligen Bauteilen bei elektrischen Fahrzeugen zu erklären.
Typische Fehlerquellen klassischer Antriebsstränge wie Kupplung, Auspuffanlage, Zündsystem, Kraftstoffsystem oder ölbasierte Schmierung entfallen bei vollelektrischen Modellen ganz. Der elektrische Antrieb arbeitet außerdem mit weniger beweglichen Teilen und verursacht geringere thermische und mechanische Belastungen.
Starterbatterie und Motor die Hauptursachen
Mit mehr als 45 Prozent macht die Starterbatterie fast die Hälfte aller Pannenursachen laut der ADAC-Statistik aus. Im zehnjährigen Vergleich ist das ein Anstieg um rund 10 Prozent. Die Batterie ist sowohl bei Verbrennern als auch elektrischen Autos der häufigste Grund, den ADAC kommen zu lassen. Elektroautos sind allerdings deutlich weniger betroffen als Verbrenner.
Danach folgen mit rund 22 Prozent Probleme mit dem Motor, Motorenmanagement sowie dem HV-System, was Einspritzung, Zündung und Sensorik umfasst.
Mit Abstand folgen dann weitere Ausfälle. Hier die Daten in der Übersicht:
- Starterbatterie: 45,4 Prozent
- Motor, Motormanagement, HV-System: 21,8 Prozent
- Generator, Anlasser, Bordnetz, Beleuchtung: 10,4 Prozent
- Reifen: 8,9 Prozent
- Schlüssel, Schlösser, Wegfahrsperre: 6,8 Prozent
- Sonstiges: 6,7 Prozent
ADAC kürt Sieger und Verlierer
Die Tops und Flops des Jahres hat der ADAC nach Klasse sortiert. Auffällig sei hier, dass bestimmte Modelle von Toyota seit drei Jahren schlechter abschneiden als zuvor. Dies treffe vor allem die Modelle Yaris und Yaris Cross, so der ADAC.
In einer Stellungnahme gab Toyota an, ab November 2024 »in allen Fahrzeugen sukzessive größere Batterien mit höherer Stromaufnahme eingeführt«, was für weniger Probleme sorgen sollte.
Der aktuelle ADAC-Report spiegelt dies nicht wider, da die jüngsten Fahrzeuge, die in der Pannenstatistik berücksichtigt wurden, 2023 zugelassen worden sind. Bei den Garantiedaten würden die Daten allerdings »bereits einen deutlichen Rückgang von über 90 Prozent« zeigen.
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Zu den Gewinnern bei den elektrischen Fahrzeugen zählen unter anderem der Dacia Spring, der BMW iX1, Tesla Model 3, sowie Audi e-tron/Q8 e-tron. Die vollständige Liste ist auf der Webseite beim ADAC einzusehen, die oben verlinkt ist.
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