Große Studie des ADAC: E-Autos sind viel haltbarer als Verbrenner – mit einer Ausnahme

Die Auswertung der ADAC-Pannenstatistik 2025 sieht E-Autos zuverlässiger als je zuvor - und gegenüber Verbrennern klar im Vorteil.

Die ADAC-Pannenstatistik 2025 ist da - mit klarem Ergebnis zugunsten von E-Autos. (Bildquelle: ADAC e.V.) Die ADAC-Pannenstatistik 2025 ist da - mit klarem Ergebnis zugunsten von E-Autos. (Bildquelle: ADAC e.V.)

Die aktuelle ADAC-Pannenstatistik 2025 liefert neue Erkenntnisse zur Zuverlässigkeit der deutschen Fahrzeuge. Das Fazit: Elektroautos sind deutlich zuverlässiger als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.

Für seine Pannenstatistik 2025 hat der ADAC insgesamt 3,6 Millionen Einsätze aus dem Jahr 2024 analysiert – eine leichte Steigerung gegenüber den rund 3,5 Millionen Einsätzen im Vorjahr.

Mit der zunehmenden Verbreitung von Elektrofahrzeugen stieg auch die Zahl der E-Auto-Pannen: 43.678 Mal wurden die ADAC-Helfer 2024 zu liegengebliebenen Elektroautos gerufen, was einem Zuwachs von 46 Prozent im Vergleich zu 2023 entspricht.

  • Insgesamt wurden 159 Fahrzeugmodelle von etwa 20 Automarken im Alter zwischen zwei und neun Jahren in der Statistik berücksichtigt.
  • Um in die Auswertung aufgenommen zu werden, mussten die Baureihen mindestens 7.000 Zulassungen in zwei Jahren aufweisen.

Die Analyse konzentrierte sich dabei auf technische Defekte; selbst verschuldete Ursachen wie ein leerer Tank oder Akku wurden nicht berücksichtigt.

E-Autos vs. Verbrenner: ADAC hat einen klaren Sieger

Der direkte Vergleich zwischen Elektrofahrzeugen und Verbrennern fällt eindeutig aus. Bei zwei- bis vierjährigen Fahrzeugen liegt die Pannenkennziffer (Pannen pro Tausend Autos) für Verbrenner mit 9,4 deutlich über der von Elektroautos mit nur 3,8.

Noch deutlicher wird der Unterschied bei den drei Jahre alten Fahrzeugen: Hier verzeichnete der ADAC bei Verbrennern 6,4 Pannen pro 1.000 Fahrzeuge, während es bei gleichaltrigen Elektroautos nur 2,8 waren.

Besonders zuverlässig unter den zweijährigen Elektroautos erwies sich der Tesla Model 3 mit einer Pannenkennziffer von nur 0,5. Bei den Verbrennern schnitten der MINI und der Audi A4 mit Pannenkennziffern von 0,3 bzw. 0,4 am besten ab.

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Die häufigsten Pannenursachen: Starterbatterie bleibt bei beiden Varianten das Problemkind

Nur ein Bauteil ist sowohl bei Elektroautos als auch bei Verbrennern ein Sorgenkind. In beiden Fällen stellt nämlich die 12-Volt-Starterbatterie die häufigste Pannenursache dar.

Bei E-Autos ist sie für rund 50 Prozent aller Pannen verantwortlich, bei Verbrennern für etwa 45 Prozent. Insgesamt gingen 2024 fast 45 Prozent aller Pannen auf das Konto einer leeren oder defekten Batterie.

Nach der Starterbatterie folgen als Pannenursachen:

  • Motorprobleme bzw. Probleme mit der Motorelektronik (22,1 Prozent)
  • Ausfälle an Anlasser, Generator, Bordnetz oder Beleuchtung (10,6 Prozent)
  • Defekte an Reifen (8,8 Prozent)
  • Probleme mit Schließsystemen (6,9 Prozent)

Bei Elektroautos treten Probleme mit der Bordelektronik indes häufiger auf. Dies liegt laut dem ADAC unter anderem daran, dass die 12-Volt-Batterie durch häufiges »Aufwecken« der Fahrzeuge per App stärker belastet wird als von den Herstellern vorhergesehen.

Toyota: Vom Zuverlässigkeitschampion zum Sorgenkind

Ein überraschendes Ergebnis der aktuellen Pannenstatistik ist das schlechte Abschneiden von Toyota. Die japanische Marke, die sich in der Vergangenheit einen ausgezeichneten Ruf für Zuverlässigkeit erworben hatte, zeigt bei mehreren Hybrid-Modellen hohe Pannenhäufigkeiten.

Besonders betroffen sind der Toyota C-HR und der Toyota RAV4 über fast alle ausgewerteten Baujahre, sowie jüngere Baujahre des Yaris und des Yaris Cross.

Toyota erklärt diese Probleme mit Schwierigkeiten bei der Starterbatterie, die sich nicht mit der nötigen Stromaufnahmestärke aufladen ließ. Viele dieser Batterien wurden inzwischen durch stärkere Versionen ersetzt – entweder kostenlos im Rahmen der Herstellergarantie oder durch individuelle Kulanzregelungen.

Dennoch spricht der ADAC in seinem Gesamtfazit von einer »zunehmenden Zuverlässigkeit von Elektrofahrzeugen« und führt dies auf den Lernprozess der Hersteller zurück, die viele der anfänglichen Probleme und Schwachstellen behoben haben.

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