AMD schreibt Geschichte: Intel Xeon für Server klar geschlagen

Lange dominierte Intel den Markt für Datacenter-Prozessoren. Mit Epyc Rome kann AMD aber ein Zeichen setzen und lässt die Konkurrenz technisch alt aussehen.

von Alexander Köpf,
14.08.2019 18:34 Uhr

Nach Ryzen 3000 soll auch Epyc Rome als Meilenstein in die Geschichte AMDs eingehen. Auf dem Papier scheint das gelungen, aber auch erste Tests unterstreichen die Ausnahmestellung im Server-Segment.Nach Ryzen 3000 soll auch Epyc Rome als Meilenstein in die Geschichte AMDs eingehen. Auf dem Papier scheint das gelungen, aber auch erste Tests unterstreichen die Ausnahmestellung im Server-Segment.

Mit Zen 2 alias Ryzen 3000 ist AMD auf dem Consumer-Markt ein Coup gelungen, selbst Erzrivale Intel zollte in einem internen Memo Respekt und warnte vor der Konkurrenz.

Exakt einen Monat danach legte AMD mit den ebenfalls auf der Zen-2-Architektur basierenden Epyc Rome im Server-Segment nach. Und erste Tests scheinen zu bestätigen: AMD ist etwas Historisches gelungen (via ComputerBase).

Dank Zen auf Augenhöhe mit Intel

Zen 3 hat die Designphase verlassen und soll 2020 Marktreife erlangen - auch Zen 4 scheint im Plan für 2021 zu liegen. (Bild: INpact Hardware)Zen 3 hat die Designphase verlassen und soll 2020 Marktreife erlangen - auch Zen 4 scheint im Plan für 2021 zu liegen. (Bild: INpact Hardware)

Bereits mit den ersten Zen-Prozessoren (Ryzen 1000, Epyc Naples) war AMD Intel wieder deutlich näher gekommen. In der zweiten Iteration Zen+ (Ryzen 2000) wurde der Vorsprung Intels erneut verkürzt, ehe nach Meinung vieler Leser und Tester mit Zen 2 (Ryzen 3000, Epyc Rome) erstmals seit über einer Dekade wieder vollständig zu Intel aufgeschlossen werden konnte.

Manch einer sieht AMD sogar vorne, gerade wenn Sicherheitslücken und das Preis-Leistungs-Verhältnis in die Gleichung mit einbezogen werden.

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Epyc Rome als »Xeon-Dominator«

128 PCIe-4.0-Lanes binden moderne NVME-SSDs und Netzwerkkarten an und sind ein klares Verkaufsargument pro Epyc Rome.128 PCIe-4.0-Lanes binden moderne NVME-SSDs und Netzwerkkarten an und sind ein klares Verkaufsargument pro Epyc Rome.

Als unbestreitbarer Sieger scheint AMD derzeit aus dem Servermarkt hervorzugehen. Zumindest auf dem Papier dominiert Epyc Rome Intels Xeon-Prozessoren.

Dabei reicht die Spannweite von Epyc 7232P (das P steht für Single-Socket-Server) mit 8 Kernen und 16 Threads für 450 US-Dollar bis hin zum 64-Kerner mit 128 Threads Epyc 7742 für 6.950 US-Dollar. Insgesamt gibt es 19 neue Epyc Rome-Modelle.

Um die bisherigen Epyc-Generationen unterscheiden zu können, tragen alle Prozessoren der Naples-Reihe eine »1« am Ende des Namens (7xx1), um auf Zen (Zen 1) hinzuweisen. Die auf Zen 2 basierende Rome-Reihe wird mir einer »2« gekennzeichnet (7xx2).

Neben der hohen Kernzahl bietet das neue Flaggschiff 2,25 GHz in der Basis und 3,4 GHz Turbotakt, bei einer TDP (Thermal Design Power) von 225 Watt und 256 MB L3-Cache. Hinzu kommen acht Speicherkanäle für DDR4-3200 (bis zu 4 TByte pro Sockel) sowie 128 PCIe-4.0-Lanes.

Intel auf dem Servermarkt angezählt

Intel Ice Lake wird in 10nm gefertigt und verspricht eine Steigerung der Leistung pro Takt von 18 Prozent. Vorerst erscheinen aber nur Laptop-Prozessoren.Intel Ice Lake wird in 10nm gefertigt und verspricht eine Steigerung der Leistung pro Takt von 18 Prozent. Vorerst erscheinen aber nur Laptop-Prozessoren.

Intels aktuell leistungsstärkste Server-CPU Xeon Platinum 9282 bringt es auf 56 Kerne (112 Threads), die sich aus zwei 28-Kern-Xeons zusammensetzen.

Sie takten mit 2,6 GHz Standard- und 3,8 GHz Boost-Takt zwar höher als AMDs Spitzenmodell, werden dafür aber auch mit einer TDP von 400 Watt angegeben - der Energieverbrauch großer Serverfarmen und Datacenter ist einer der größten Kostenpunkte und daher von entscheidender Bedeutung.

Cascade Lake AP wird erneut im in die Jahre gekommenen 14nm-Verfahren gefertigt, weshalb keine großen Sprünge in puncto Energieeffizienz zu erwarten waren - AMD hingegen kann gerade im Servermarkt den Vorteil der geringeren Strukturbreite (7nm) ausspielen.

Zudem unterstützt der Skylake-Refresh nur DDR4-2933 (2 x 6 Speicherkanäle), PCIe 3.0 (48 Lanes) und kostet laut Listenpreis knapp 12.000 US-Dollar.

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Historischer Triumph?

Die amerikanische Tech-Seite Anandtech konnte einen Blick auf zwei 64-Kern Epyc-Prozessoren werfen und sieht daher in der Markteinführung von Rome einen technischen Führungswechsel von geschichtsträchtigem Ausmaß:

"Hat AMD das Undenkbare geschafft und Intel so geschlagen, dass es keinen Wettbewerb gibt? Nach unseren vorläufigen Tests ist dies der Fall. Die Markteinführung der zweiten Generation von AMD Epyc-Prozessoren ist nicht weniger als »historisch« und übertrifft die Konkurrenz in nahezu jeder Hinsicht um ein Vielfaches: Leistung, Leistung pro Watt und Leistung pro Dollar."

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