Quellcode zu AMD High-End-Grafikkarten gestohlen, laut Hacker 100 Millionen Dollar Wert

Ein unbekannter Hacker scheint im Besitz sensibler Daten zu aktuellen und künftigen AMD-Radeon-GPUs zu sein - die Strafverfolgung ist eingeschaltet.

von Alexander Köpf,
26.03.2020 10:41 Uhr

Laut AMD sollen die gestohlen Daten weder wettbewerbs- noch sicherheitsrelevant sein. Die Strafverfolgungsbehörden wurden dennoch eingeschaltet. (Bildquelle: AMD) Laut AMD sollen die gestohlen Daten weder wettbewerbs- noch sicherheitsrelevant sein. Die Strafverfolgungsbehörden wurden dennoch eingeschaltet. (Bildquelle: AMD)

AMD wurde offenbar massiv bestohlen, wie aus einem Bericht von TorrentFreak hervorgeht. Demnach habe sich ein unbekannter Hacker Zugang zu einem ungeschützten AMD-Server verschafft und dort die Quellcodes zu verschiedenen Grafikchips erbeutet. Der Wert der Daten soll insgesamt 100 Millionen US-Dollar betragen, ein Käufer wird gesucht.

Um welche Daten handelt es sich genau?

Laut TorrentFreak will der Hacker im Besitz der Quellcodes aktueller und zukünftiger Grafikchips sein:

  • Navi 21: Big Navi, möglicherweise RX 5950 (XT) oder auch RX 6xxx
  • Arden: Grafikchip der Xbox Series X
  • Navi 10: Radeon RX 5700, RX 5700 XT, RX 5600 (XT)

Die sensiblen Daten sollen sich bereits seit November 2019 in den Händen des Hackers befinden. Dieser beziffert den Wert auf 100 Millionen Dollar und bietet sie via Github zum Verkauf an.

Gibt es bereits Interessenten? Bislang scheint sich das Interesse an den Informationen in Grenzen zu halten. Sollte das auch weiterhin so bleiben, werde der Hacker laut TorrentFreak die Daten frei zur Verfügung stellen.

Neue AMD CPUs & GPUs: Ryzen 4000 & Big Navi erscheinen angeblich im Oktober   47     1

Mehr zum Thema

Neue AMD CPUs & GPUs: Ryzen 4000 & Big Navi erscheinen angeblich im Oktober

AMD leitet Gegenmaßnahmen ein

AMD hat entsprechende Github-Repositories unter Berufung auf den US-amerikanischen Digital Millenium Copyright Act, kurz DMCA, mittlerweile schließen lassen.

Des Weiteren hat sich das Unternehmen eigenen Angaben zufolge nun auch an die Strafverfolgungsbehörden gewandt, beschwichtigt aber gleichzeitig:

"Uns ist zwar bekannt, dass der Täter weitere Dateien hat, die nicht veröffentlicht wurden, aber wir glauben, dass die gestohlene Grafik-IP [Intellectual Property, geistiges Eigentum] nicht Kern der Wettbewerbsfähigkeit oder Sicherheit unserer Grafikprodukte ist. Uns ist nicht bekannt, dass der Täter noch weitere IPs von AMD besitzt. "

"Wir arbeiten im Rahmen einer laufenden strafrechtlichen Untersuchung eng mit Strafverfolgungsbeamten und anderen Experten zusammen."

zu den Kommentaren (39)

Kommentare(39)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.

Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen oder schließen