Grafikkarten-Markt in der Klemme: Preise steigen auch bei älteren Modellen

Nicht nur Nvidia RTX 3080 und AMD RX 6800 XT sind knapp. In den letzten Tagen haben die Preise für ältere Modelle teils um zweistellige Beträge zugenommen.

von Alexander Köpf,
07.12.2020 14:15 Uhr

Wer plant, sich eine Grafikkarte zuzulegen, sollte die Angebote sehr genau prüfen oder lieber eine Weile warten. Wer plant, sich eine Grafikkarte zuzulegen, sollte die Angebote sehr genau prüfen oder lieber eine Weile warten.

Der Grafikkarten-Markt steckt offenbar in der Klemme. Und das nicht nur mit Blick auf die neuen Radeons der RX-6000-Reihe von AMD respektive Geforces der RTX-3000-Reihe von Nvidia.

Mittlerweile haben die Engpässe auch auf ältere Modelle übergegriffen, wie ein Blick auf Händlerseiten und Vergleichsportale verrät. Die Preise etwa für RTX 2000 und RX 5000 steigen in den letzten Tagen teils sprunghaft an. Was steckt dahinter? Wir erklären die möglichen Faktoren.

Letztes Update: 7. Dezember, um 14:15 Uhr
Neu hinzugefügt: Einschätzung unseres E-Commerce-Managers für Gaming-Hardware

Nvidia rechnet übrigens damit, dass es noch Monate dauern könnte, bis die Produktion von RTX 3080 und Co. der Nachfrage hinterher kommt:

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Preise für ältere Grafikkarten steigen

Preise um über 20 Prozent gestiegen: Die PowerColor Radeon RX 5700 XT Red Devil etwa gab es noch am 26. November für 395 Euro. Laut Geizhals.de gibt es die Custom-Karte nun im günstigsten Fall für 449 Euro, allerdings mit einer Lieferfrist von acht bis zwölf Tagen. Einige Händler haben diese RX 5700 XT eigenen Angaben zufolge noch auf Lager, die Preise fangen hier jedoch bei 470 Euro an und liegen im Mittel bei rund 500 Euro.

Preisentwicklung PowerColor Radeon RX 5700 XT Red Devil (Bildquelle Geizhals.de) Preisentwicklung PowerColor Radeon RX 5700 XT Red Devil (Bildquelle Geizhals.de)

Ebenso verhält es sich bei Modellen von Nvidia. Wer unbedingt jetzt noch beispielsweise eine RTX 2070 Super ergattern will, sollte sich sputen, denn nur noch wenige Modelle sind zu relativ moderaten Preisen verfügbar. In vielen Fällen, wie beispielsweise der MSI Geforce RTX 2070 Super Ventus OC, ist der Kurs innerhalb der letzten Woche um über 20 Prozent gestiegen - von 480 Euro auf 590 Euro.

Preisentwicklung MSI Geforce RTX 2070 Super Ventus OC (Bildquelle: Geizhals.de) Preisentwicklung MSI Geforce RTX 2070 Super Ventus OC (Bildquelle: Geizhals.de)

So klappt's mit dem Grafikkarten-Update
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Warum steigen die Preise für Grafikkarten?

Zu den Gründen können wir im Augenblick nur spekulieren. Vermutlich hängt es aber an mehreren Faktoren:

  • Nachfrage aufgrund des Leistungssprungs: Die neuen Grafikkarten von AMD und Nvidia stellen einen besonders großen Leistungssprung gegenüber den vorangehenden Generation dar. Viele Nutzer dürften auf Radeon RX 6000 und Geforce RTX 3000 für einen Umstieg gewartet haben.
  • Zusätzliche Nachfrage aufgrund des Weihnachtsgeschäfts.
  • Miner von Kryptowährungen: Die Wechselkurse für Bitcoin und Ethereum sind zuletzt deutlich gestiegen, weshalb die Nachfrage nach Grafikkarten zum Minen ebenfalls wieder deutlich zugenommen haben dürfte.
  • Produktion hinkt der Nachfrage hinterher: Die Produktion neuer Grafikkarten hinkt zum Release üblicherweise der Nachfrage hinterher. Gleichzeitig wird die Produktion älterer Modelle oftmals zurückgefahren. So wurde die Produktion von RTX 2000 bereits einige Monate vor dem Marktstart der RTX 3000 eingestellt.
  • Verzögerungen in der Lieferkette durch die Corona-Pandemie.

Update vom 7. Dezember, um 14:15 Uhr: GameStar E-Commerce-Manager für Gaming-Hardware Jakob Erckert hat uns Einblick hinter die Kulissen gewährt und verraten, wo er die Hauptgründe für die schlechte Verfügbarkeit von Grafikkarten sieht.

Demnach ist ein erheblicher Teil der Engpässe, die wiederum zu hohen Preisen führen, auf die Produktionsausfälle während der ersten Monate der Corona-Pandemie zurückzuführen. Gleichzeitig sei die Logistik ins Stocken geraten. Die Folgen werden seiner Ansicht nach auch noch in den nächsten Monaten spürbar sein. Außerdem sei die Nachfrage nach Gaming-Hardware im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen.

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