Wenn das so weiter geht, fehlt Nvidia-Grafikkarten bald ein wichtiges Argument

Mehr FPS auf Knopfdruck ohne große Nachteile war bislang vor allem Nvidias Gebiet, AMD holt mit einer neuen Version seines Upscalers aber anscheinend klar auf.

von Kay Nordenbrock,
13.05.2022 14:07 Uhr

Deathloop ist das erste Spiel mit FSR 2.0. Ein erster Test zeigt, wie gut sich der Upscaler gegen DLSS schlägt. Deathloop ist das erste Spiel mit FSR 2.0. Ein erster Test zeigt, wie gut sich der Upscaler gegen DLSS schlägt.

Bereits im März hat AMD die zweite Version ihres Upscalers FidelityFX Super Resolution oder kurz FSR 2.0 angekündigt. Rund zwei Monate später gibt es den ersten Test zu der Technologie. Die neueste Version nennt sich schlicht FSR 2.0 und hat die gleichen Ziele wie schon die erste: Mehr Bilder pro Sekunde bei möglichst gleich guter (oder sogar besserer) Grafikqualität - und wie es aussieht klappt das sehr gut.

Grundsätzlich steht FSR dabei in direkter Konkurrenz zu DLSS 2.0. Das ist die vorherrschende Upscaling-Technologie von Nvidia, die bislang meist noch klare Vorteile gegenüber FSR hatte und damit oft als starkes Argument für Geforce-GPUs angeführt wurde. Das könnte sich mit FSR 2.0 nun ändern.

Im Grunde funktionieren beide Technologien ähnlich. Beim Upscaling wir das Spiel nativ in einer niedrigen Auflösung dargestellt, die dann auf eine höhere Auflösung hochskaliert wird. Das kostet weniger Rechenpower, als das Spiel direkt in der höheren Auflösung zu berechnen, kann aber ähnlich gut aussehen.

Die neue Version erweitert FRS um eine temporale Komponente. Es nutzt nicht nur die Pixel des aktuellen Bildes, sondern auch die von vorherigen Frames. So kann die Technik mit mehr Informationen arbeiten und potenziell ein besseres Bild darstellen. 

Unterschiede von FSR 2.0 und DLSS 2.0 

Der Hauptunterschied bei Nvidias DLSS: Für Technik kommt zusätzlich ein sogenanntes neuronales Netzwerk zum Einsatz. Das Spiel beziehungsweise die Bilder darin werden also per KI analysiert, um für ein möglichst optimale Ergebnis zu sorgen.

Während die Berechnungen für FSR 2.0 auf normalen Shader-Einheiten der Grafikkarte stattfinden können, setzt Nvidias neuronales Netzwerk hingegen die eigenen Tensor-Kerne bei RTX-Grafikkarten zur Berechnung voraus. 

In der Praxis bedeutet das, dass ihr FSR 2.0 mit allen modernen Grafikkarten unabhängig vom Hersteller nutzen könnt. Für Nvidias DLSS hingegen braucht ihr eine Grafikkarte von Nvidia. Wenn ihr so eine habt, findet ihr in diesem Artikel alle Spiele, die Nvidias DLSS und Raytracing unterstützen:

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So schlägt sich FSR 2.0 im Praxistest

Die Kollegen von Computer Base konnten FSR 2.0 bereits vorab im Spiel Deathloop testen und haben die Technik mit dem Vorgänger FSR 1.0 und mit DLSS verglichen. Im Vergleich mit FSR 1.0 ist das Urteil klar: FSR 2.0 sieht einfach weitaus besser aus. Es bringt zwar grundsätzlich etwas weniger Performance, sieht dafür aber auch bei niedrigeren Auflösungen besser aus als FSR 1.0 bei höheren Auflösungen, wodurch FSR 2.0 in jedem Fall die bessere Wahl ist. 

Spannender ist das Duell mit Nvidia: Hier gibt es laut CB-Test verschiedene Stärken und Schwächen für beide Technologien. In einer Szene in Deathloop ist ein großer Zaun mit vielen dünnen Drähten zu sehen. Beide Upscaler haben Probleme, dieser korrekt darzustellen, weil es für die Techniken schwierig ist, diese Feinheiten aus der niedrigeren Auflösung zu skalieren. Das resultiert in einem Flimmern, wie ihr in folgendem Video der Kollegen von Computerbase sehen könnt:

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Bei FSR 2.0 flimmert der Zaun hier auf große und mittlere Distanz, während er mit Nvidias DLSS nur auf nähere Distanz anfängt zu flimmern. Hier schneidet Nvidias Technik also besser ab. Allerdings kann auch FSR 2.0 punkten. Den Testern ist aufgefallen, dass es mit AMDs Technik grundsätzlich zu weniger Grafikfehlern und sogenanntem Smearing kommt. Dabei sieht es so aus, als wenn das Bild an einer Stelle mit der Bewegung verwischt. 

Insgesamt kann FSR 2.0 überzeugen

Auch bei der Bildschärfe liegt FSR 2.0 vorne. CB attestiert der AMD-Technik eine weitaus bessere Bildrekonstruktion und knackigere Bilder. Grundsätzlich schneidet FSR 2.0 also sehr gut ab.

Allerdings muss man auch dazu sagen, dass AMDs neuer Upscaler bisher in lediglich einem Spiel getestet werden konnte. Mit der Zeit und mit weiteren Spielen können sich durchaus Grafikfehler und Ungereimtheiten auftun. Einen guten Start hat FSR 2.0 aber allemal erwischt, vor allem da jeder mit einer modernen Grafikkarte die Technik nutzen kann. 

Wir sind gespannt, wie sich FSR 2.0 in anderen Spielen schlägt. Die Technik ist momentan noch für die folgenden Spiele angekündigt: 

Wenn ihr bei FSR, DLSS und weiteren Abkürzungen im Grafikkarten-Bereich Kopfschmerzen bekommt, können wir diese eventuell lindern, indem wir euch die wichtigsten Begriffe erklären. In folgendem Artikel haben wir alle relevanten Techniken zusammengefasst: 

DLDSR, FSR, RSR, XeSS und Co.: Wofür stehen die Abkürzungen bei den Grafikkarten? 

Habt ihr DLSS schon in einigen Spielen genutzt? Was sind eure Erfahrungen mit der Technik? Werdet ihr FSR 2.0 ausprobieren? Lasst es uns gerne wissen. 

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