Nachdem AMD vor einer Woche den Vorhang für die neue Ryzen-9000-Generation gelüftet hat, folgen nun die beiden Top-Modelle. Eines davon tritt in diesem Test an, genauer gesagt der Ryzen 9 9950X.
Er hat stolze 16 Kerne zu bieten, ist dafür aber auch etwa 300 Euro teurer als der Ryzen 7 9700X mit acht Kernen aus unserem ersten Ryzen-9000-Test.
Ob sich der 9950X klar von dem Achtkerner absetzen kann und wie er sich gegen andere CPUs von AMD und Intel schlägt, zeigen unsere Messungen.
Welche Ryzen-9000-CPUs erscheinen jetzt und wie teuer sind sie?
Am 15. August kommen die Modelle Ryzen 9 9950X (16 Kerne) und Ryzen 9 9900X (zwölf Kerne) auf den Markt. Bereits eine Woche zuvor sind der Ryzen 7 9700X (acht Kerne) und der Ryzen 5 9600X (sechs Kerne) erschienen.
Die offiziellen Euro-Preise lauten folgendermaßen:
- Ryzen 9 9950X: 709 Euro
- Ryzen 9 9900X: 539 Euro
- Ryzen 7 9700X: 399 Euro
- Ryzen 5 9600X: 309 Euro
Was sind die größten Neuerungen von Ryzen 9000?
Große Neuerungen gibt es nicht. Im Kern handelt es sich um ein überschaubares Upgrade, das vor allem unter der Haube stattfindet, also in Form eines verbesserten Fertigungsverfahrens und einer überarbeiteten Architektur.
Das zeigt auch der Specs-Vergleich zwischen dem 9950X und dem 7950X:
| Ryzen 9 9950X | Ryzen 9 7950X | |
|---|---|---|
| Kerne / Threads | 16/32 | 16/32 |
| TDP | 170 Watt | 170 Watt |
| max. Boost-Takt | 5,7 GHz | 5,7 GHz |
| CPU-Fertigung | 4 nm | 5 nm |
| RAM | DDR5-5600 | DDR5-5200 |
| Cache (L1/L2/L3) | 1.280 KB / 16 MB / 64 MB | 1.024 KB / 16 MB / 64 MB |
Brauche ich beim Kauf ein neues Mainboard?
Das kommt darauf an, welche CPU ihr derzeit besitzt.
- Ihr habt ein Ryzen-7000-Modell: Dann benötigt ihr keine neue Hauptplatine, da Ryzen 9000 ebenfalls auf den Sockel AM5 setzt. Das BIOS muss allerdings aktuell genug sein, um die neuen CPUs zu unterstützen.
- Ihr habt ein Ryzen-5000-Modell (oder älter): In dem Fall benötigt ihr nicht nur ein neues Mainboard, sondern auch passenden DDR5-RAM, wenn ihr euch ein Ryzen-9000-Modell kaufen wollt.
Wie gehen wir bei CPU-Tests mit Intels aktuellen Problemen um?
Prozessoren von Intel haben teils mit Stabilitätsproblemen und sogar kompletten Ausfällen zu kämpfen. Die Gründe dafür sind vielfältig und nicht jede CPU ist davon betroffen. Aber wenn es ein Modell erwischt hat, kommt wahrscheinlich jede Rettung zu spät und nur noch ein Austausch des Prozessors hilft.
Das hat auch auf unser Testsystem Auswirkungen, allerdings eher indirekter Art, da unsere CPUs bislang keine Schwierigkeiten machen.
Grundsätzlich gilt für die Intel-Modelle das, was für alle Prozessoren in unserem Testsystem gilt: Wir testen CPUs mit den Standardeinstellungen, die durch Intel und den jeweiligen Mainboard-Hersteller vorgegeben sind.
Im Falle des Core i9 14900K und des Asus ROG Maximus Hero mit der BIOS-Version 3701 bedeutet das beispielsweise, dass im UEFI des Mainboards bei den Leistungs-Einstellungen nach dem Zurücksetzen auf die Standardeinstellungen inzwischen Intel Default Settings
ausgewählt ist, statt der Option Asus Advanced OC Profile
, die die CPU stärker belastet.
Erste Microcode-Updates wurden inzwischen bereits veröffentlicht, bei unseren Benchmarks kamen sie aber noch nicht zum Einsatz.
Wir werden die Leistung der Intel-Modelle mit neuem Microcode bald überprüfen. Erste Tests von Kollegen deuten auf die erwarteten geringen Performance-Verluste hin.
Speziell Spiele sind davon weniger betroffen als Anwendungen, weil hier in der Regel nur ein Teil der Kerne belastet wird. Wie genau die Auswirkungen im Falle unserer Messungen sind, können aber erst konkrete Benchmarks zeigen.
Ryzen 9 9950X im Test: Steel Nomad
- Im Steel Nomad von 3D Mark erreicht der Ryzen 9 9950X eine beachtliche Leistung, die ihm den dritten Platz beschert.
- In 720p scheitert er nur ganz knapp am Ryzen 7 5800X3D. AMDs zusätzlicher 3D-V-Cache kann in diesem Test insgesamt glänzen, wie auch der erste Platz des Ryzen 7 7800X3D zeigt.
- In Full HD rücken alle getesteten Modelle sehr eng zusammen, weil dann primär die Leistung der GPU entscheidend für die Performance ist. In 4K gilt das sogar noch mehr.
3D Mark Steel Nomad: Insgesamt
Durchschnitt aus 1280x720, 1920x1080 und 3840x2160
- durchschnittliche FPS
- 0,0
- 48,0
- 96,0
- 144,0
- 192,0
- 240,0
*Microcode-Update für Intel-CPUs gegen Spannungsspitzen bzw. Stabilitätsprobleme nicht aktiv
Ryzen 9 9950X im Test: Spiele-Benchmarks
- Der Ryzen 9 9950X mit 16 Kernen taktet unter Spielelast zwar teils mit etwa 300 MHz weniger als der Ryzen 7 9700X mit acht Kernen. In den von uns getesteten Titeln liegen beide Prozessoren unterm Strich aber fast gleichauf.
- Die stärkste Konkurrenz macht AMD sich selbst: Der Ryzen 7 7800X3D liegt trotz nochmal um mehrere hundert MHz niedrigerer Taktraten an der Spitze, was er seinem zusätzlichen 3D-V-Cache zu verdanken hat.
- Die getesteten Spiele liegen den beiden neuen Ryzen-Prozessoren ohne diesen Cache weniger gut. Mit steigender Auflösung werden die Unterschiede zwischen den CPUs aber insgesamt wie gewohnt geringer.
Spiele: Insgesamt
Durchschnitt aus Anno 1800, Cyberpunk 2077 und Dragons Dogma 2
- durchschnittliche FPS
- minimale FPS (99tes Perzentil)
- 0,0
- 26,0
- 52,0
- 78,0
- 104,0
- 130,0
*Microcode-Update für Intel-CPUs gegen Spannungsspitzen bzw. Stabilitätsprobleme nicht aktiv
Ryzen 9 9950X im Test: Anwendungsleistung
- Die gute Leistung in Spielen toppt der Ryzen 9 9950X erwartungsgemäß bei den CPU-Benchmarks im Passmark: Seine 16 gleich schnellen Kerne schlagen die Kombi aus acht Performance- und 16 Effizienzkernen von Intels Core i9 14900K am Ende recht deutlich.
- Insgesamt geht Intels Rechnung mit den Effizienzkernen aber in Bezug auf Anwendungsleistung durchaus auf: Mit Ausnahme des Core i5 14400F liegen alle Core-CPUs vor der restlichen AMD-Konkurrenz, wenn auch teils nur knapp.
- Der Ryzen 7 5800X3D landet sowohl aufgrund seiner älteren Architektur als auch durch die um etwa 400 MHz niedrigere Taktrate ein gutes Stück hinter dem 7800X3D. Die Stärken des 3D-V-Caches liegen im Rahmen unseres Tests gleichzeitig generell eher in Spielen als in Anwendungen.
Passmark Performance-Test
Alle CPU-Tests, Angaben in Punkten
- Insgesamt
- 0
- 13200
- 26400
- 39600
- 52800
- 66000
*Microcode-Update für Intel-CPUs gegen Spannungsspitzen bzw. Stabilitätsprobleme nicht aktiv
Ryzen 9 9950X im Test: Wie effizient ist die CPU?
- Da die vielen Kerne dem Ryzen 9 9950X in unseren Spiele-Tests keinen entscheidenden Performance-Vorteil verschaffen, schneidet er bei der Gaming-Effizienz nur im Mittelfeld ab.
- Besser sieht es im Passmark aus: Insgesamt landet der neue 16-Kerner auf Platz drei und erreicht dabei ein sehr ähnliches Effizienz-Niveau wie der Ryzen 7 9700X. Der Ryzen 7 7800X3D landet aber mit großem Abstand auf Platz eins.
- Intel kann in Sachen Effizienz nicht mit der aktuellen Konkurrenz von AMD mithalten und muss sich meist mit den hinteren Plätzen begnügen.
Effizienz: Steel Nomad
Durchschnitt aller Messungen
- FPS pro Watt
- 0,00
- 1,20
- 2,40
- 3,60
- 4,80
- 6,00
*Microcode-Update für Intel-CPUs gegen Spannungsspitzen bzw. Stabilitätsprobleme nicht aktiv
Welche CPUs interessieren euch im Duell besonders?
Bevor wir zum Fazit kommen, möchten wir gerne wissen, welche Gegenüberstellung ihr im Falle des Ryzen 9 9950X gerne in unseren Benchmarks sehen würdet?
Wir freuen uns über jede abgegebene Stimme bei der folgenden Umfrage dazu!
Fazit der Redaktion
Nils Raettig
@nraettig
Keine Frage: AMDs Ryzen 9 9950X aus diesem Test richtet sich erwartungsgemäß nicht primär an Spieler, auch wenn er sich in dieser Disziplin alles andere als verstecken muss.
Wer hauptsächlich mit seinem PC spielt, braucht im Jahr 2024 in aller Regel immer noch nicht mehr als acht Kerne, und das dürfte sich in den kommenden Jahren nicht entscheidend ändern.
In Anwendungen können die 16 (gleich) schnellen Kerne des Ryzen 9 9950X aber echte Vorteile bieten, und das bei einer sehr guten Effizienz.
Doch letztlich plagt den Ryzen 9 9950X das gleiche Problem wie den Ryzen 7 9700X: Sowohl die bereits erhältlichen als auch die noch kommenden X3D-Prozessoren machen es schwer, einen Kauf zu empfehlen, erst recht im Falle eines Gaming-PCs.
Das dürfte mit ein Grund dafür sein, dass die ersten Ryzen-9000-CPUs aktuellen Berichten zufolge eher Ladenhüter als Kassenschlager sind, auch wenn es sich grundsätzlich um sehr gute Prozessoren handelt.

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