50 Euro mehr in der Basisversion! Wer Samsungs neue Mittelklasse kaufen will, muss gegenüber dem Vorgänger also tiefer in die Tasche greifen. Eigentlich.
Eigentlich? Ja, denn zum Glück für Käufer teilt das Galaxy A57 das Schicksal seines Vorgängers: den rasanten Preisverfall. Nur wenige Wochen nach dem Marktstart gibt es das Handy bereits knapp 200 Euro günstiger.
Lohnt sich das A57 für den Preis? Das habe ich für euch getestet.
Transparenzhinweis: Samsung hat mir das Galaxy A57 für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Inhalt des Artikels und bekam keine Einsicht vor Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.
Lieferumfang
Wie schon beim Galaxy A56 und den meisten aktuellen Samsung-Handys fällt auch der Lieferumfang des A57 sehr überschaubar aus.
Ihr bekommt neben dem Handy:
- ein USB-C-Kabel
- ein SIM-Eject-Tool
- eine Kurzanleitung
Eine Schutzhülle oder Displayschutzfolie legt Samsung dem Handy nicht bei, auch ein Netzteil fehlt. Wenn ihr die 45-Watt-Schnellladung ausnutzen wollt, benötigt ihr also ein entsprechend leistungsstarkes Ladegerät.
Inhaltsverzeichnis
So habe ich getestet
Ich habe das Samsung Galaxy A57 über einen Zeitraum von vier Tagen so vielseitig wie möglich im Alltag verwendet. Ganz ersetzen konnte ich mein Hauptgerät (iPhone) nicht, da meine Kommunikation größtenteils über iMessage läuft und ich zudem verschiedene Geräte über Apple HomeKit steuere.
Spezifikationen
| Komponente | Samsung Galaxy A57 5G |
|---|---|
| Display | 6,7 Zoll Super AMOLED Plus, 2.340 × 1.080 Pixel, 120 Hz |
| Prozessor | Samsung Exynos 1680 |
| Arbeitsspeicher | 8 GB RAM |
| Speicher | 128 oder 256 GB, keine microSD-Erweiterung |
| Hauptkamera | 50 MP, f/1.8, OIS |
| Ultraweitwinkel | 12 MP, f/2.2 |
| Makro | 5 MP, f/2.4 |
| Frontkamera | 12 MP |
| Akku | 5.000 mAh, 45-Watt-Schnellladen |
| Betriebssystem | Android 16, One UI 8.5 |
| Schutz | IP68 |
| Konnektivität | 5G, Wi-Fi 6/6E, Bluetooth 6.0, NFC, eSIM |
| Anschlüsse | USB-C 2.0 |
| Gewicht | ca. 179 Gramm |
| Dicke | ca. 6,9 mm |
Preis und Verfügbarkeit
Das Galaxy A57 ist in Deutschland mit einer UVP von 529 Euro für die Version mit 128 Gigabyte Speicher gestartet. Die 256-Gigabyte-Version kostet beim Hersteller 589 Euro.
Kaufinteressenten haben Glück: Das Galaxy A57 ist bereits stark im Preis gefallen und bereits ab rund 335 Euro im freien Handel erhältlich.
Erhältlich ist es in den Farben Awesome Navy, Awesome Gray, Awesome Lilac, Awesome Icyblue.
Design und Verarbeitung
Optisch orientiert sich das Galaxy A57 ganz klar an Samsungs Oberklasse, der S-Reihe: Glas vorne und hinten, Metallrahmen und schmale Displayränder.
Mit 6,9 Millimetern in der Tiefe und 179 Gramm ist es ein sehr schlankes und leichtes 6,7-Zoll-Smartphone, das gut in der Hand liegt. Aufgrund der Displaygröße ist eine Einhandbedienung allerdings selbst mit großen Händen kaum möglich – kompakt ist das A57 definitiv nicht.
Die Verarbeitung bewegt sich auf einem sehr hohen Niveau: saubere Spaltmaße, stramm sitzende Tasten mit gutem Druckpunkt, keine knarzenden Stellen.
Ein willkommenes Upgrade ist die IP68-Zertifizierung – damit hält das Smartphone einem Untertauchen bis 1,5 Meter Tiefe für 30 Minuten in Süßwasser stand. Das Vorgängermodell war mit seiner IP67-Zertifizierung allerdings auch schon gut aufgestellt und vollständig wasser- sowie staubgeschützt.
Insgesamt fühlt sich das Galaxy A57 sehr hochwertig an und erweckt eher den Eindruck eines Premium-Handys als einem aus der Mittelklasse.
Designtechnisch ist es schlicht, die spiegelglatte Rückseite sehr anfällig für Fingerabdrücke und Staub. Wer das Gerät mit einer Schutzhülle nutzt, wird davon aber nichts bemerken.
Beim Schutz des Displayglases setzt der Hersteller auf Corning Gorilla Glass Vicuts+. Oberklassegeräte nutzen in der Regel einen robusteren Standard, allerdings würde ich ohnehin immer zu einer Panzerglasfolie raten. Sie lässt sich bei Kratzern oder Beschädigungen einfach tauschen und das Display bleibt wie neu.
Prozessor und Speicher
Im Inneren von Samsungs oberer Mittelklasse arbeitet der Exynos 1680, ein Achtkern-Chip, der leicht über dem Exynos 1480 aus dem A56 liegt.
In meinen Benchmarks erreicht das Galaxy A57 1.394 Punkte im Geekbench-Single-Core- und 4.484 Punkte im Multi-Core-Test. Im AnTuTu-Benchmark stehen am Ende 1.389.227 Punkte.
Geekbench CPU Single Core
Samsung Galaxy A57
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Damit liegt es vor allem im Multi-Core und bei der Gesamtperformance spürbar über dem A56, kommt aber natürlich längst nicht an Geräte mit Snapdragon-Elite-Serie oder MediaTek-Topchips heran.
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Ich teste die Leistungsfähigkeit von Smartphones einerseits mit Apps und Spielen im Alltag. Gleichzeitig messe ich die CPU- sowie Gesamtperformance mit den Benchmark-Apps »Geekbench 6« sowie »AnTuTu Benchmark«, um eine objektive Vergleichbarkeit zwischen Smartphones herzustellen. Geekbench prüft die Single- und Multi-Core-Performance des Gerätes, AnTuTu die Gesamtleistung. Beide Programme geben am Ende eine Punktzahl aus und bieten auf ihrer Webseite zudem ein Ranking mit vielen anderen Geräten an.
Im Alltag fühlt sich das A57 trotzdem angenehm flott an: Apps starten zügig, Multitasking läuft flüssig und die Oberfläche wirkt insgesamt gut optimiert.
Anspruchsvolle Spiele wie »Where Winds Meet« laufen flüssig, allerdings mit etwas reduzierten Grafikdetails. Zudem wird es auch schnell relativ warm.
Damit richtet sich das Galaxy A57 vor allem an Nutzer, die im Alltag eher einfache Tätigkeiten mit dem Handy unternehmen. Streamen, Surfen, Mails und kleine Spiele – hier fühlt sich die Mittelklasse wohl.
Erhältlich ist das Galaxy A57 mit acht Gigabyte Arbeits- sowie 128 oder 256 Gigabyte Gerätespeicher. Eine Speichererweiterung per microSD-Karte ist nicht möglich. Die Option bot Samsung zuletzt beim A55 und hat sie mit dem A56 eingestampft.
Display
Das 6,7-Zoll-Super-AMOLED-Plus-Display löst mit 2.340 × 1.080 Pixeln auf, arbeitet mit 120 Hertz und unterstützt HDR10+. Inhalte wirken scharf, die Farben sind kräftig und der Kontrast hoch. Samsung-typisch ist es einfach ein schönes OLED-Display.
Auch bei der Helligkeit macht Samsung einen guten Job. Das Display bleibt mit bis zu 1.200 Nits im Freien gut ablesbar, selbst wenn die Sonne scheint.
Der optische Fingerabdrucksensor unter dem Display entsperrt zuverlässig und relativ zügig – er arbeitet allerdings nicht so pfeilschnell und zuverlässig bei feuchten oder schmutzigen Fingern wie die Ultraschallsensoren in teureren Smartphones.
Akkulaufzeit
Beim Akku bleibt es wie beim A56 bei 5.000 Milliamperestunden, zudem verzichtet Samsung weiterhin auf den Einsatz der neuen Silizium-Kohlenstoff-Akkus.
Zum Vergleich: Das Poco X8 Pro Max bietet bereits stolze 8.500 Milliamperestunden.
Die reine Kapazität ist allerdings nur die halbe Miete, die andere Hälfte hängt maßgeblich an den eingesetzten Komponenten sowie Software-Optimierungen.
PCMark Akku-Benchmark
Samsung Galaxy A57
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Das scheint Samsung gut zu gelingen. Im Akku-Benchmark von PCMark erreicht das A57 19 Stunden und 40 Minuten. Kein Spitzenwert, aber ein großer Schritt vom Galaxy A56, welches »nur« auf 15:49 Stunden kam.
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Ich verwende die Android-Software »PCMark«, um einen Akkubenchmark durchzuführen und eine Vergleichbarkeit mit anderen Smartphones zu schaffen. Die App erledigt dabei Alltagsaufgaben wie Web-Browsing, Video-Wiedergabe, Textverarbeitung und Bildbearbeitung, bis der vollständig aufgeladene Akku unter 20 Prozent fällt. Am Ende gibt das Programm eine Zeitdauer als Gesamtergebnis aus.
Im Alltag reicht das problemlos für einen langen Tag, bei moderater Nutzung sind auch anderthalb bis zwei Tage realistisch. Es kommt aber natürlich sehr auf die Art der Nutzung an.
Geladen wird per Kabel für Samsung-Verhältnisse recht zügig, nämlich mit bis zu 45 Watt. Wireless Charging gibt es in der Mittelklasse allerdings weiterhin nicht.
Kamera
Auf dem Papier bleibt das Kamerasystem unverändert: 50-Megapixel-Hauptkamera, 12-Megapixel-Ultraweitwinkel und 5-Megapixel-Makro, dazu eine 12-Megapixel-Frontkamera.
Bei Tageslicht liefert vor allem die Hauptkamera gute Aufnahmen. Schärfe, Dynamikumfang und Farben liegen auf einem guten Niveau, ohne dass das A57 hier einen großen Sprung gegenüber dem A56 macht.
Die Fotos kommen ziemlich knallig aus dem Bildprozessor, sodass ihr sie im Prinzip nicht nachbearbeiten müsst. Allerdings wirken sie dadurch weniger natürlich – das ist Geschmackssache.
Beispielaufnahmen bei Tag:
Die Hauptkamera bietet die beste Bildqualität. Ihr 2-facher-Digitalzoom über den Sensor funktioniert ordentlich, sodass ihr näher an Motive herankommt. Eine echter Telezoom wäre zwar schöner, aber es ist besser als nichts.
Der Ultraweitwinkel ist deutlich schwächer als die Hauptkamera. Bei gutem Licht reicht die Qualität aber aus, sofern ihr nicht sehr in das Bild reinzoomt. Dann nimmt die Qualität schnell ab und Details gehen verloren.
Die 5-Megapixel-Makrokamera ist im Alltag leider nicht wirklich brauchbar. Ja, man kann mit ihr Nahaufnahmen machen. Allerdings verwackeln diese selbst bei bestem Sonnenschein schnell, sodass die Aufnahmen unscharf werden. Zudem ist auch die allgemeine Bildqualität nicht besonders gut.
Bei wenig Licht liefert die Kamera zwar brauchbare, aber nur mittelmäßige Ergebnisse. Zudem müsst ihr das Handy ruhig halten, da es sonst zu eher matschigen Aufnahmen kommen kann, wie das vorletzte Bild der Kirche in der nachfolgenden Galerie zeigt.
Beispielaufnahmen in der Dämmerung:
Bei den Beispielaufnahmen war es noch nicht stockduster, sondern dämmerte noch rund 45 Minuten nach Sonnenuntergang. Selbst mit dem Restlicht zeigt sich das Kamerasystem des A57 jedoch nur als mittelprächtig. Qualitativ hochwertige Aufnahmen gelingen bei Dunkelheit nicht.
Die Frontkamera macht bei gutem Licht schöne Selfies, bei wenig Licht greift die Rauschunterdrückung zwar sichtbar ein. Die Qualität ist aber noch ausreichend für Videochats und Co.
Die Frontkamera reicht für Videochats und Selfies vollkommen aus. Wenn das Licht stimmt, entstehen gute Aufnahmen. (Bildquelle: GameStar Tech).
Lautsprecher
Wie der Vorgänger besitzt auch das Galaxy A57 Stereo-Lautsprecher. Die maximale Lautstärke reicht für YouTube, Podcasts und gelegentliche Serienfolgen völlig aus, allerdings fehlt es an Volumen und Dynamik.
Für kurze Videos oder Podcasts ist der Klang in Ordnung, für Musik oder längere Filmchen würde ich zu Kopfhörern oder einem Bluetooth-Lautsprecher greifen.
Konnektivität
Bei der Konnektivität ist das A57 auf dem Stand der Zeit:
- 5G
- Dual-SIM inklusive eSIM
- NFC
- WLAN 6e
- Bluetooth 6.0
- USB-C 2.0
Der USB-C-Port arbeitet allerdings weiterhin nur mit USB-2.0-Geschwindigkeit. Fürs Laden ist das egal, wer regelmäßig große Datenmengen per Kabel verschiebt, sollte diesen Punkt aber im Hinterkopf behalten.
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Betriebssystem und Updates
Das Galaxy A57 startet mit Android 16 und Samsungs One UI 8.5. Die Oberfläche ist aufgeräumt, bietet viele Funktionen und ist auch für Samsung-Neulinge schnell erlernbar.
Dazu kommen einige KI-Features unter dem Namen »Awesome Intelligence« – so nennt Samsung die etwas abgespeckte KI-Palette der A-Reihe im Vergleich zur »Galaxy AI« der S-Modelle.
An Bord sind unter anderem Circle to Search, Objektradierer, Bearbeitungsvorschläge für Fotos, AI Select für Schnellaktionsvorschläge aus Bildschirminhalten sowie der Transkriptions-Assistent.
Kleiner Kritikpunkt: Samsung hat beim A57 einige Drittanbieter-Apps wie Netto Online, TikTok oder Spotify vorinstalliert. Bei der Einrichtung müsst ihr außerdem darauf achten, nicht versehentlich noch eine Handvoll Spiele zu installieren.
Der große Pluspunkt bleibt die Update-Politik: Samsung verspricht für das Galaxy A57 sechs große Android-Versionen und sechs Jahre Sicherheitsupdates. Wer sein Smartphone möglichst lange nutzen will, bekommt hier ein starkes Kaufargument.
Für wen lohnt sich das Galaxy A57?
Das Galaxy A57 lohnt sich für euch, wenn ...
- ihr ein großes, aber dünnes und leichtes Smartphone mit hochwertiger Haptik sucht.
- euch ein gutes OLED-Display, IP68-Schutz und lange Updates wichtiger sind als maximale Performance.
- ihr hauptsächlich einfache Apps wie Social Media, Streaming, Messenger und Co. nutzt.
Weniger gut passt das Gerät zu euch, wenn ...
- ihr viel spielt oder möglichst viel Leistung fürs Geld wollt.
- euch Kamera-Flexibilität und eine hohe Bildqualität wichtig sind.
- ihr Wireless Charging erwartet.
Mögliche Alternativen
Nothing Phone 4a: Einzigartiges Design, gute Kamera und lange Ausdauer sowie eine ordentliche Gesamtleistung, aber mit kürzerer Update-Perspektive.
Poco X8 Pro Max: Spürbar schneller, mit größerem Akku, dafür kameraseitig nicht auf Samsung-Niveau.
Samsung Galaxy A56: Bietet ein sehr ähnliches Display, ähnliche Kamera und ein insgesamt vergleichbares Nutzungserlebnis, kostet aber etwas weniger.
Weitere Alternativen findet ihr in meinem Artikel »Die besten Handys unter 400 Euro – meine 3 Top-Empfehlungen bis 400 Euro«. Solltet ihr etwas mehr Budget haben, so gibt es von mir außerdem drei Empfehlungen unter 600 Euro.
Fazit
Das Samsung Galaxy A57 ist ein sehr gut verarbeitetes, leichtes Mittelklasse-Smartphone mit schönem OLED-Display, solider Schnappschusskamera, ordentlicher Akkulaufzeit und langer Update-Garantie.
Wer ein zuverlässiges und robustes Alltagsgerät mit IP68-Schutz sucht, macht mit dem A57 nichts falsch. Es ist ein solides, aber nicht aufregendes Gesamtpaket – gutes Mittelmaß ohne herausstechende Stärken und Schwächen.
Die UVP ist aus meiner Sicht zu hoch angesetzt, aber durch den Preisverfall ist es nun interessant geworden. Alternativ gibt es in dem Preisbereich aber unter anderem von Poco und Nothing starke Smartphones, die in bestimmten Disziplinen wie Kamera oder Leistung besser abschneiden.

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