Die schnellste und beste CPU, die ihr euch nicht kaufen werdet: AMD Ryzen 9 9950X3D im Test

Mit dem Ryzen 9950X3D legt AMD seine 16-Kern-CPU neu auf und packt den schnellen X3D-Cache dazu. Was das für das Gesamtpaket heißt, klären wir im Test.

Im Test des Ryzen 9 9950X klären wir, welche Vor- und Nachteile die neue Spitzen-CPU hat. Im Test des Ryzen 9 9950X klären wir, welche Vor- und Nachteile die neue Spitzen-CPU hat.

Mit dem Ryzen 9 9950X3D aus diesem Test vereint AMD auf dem Papier das beste aus zwei Welten: Die hohe Kernzahl von 16 wird mit dem längst erprobten und beliebten 3D-V-Cache kombiniert.

Damit schickt sich der neue High-End-Prozessor an, den sehr beliebten Achtkern-CPUs Ryzen 7 9800X3D und Ryzen 7 7800X3D aus dem eigenen Hause starke Konkurrenz zu machen.

Wie gut das gelingt, klären wir im folgenden Test mit zahlreichen Benchmarks.

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Transparenzhinweis: AMD hat uns den Ryzen 9 9950X3D sowie ein AM5-Mainboard, 32 GByte DDR5-RAM und eine M2.SSD für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.

Leistungs-Tipp
AMD Ryzen 9 9950X3D
AMD Ryzen 9 9950X3D
AMDs neuer Ryzen 9950X3D bietet dank 16 Kernen und schneller, moderner Architektur nicht nur in Anwendungen höchste Leistung, sondern durch den 3D-V-Cache auch in Spielen. Wer mit seinem PC hauptsächlich zockt, der bekommt vergleichbare Leistung allerdings bereits mit acht Kernen und für deutlich weniger Geld, sowohl in Form des Ryzen 7 9800X3D als auch durch den immer noch sehr empfehlenswerten Ryzen 7 7800X3D.
  • sehr hohe Spieleleistung
  • sehr hohe Anwendungsleistung
  • effizient in Spielen
  • sehr effizient in Anwendungen
  • X3D-Cache nur auf einem Chiplet verbaut
  • maximale Effizienz in Spielen erfordert das Abschalten von Kernen
Die neuen CPUs & ihre technischen Daten
Welche neuen Modelle erscheinen wann und zu welchem Preis?

Neben dem neuen Ryzen 9 9950X3D aus diesem Test kommt auch der Ryzen 9 9900X3D auf den Markt, der auf 12 statt 16 Kerne setzt.

Die UVP des 9950X3D liegt bei 769 Euro, die des 9900X3D bei 659 Euro. Beide Prozessoren sind ab dem 12. März verfügbar.

Vergleich mit Ryzen 9 9800X3D und Ryzen 9 9950X
Ryzen 9 9950X3DRyzen 9 9800X3DRyzen 9 9950X
Kerne / Threads16/328/1616/32
max. Boost-Takt5,7 GHz5,2 GHz5,7 GHz
Sockel / FertigungAM5 / 4 nmAM5 / 4 nmAM5 / 4 nm
RAMDDR5-5600DDR5-5600DDR5-5600
Cache (L2 / L3)16 MB / 64 MB8 MB / 32 MB16 MB / 64 MB
3D-Cache64 MB64 MBnein
TDP170 Watt120 Watt170 Watt

Ryzen 9 9950X3D im Test: Steel Nomad

Wir beginnen unseren Test mit Messungen in bewusst niedriger Auflösung, damit die Grafikkarte möglichst wenig zum limitierenden Faktor wird. Im synthetischen Test Steel Nomad von 3D Mark erreicht der Ryzen 9 9950X3D dabei einen respektablen dritten Platz.

Der Vorsprung zum Ryzen 9 9950X3D fällt gleichzeitig mit vier Prozent sehr überschaubar aus, einen großen Unterschied macht der 3D-Cache in diesem Fall also nicht.

Neu in den Messungen dabei ist übrigens auch Intels Core Ultra 285K. Zum Release im Herbst 2024 hat die CPU teils noch größere Probleme in Spielen und auch in Steel Nomad gemacht. Inzwischen erreicht sie aber etwa das Niveau anderer Intel Top-CPUs wie dem Core i9 14900K.

3D Mark Steel Nomad
1280x720 (RTX 4090, 32 GByte RAM)

  • durchschnittliche FPS
Ryzen 7 9800X3D Windows 11 24H2, 8C/16T, DDR5-5600
367,4
Ryzen 7 7800X3D Windows 11 24H2, 8C/16T, DDR5-5200
366,7
Ryzen 9 9950X3D Windows 11 24H2, 16C/32T, DDR5-5600
345,6
Ryzen 7 5800X3D Windows 11 23H2, 8C/16T, DDR4-3200
335,3
Ryzen 9 9950X Windows 11 23H2, 16C/32T, DDR5-5600
333,3
Core i9 14900K Windows 11 24H2, 8C+16c/32T, DDR5-5600
299,5
Ryzen 7 9700X Windows 11 23H2, 8C/16T, DDR5-5600
298,6
Core i9 13900K Windows 11 23H2, 8C+16c/32T, DDR5-5600
296,5
Core Ultra 285K Windows 11 24H2, 8C+16c/24T, DDR5-5600
292,2
Core i5 14600K Windows 11 23H2, 6C+8c/20T, DDR5-5600
261,7
Ryzen 5 7600X Windows 11 23H2, 6C/12T, DDR5-5200
251,4
Core i5 14400F Windows 11 23H2, 6C+4c/16T, DDR5-4800
223,5
  • 0,0
  • 74,0
  • 148,0
  • 222,0
  • 296,0
  • 370,0

Ryzen 9 9950X3D im Test: Spiele-Benchmarks

Während es der Ryzen 9 9950X3D im Steel Nomad noch nicht an die Spitze unserer Benchmarks schafft, gelingt ihm dieses Kunststück in Spielen dagegen schon. Hier messen wir mit recht niedriger Full-HD-Auflösung und bei hohen Details – und offenbar in drei Spielen, die dem Ryzen 9 gut liegen.

Das hat er im Vergleich zum 7800X3D nicht seiner höheren Kernzahl zu verdanken, denn die von uns getesteten Titel werden alle vom System korrekt als Spiele erkannt. Das führt wiederum dazu, dass sie nur auf einem der beiden CPU-Chiplets beziehungsweise mit 8 statt 16 Kernen laufen, also mit genau so vielen Kernen wie im Falle des Ryzen 7 7800X3D.

Der größte Vorteil des Ryzen 9950X3D gegenüber dem Ryzen 7 7800X3D besteht stattdessen in seiner Taktrate: Er erreicht bei uns etwa 5.300 bis 5.400 MHz, während der 7800X3D auf 4.800 bis 4.900 MHz kommt. Nicht alle Titel profitieren davon gleichermaßen, aber der Vorteil kann klar vorhanden sein.

Monster Hunter Wilds
Full HD, hohe Details, DLSS Qualität, Raytracing aus (RTX 4090, 32 GByte RAM)

  • durchschnittliche FPS
Ryzen 9 9950X3D Windows 11 24H2, 16C/32T, DDR5-5600
122
Ryzen 7 7800X3D Windows 11 24H2, 8C/16T, DDR5-5200
117
Core Ultra 285K Windows 11 24H2, 8C+16c/24T, DDR5-5600
113
Ryzen 5 7600X Windows 11 23H2, 6C/12T, DDR5-5200
97
  • 0
  • 26
  • 52
  • 78
  • 104
  • 130

Kingom Come: Deliverance 2
Full HD, hohe Details, DLSS Qualität (RTX 4090, 32 GByte RAM)

  • durchschnittliche FPS
Ryzen 9 9950X3D Windows 11 24H2, 16C/32T, DDR5-5600
231
Ryzen 7 7800X3D Windows 11 24H2, 8C/16T, DDR5-5200
207
Core Ultra 285K Windows 11 24H2, 8C+16c/24T, DDR5-5600
175
Ryzen 5 7600X Windows 11 23H2, 6C/12T, DDR5-5200
138
  • 0
  • 48
  • 96
  • 144
  • 192
  • 240

Warhammer 40K: Space Marine 2
Full HD, hohe Details, DLSS Qualität (RTX 4090, 32 GByte RAM)

  • durchschnittliche FPS
Ryzen 9 9950X3D Windows 11 24H2, 16C/32T, DDR5-5600
194
Ryzen 7 7800X3D Windows 11 24H2, 8C/16T, DDR5-5200
158
Core Ultra 285K Windows 11 24H2, 8C+16c/24T, DDR5-5600
131
Ryzen 5 7600X Windows 11 23H2, 6C/12T, DDR5-5200
130
  • 0
  • 40
  • 80
  • 120
  • 160
  • 200

Ryzen 9 9950X3D im Test: Was bringt der X3D Turbo-Modus?

Im UEFI-Menü des von uns verwendeten Mainboards Gigabyte X870E Aorus Master gibt es die Option, den X3D Turbo-Modus zu aktiveren. Dann läuft der 9950X3D nur mit acht Kernen und acht Threads, also ohne die virtuelle Kernverdoppelung.

Davon profitiert vor allem 3D Mark Steel Nomad, weil der Benchmark nicht automatisch als Spiel erkannt wird. Im Durchschnitt unserer Messungen in niedriger Auflösung hält sich der Vorsprung mit sechs Prozent aber klar in Grenzen.

In Warhammer 40.000: Space Marine 2 hat der X3D Turbo-Modus sogar zu Problemen geführt, die vorher nicht da waren: Die FPS sind immer wieder unvermittelt stark abgesunken.

Insgesamt solltet ihr den X3D-Modus daher eher nicht nutzen, solange Spiele gut laufen und wenn es für euch nicht entscheidend ist, die CPU so effizient wie möglich zu betreiben.

X3D Turbo-Modus
Hohe Details, DLSS Qualität (RTX 4090, 32 GByte RAM)

  • durchschnittliche FPS
Ryzen 9 9950X3D @ Turbo-Modus Windows 11 24H2, 8C/8T, DDR5-5600
278,6
Ryzen 9 9950X3D Windows 11 24H2, 16C/32T, DDR5-5600
264,0
Ryzen 7 7800X3D Windows 11 24H2, 8C/16T, DDR5-5200
263,7
Core Ultra 285K Windows 11 24H2, 8C+16c/24T, DDR5-5600
215,9
Ryzen 5 7600X Windows 11 23H2, 6C/12T, DDR5-5200
186,5
  • 0,0
  • 56,0
  • 112,0
  • 168,0
  • 224,0
  • 280,0

Hinweis: Ob es einen X3D Turbo-Modus gibt und wie genau er sich nennt, kann je nach Mainboard-Hersteller und genauem Modell variieren. Doch insgesamt sind wir ohnehin nicht allzu angetan von dem Modus, auch wenn sich die Effizienz beim Spielen dadurch erhöht, wie unsere Effizienz-Tests zeigen.

Ryzen 9 9950X3D im Test: 4K-Gaming, Anwendungen & Effizienz

Wir haben weitere Messungen zum Ryzen 9 9950X3D durchgeführt, die sich dem Spielen in 4K, der Anwendungsleistung und der Effizienz widmen. Ihr findet sie in den folgenden Artikeln:

Solltet ihr euch den Ryzen 9 9950X3D kaufen?

Der Ryzen 9 9950X3D lohnt sich für euch, wenn...

  • ...ihr eine CPU wollt, die in allen Bereichen Spitzenleistung abliefert und ihr kein Problem damit habt, über 700 Euro allein für den Prozessor auszugeben.
  • ...ihr mit eurem PC nicht nur spielt, sondern auch Anwendungen, etwa zur Videobearbeitung nutzt, die von der hohen Kernzahl deutlich profitieren können.
  • ...ihr kein Problem damit hat, bei Spielen gegebenenfalls über die Xbox GameBar selbst sicherzustellen, dass sie auch als solche erkannt werden (Windows-Taste + G-Taste drücken, in die Einstellungen gehen und unter Allgemein den Haken setzen bei Als Spiel erinnern).

Mögliche Alternativen zum Ryzen 9 9950X3D

Ryzen 7 9800X3D: Wer nur spielt, der bekommt mit dem Ryzen 7 9800X3D vergleichbare oder sogar etwas höhere Leistung als im Falle des 9950X3D, und das für etwa 550 Euro fast 250 Euro günstiger.

Ryzen 7 7800X3D: Auch die schnellste X3D-CPU der Vorgängergeneration in Form des Ryzen 7 7800X3D kann immer noch in der höchsten Liga mitspielen. Die Ersparnis gegenüber dem 9800X3D fällt mit 60 Euro beziehungsweise einem Preis von etwa 490 Euro aber längst nicht mehr so groß aus, wie sie mal war.

Ryzen 7 5700X3D: Als Spartipp bietet sich der Ryzen 7 5700X3D an, den wir bald voraussichtlich ebenfalls testen werden. Dank schnellem 3D-Cache und einem Preis von vergleichsweise günstigen 250 Euro bietet er ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Ryzen 9 9950X3D im Test: Fazit der Redaktion

Nils Raettig
@nraettig

AMD liefert mit dem Ryzen 9 9950X3D im Test fast ein Rundum-Sorglos-Paket für alle, die in jedem Bereich möglichst viel CPU-Leistung wollen und die dabei keine hohen Anschaffungskosten scheuen.

Wer nur mit seinem PC spielt, der ist aber mit einer Achtkern-CPU mit 3D-Cache besser bedient, weil sich hier im Gegensatz zum 9950X3D nie die Frage stellt, ob Spiele korrekt als solche erkannt werden und ob man für möglichst hohe Effizienz beim Zocken Kerne abschalten will oder nicht.

Für die nächste Generation an X3D-CPUs mit hoher Kernzahl würde ich mir wünschen, dass beide Chiplets auf einen eigenen 3D-Cache zugreifen können, damit sich diese Fragen nicht mehr stellen (oder zumindest in geringerem Maße).

Insgesamt ist aber auch der Ryzen 9950X3D wieder eine sehr eindrucksvolle CPU, wenn auch nicht mit dem vollen Fokus auf Spieler.

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