Android könnte bald sein Alleinstellungsmerkmal verlieren: Jetzt äußert sich die größte Play-Store-Alternative

Googles geplante Entwicklerregistrierung bedroht ab 2026 alternative App-Stores wie F-Droid, wie die Open-Source-Plattform warnt.

Google steht unter Kritik, weil die neuen Bestimmungen für Apps alternative Stores in Gefahr bringen könnten. Google steht unter Kritik, weil die neuen Bestimmungen für Apps alternative Stores in Gefahr bringen könnten.

Bisher galt Android als äußerst flexibles Betriebssystem für Handys, wenn es darum geht, Apps von verschiedenen Quellen zu installieren. Diese Flexibilität soll jedoch bald Geschichte sein, wenn es nach Google geht: Ab März 2026 dürfen nur noch Anwendungen installiert werden, deren Entwickler zuvor bei Google registriert und die jeweiligen Apps verifiziert sind.

Die neuen Bestimmungen gelten nicht nur für den Google Play Store, sondern erstrecken sich auf sämtliche Android-Apps – einschließlich jener, die über alternative Quellen oder Sideloading installiert werden. F-Droid, die wohl größte Alternative zum Play Store, reagierte mit deutlicher Kritik auf Googles Pläne.

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F-Droid schlägt Alarm: das Ende einer Ära?

Die Open-Source-Plattform, die seit 15 Jahren als alternative Anlaufstelle für Android-Nutzer fungiert, sieht ihre Existenz bedroht. In einer Stellungnahme warnte das F-Droid-Team:

Die Entwicklerregistrierung wird das F-Droid-Projekt und andere freie/Open-Source-App-Vertriebsquellen, wie wir sie heute kennen, beenden.

Marc Prud'hommeaux, Vorstandsmitglied von F-Droid, geht dabei weiter ins Detail. Das Projekt könne weder Entwickler zur Google-Registrierung zwingen noch die Kontrolle über App-Identifikatoren übernehmen.

Zur Erinnerung: Entwickler müssen künftig ein »Android Developer Console«-Konto erstellen und ihre Identität durch amtliche Ausweise sowie persönliche Daten verifizieren lassen; Unternehmen müssen zudem für den Antrag einer DUNS-Nummer 25 US-Dollar bezahlen.

Google rechtfertigt die neuen Maßnahmen mit erhöhter Sicherheit und Malwareprävention. Das Unternehmen argumentiert, dass Apps aus Sideloading-Quellen über 50-mal mehr Schadsoftware enthalten als solche aus dem Play Store.

Die Entwicklerverifizierung schaffe Verantwortlichkeit und erschwere es böswilligen Akteuren, nach der Entfernung einer schädlichen App schnell eine neue zu verbreiten, so die Idee.

  • F-Droid weist diese Begründung jedoch zurück und verweist auf wiederholt entdeckte Malware im Play Store selbst. Regelmäßig werden schädliche Apps bekannt, die trotz Googles Verifizierungsverfahren teils Millionen an Downloads erreichten.
  • Das Open-Source-Projekt argumentiert entsprechend, dass sein transparenter Ansatz, bei dem jeder den Quellcode einsehen kann, inhärent sicherer sei als kommerzielle Stores.

Die geplanten Änderungen betreffen indes nicht nur F-Droid, sondern das gesamte alternative App-Store-Ökosystem. Etablierte Plattformen wie die Samsung Galaxy Store, Huawei AppGallery oder Amazon Appstore dürften sich an die neuen Regelungen anpassen können, da sie über die nötigen Ressourcen und Entwicklerbeziehungen verfügen.

Schlechter dürfte es indes für kleinere, unabhängige Stores und Projekte aussehen. Immerhin hat Google angekündigt, für Hobbyentwickler und Studenten eine gebührenfreie Möglichkeit der Verifizierung anzubieten, nannte hierzu jedoch keine Details.

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