Apple hat seine neuen AirPods Pro 3 mit der »weltbesten Geräuschunterdrückung« beworben. Nach mehreren Tagen im Test kann ich zumindest bestätigen: In-Ears mit so gutem Active Noise Cancelling (ANC) hatte ich bisher noch nie in den Gehörgängen.
Apple hat definitiv an den richtigen Stellen nachgeschärft: Zum besseren ANC gesellen sich eine breitere Klangbühne sowie Wasserdichtigkeit nach IP57. Und dann ist da auch noch der neue Herzschlagsensor. Verzichten müssen wir in Europa vorerst auf die Live-Übersetzung.
Trotz all der Neuerungen muss man aber fragen: Lohnen sich die knapp 250 Euro, die Apple für die AirPods Pro 3 aufruft? Ich verrate es euch.
Transparenzhinweis: Apple hat mir die AirPods Pro 3 für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.
Apple AirPods Pro 3: Design, Funktionen und Unterschiede zum Vorgänger
Apple hat mit den AirPods Pro 3 keine Design-Revolution angestoßen. Wenn man nicht weiß, wo man hinschauen muss, sehen sie den Pro 2 zum Verwechseln ähnlich.
Ein paar Details haben sich mit der dritten Version dann aber doch geändert:
Case
- Die Ladeschale ist ein paar Millimeter höher.
- Der Pairing-Button ist verschwunden. Stattdessen startet man die Suche via Bluetooth über einen Doppeltipp auf der Vorderseite.
In-Ears
- Die Verschlussnaht verläuft aufgrund des Sensors ein wenig anders.
- Die Grills der AirPod Pro 3 sind schmaler und ragen deutlich mehr in die Höhe.
Zwei große Neuerungen fallen auf den ersten Blick kaum auf, haben aber großen Einfluss auf das Hör- respektive Sporterlebnis.
1. Herzschlagsensor
Mittels der In-Ears könnt ihr jetzt euren Herzschlag sowie verbrauchte Kalorien tracken. Das ist wichtig, wenn ihr mit den Knöpfen im Ohr Sport macht und das Training via Fitness-App aufzeichnet – und keine Apple Watch verwendet (ich bin meine im April losgeworden).
Der Sensor misst den Blutstrom per Infrarot 256 Mal pro Sekunde. Im Rahmen des Tests hatte ich lediglich Zeit, es an einem funktionalen Krafttraining zuhause zu überprüfen und kann sagen: Ja, das Tracking funktioniert.
Für mehr Details verweise ich an dieser Stelle an den Kollegen von Computer Bild, der gleichzeitig Messwerte mit einer Smartwatch genommen hat. Das Ergebnis fällt fast identisch aus.
Achtung, wichtig: Wollt ihr die AirPods Pro 3 fürs Training verwendet und nutzt keine Apple Watch, müsst ihr auf iOS 26 updaten. Erst dann findet ihr die entsprechende Funktion in der Fitness-App.
Trackt ihr übrigens sowohl mit den Kopfhörern als auch der Smartwatch, wird beides aufgezeichnet und zu einem Mittelwert zusammengefasst.
2. Neue Aufsätze
In meinem Unboxing-Video zu den AirPods Pro 3 war ich hörbar verwirrt. Die Tips sollten eigentlich aus Schaumstoff bestehen. Kollege Marinus und ich sind von Memory Foam ausgegangen, der sich der Ohrwindung anpasst. Pustekuchen!
6:12
AirPods Pro 3 Unboxing: Apples brandneue In-Ears frisch ausgepackt im Ersteindruck
Schaumstoff haben die neuen Aufsätze trotzdem, man sieht ihn nur nicht. Der sitzt nämlich in den Windungen. Das bisschen Schaumstoff hat gleich mehrere (größtenteils positive) Effekte:
- Die Tips schließen den Gehörgang luftiger ab. Die Aufsätze der Pro 2 sind sehr weich und dünn, weswegen sie mehr auf der Haut aufliegen. Ich empfinde das als angenehmer.
- Die Tips schließen den Gehörgang besser ab. Dadurch werden Geräusche von außen passiv besser abgeschirmt.
- Die Tips ploppen nicht beim Herausnehmen. Wenn ich die Pro 2 aus den Ohren nehme, stülpen sich die Aufsätze nach außen. Kein Beinbruch, aber nervig.
Die Kopfhörer sitzen bei mir 1A. Sie stören nicht bei längerem Tragen und fühlen sich leichter und luftiger an als beim Vorgänger. Die Aufsätze mit Schaumstoff sind meines Erachtens nach eine willkommene Verbesserung.
Von außen sehen die In-Ears übrigens identisch aus.
Von Außen erkennt man keinen Unterschied, doch das Tragegefühl ist bei der neuen Version angenehmer (Bildquellen: Maxe S., GameStar)
Nachstehend noch ein paar technische Neuerungen, die ihr im Blick haben solltet, wenn ihr mit den AirPods pro 3 liebäugelt:
- IP57-Zertifizierung. Damit sind die In-Ears komplett gegen Staub geschützt und halten bis zu 30 Minuten unter Wasser aus. Vor allem für Sportlerinnen und Sportler ist das ein Upgrade.
- Längere Laufzeit. Mit aktiviertem ANC kommen die Pro 3 aus bis zu 8 Stunden Laufzeit; ohne und ohne Herzschlagsensor auf bis zu 10. Vorher kamen die Knöpfe lediglich auf bis zu 6 Stunden. Zusammen mit der Ladeschale habt ihr Saft für bis zu 24 Stunden.
- Feinere Touchbedienung. Über die Stile der Hörer lassen sich unter anderem die Lautstärke regeln, die Wiedergabe stoppen oder zwischen ANC und Transparenz-Modus wechseln. Die Bedienung ist jetzt ein wenig feinfühliger und ging zumindest mir leichter von den Fingern.
- Genaueres »Wo ist?«: Wenn ihr die Kopfhörer verliert, sollen sie sich mittels Handy genauer orten lassen. Bei vergangenen Iterationen der Kopfhörer liegt die Genauigkeit bei etwa bei einem Radius von 25 Meter.
Was ich nach wie vor vermisse, ist eine dedizierte App. Equalizer oder Presets wären fein, stattdessen könnt ihr ein paar kleine Änderungen über die Einstellungen eures iPhones vornehmen.
Schade ist zudem, dass Android-Handys nicht alle Funktionen der neuen AirPods nutzen können, obwohl sie für das Produkt den gleichen Preis zahlen. Aus Apples Sicht überhaupt nicht überraschend, immerhin lebt die Firma von dem Ökosystem-Gedanken – aus Sicht von Android-Nutzerinnen und Nutzern aber natürlich trotzdem nicht schön. Das gilt insbesondere, da die neuen AirPods wie auch schon ihr Vorgänger ausgezeichnete Kopfhörer sind.
Erinnert ihr euch an die Live-Übersetzung aus der Keynote? In Deutschland werden wir auch weiterhin nur spanisch im Urlaub auf den Kanaren verstehen. Das Feature kommt vorerst nicht nach Europa. Laut eigener Aussage arbeitet Apple aber daran, es so bald wie möglich nachzureichen.
Auf der nächsten Seite erfahrt ihr, wie gut die AirPods Pro 3 klingen und wie viel besser das Noise Cancelling geworden ist.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.