Canon, Nikon, Sony, Fujifilm und mehr: all das sind Markennamen, die viele von uns zuerst mit dem Thema Fotografie verbinden.
Apple ist nicht unbedingt ein Hersteller, der sofort in so einer Konversation genannt wird, dabei ist ihre Kamera beliebter als jede andere: das iPhone.
Doch viele Jahre vor dem revolutionären Smartphone versuchte sich der Hersteller schon einmal in diesem Bereich.
Mit einem Gerät, das seiner Zeit weit voraus war: die Apple Quicktake 100.
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Apple Quicktake 100: Die erste massentaugliche Farb-Digitalkamera
Wir schreiben das Jahr 1994. Sony stellte die erste PlayStation vor, ein Buchhändler namens Amazon wurde gegründet und Menschen brachten ihre Filmrollen in Drogerien, um sie zu entwickeln.
Digitalkameras waren zu dieser Zeit fast noch ein Fremdwort. Wer Urlaubsfotos schoss, musste sie beim Fotoladen des Vertrauens oder in der Drogerie abgeben. Eine Woche später schaute man sich die Fotos gemeinsam an und freute sich über die festgehaltenen Momente.
Apple fand das wohl schon damals zu umständlich und brachte die Apple Quicktake 100 auf den Markt: die erste massentaugliche Farb-Digitalkamera.
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Ironischerweise wurde sie in Zusammenarbeit mit Kodak entwickelt; das Unternehmen, das den Umschwung zur Digitalfotografie verschlafen hat. Vielleicht hat der ausbleibende Erfolg der Quicktake sie pessimistisch gestimmt.
Eine Kamera im Fernglas-Format
Das Erste, was euch an der QuickTake 100 auffallen würde, ist ihre Form: Sie sieht eher aus wie ein ungewöhnliches Fernglas als wie eine Kamera. Apple-typisch sollte die Bedienung so simpel wie möglich sein.
Das war die Technik hinter dem Fotografie-Pionier:
- Die Auflösung: Das Maximum waren 640 × 480 Pixel (VGA). Was wir heute nur noch zu Gesicht bekommen, wenn mal das Datenvolumen vom Handy knapp wird, war damals für die Darstellung auf Röhrenmonitoren revolutionär.
- Der Speicher: Es gab keine Speicherkarten. Die Bilder landeten auf einem internen Speicher von mickrigen 1 Megabyte. Ihr konntet entweder acht Bilder in der VGA-Auflösung machen oder 32 Bilder in winzigen 320 x 240 Pixeln. In dieser Hinsicht war die Kamera der Fotografie mit Film doch sehr ähnlich (eine 35-mm-Filmrolle hatte typischerweise Platz für 36 Fotos).
- Kein Bildschirm: Wie bei Filmkameras gab es keinen Bildschirm auf der Rückseite; fotografiert wurde durch einen optischen Sucher.
Ob das Foto etwas geworden ist, habt ihr erst erfahren, wenn ihr die Kamera per seriellem Kabel mühsam mit eurem Mac verbunden hattet – die Software war nur mit den Computern von Apple kompatibel.
Die Quicktake 100 bot zwar den Komfort, keine Filme mehr kaufen oder entwickeln zu müssen, aber sie forderte ihren Besitzern trotzdem viel Geduld ab. Man konnte Bilder nicht einmal einzeln auf der Kamera löschen. Wenn der Speicher voll war, musste man ihn im Gesamten leeren.
Mit einem Preis von rund 750 US-Dollar war sie zudem ein extrem teures Gadget für diese Zeit. Apple bewies hier zwar Weitblick, doch die Hardware war schlicht noch nicht so weit, um den analogen Film ernsthaft anzugreifen.
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Vom Apple QuickTake 100 zum iPhone 17 Pro Max
Als Steve Jobs 1997 zu Apple zurückkehrte, war die QuickTake eines der ersten Opfer seiner großen Aufräumaktion. Er wollte, dass Apple sich wieder auf seine Kernkompetenzen konzentriert: Computer.
Doch die DNA der QuickTake verschwand nicht ganz. Die Erfahrungen, die Apple mit der digitalen Bildverarbeitung und der nahtlosen Einbindung von Hardware in Software sammelte, legten den Grundstein für das, was wir heute als selbstverständlich erachten.
Jedes Mal, wenn ihr heute euer iPhone zückt, steckt darin ein kleines bisschen von dem Mut, den Apple 1994 mit dieser seltsamen Plastikkiste bewiesen hat.
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