In Rollenspielen bin ich immer die Gute. Niemals sage ich zu einem NPC: »Was? Ich soll deine verlauste Tochter aus den Krallen des bösen Drachen befreien? Die pubertiert bestimmt gerade vor sich hin und lässt dauernd ihre langen Haare im Waschbecken liegen. Sicher, dass du die wieder haben willst? Echt? Na schön, aber nur, wenn du mir deinen Hof überschreibst und dich anschließend als mein Leibeigener um die Schweineställe kümmerst!«
Stattdessen sage ich: »Na klar!« Und nachdem ich die verlauste Tochter sicher abgeliefert habe und der NPC mir ein paar Klimpermünzen überreichen will, sage ich: »Ach, passt schon!« und gehe mit leeren Händen. So eine bin ich. So eine bin ich lustigerweise auch im echten Leben, obwohl ich sehr genau weiß, wie sehr lange braune Haare im Waschbecken triggern können. Ach, ach!
Und eigentlich sollte man meinen, dass ich aufgrund dieser, meiner Persönlichkeit um einen Extraction-Shooter wie Arc Raiders einen großen Bogen machen würde. Menschen wie ich sind da Futter, bestenfalls ein Frühstückshappen für die, die erst schießen … und niemals danach Fragen stellen.
Denn das Genre brüllt einem ja förmlich ins Gesicht: »Trau niemandem! Sei ein Arsch oder geh nackt nach Hause!« Die Wahrheit ist aber: Ich wohne derzeit in Arc Raiders – wenn ich nicht gerade arbeite, schlafe, esse, den Hund bespaße oder Haare aus Waschbecken klaube.
Allein und doch nicht allein
Dabei ist Arc Raiders auf dem Papier genau die Art von Spiel, die mich so gar nicht reizt: Ich latsche auf den Maps von Pontius zu Pilatus, suche sechs Aprikosen oder drei Industrie-Batterien. Dummer Sammelkram, mal für mich, mal für irgendeine Quest. Es ist eben klassische Beschäftigungstherapie der Marke »maximal ödes Spieldesign«. Aber hier fühlt es sich anders an.
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