Im vergangenen Oktober brachte Intel mit der Arrow-Lake-Generation die neuen Desktop-Prozessoren raus, die unter dem Banner »Core Ultra 200« ein neues Kapitel beim Hersteller aufschlagen sollten.
Von der Brechstange weg und hin zu mehr Effizienz lautete die Devise; zumindest in unserem Test des Core Ultra 9 285K ist das auch gut gelungen.
Allerdings förderte unser Review auch zahlreiche Wackler im Hinblick auf die Gaming-Performance zutage, was nicht nur von uns moniert wurde. Seitdem begab sich der Hersteller auf die Ursachenforschung.
Am 8. November kündigte Robert Hallock in seiner Funktion als Intels Leiter des technischen Marketings gegenüber dem Portal HotHardware an, dass man innerhalb von sechs Wochen eine öffentliche Stellungnahme zu den Problemen, Ursachen und Lösungsansätzen publizieren will.
Link zum YouTube-Inhalt
Die angekündigte Stellungnahme ist nun erfolgt. In einer vorliegenden Pressemitteilung erklärt Intel, dass »Untersuchungen kürzlich abgeschlossen und fünf individuelle Themen ausgemacht wurden, die die Performance beeinflussen«. Wenn ihr nur auf die Problemlösung aus seid, gibt Intel schon zu Beginn der Mitteilung folgende Informationen bekannt:
- Um unter Arrow Lake Leistungsverbesserungen zu sehen, müsst ihr die jüngste BIOS-Version für euer Mainboard herunterladen und installieren.
- Auch Windows 11 sollte auf möglichst aktuellen Stand gehalten werden; Intel spricht konkret von Build-Version 26100.2314 oder neuer.
- Anfang Januar 2025 soll das Mikrocode-Update 0x114 für weitere Verbesserungen sorgen. Auf der CES 2025 (7. bis 11. Januar) will Intel in diesem Kontext ein finales Performance-Update mitsamt eigenen Benchmarks präsentieren.
0:51
Der große Steam Winter Sale steht kurz bevor, der Trailer enthüllt die ersten Spiele im Angebot
Intel Arrow Lake: Fünf Ursachen für die Performance-Probleme
Im Anschluss geht Intel näher auf die gefundenen Ursachen ein und gibt sich insbesondere im Vergleich zum Drama der 13. und 14. Intel-Generation wesentlich transparenter. Folgende Punkte wurden genannt:
Fehlendes PPM-Paket in Review-CPUs
Das »Platform Power Management« (PPM) genannte System, mit dem softwareseitig bestimmt wird, welche Frequenzen und Spannungen ein Prozessor liefert, hat laut der Intel-Mitteilung in Pressemustern schlicht gefehlt.
- Die Symptome: Benchmarks, die sich von Testlauf zu Testlauf stark unterscheiden sowie unerklärbare Performancedifferenzen zwischen Windows 11 23H2 und 24H2.
- Der Leistungsverlust: Je nach Konfiguration und Testsystem soll dieses Problem einen Unterschied zwischen 6 und 30 Prozent ausmachen.
- Die Lösung: Ist schon da. Mit dem KB5044384-Patch, der Windows 11 auf Build-Nummer 26100.2161 aktualisiert, hat Intel das passende PPM-Paket für alle kompatiblen Rechner ausgespielt.
Intel APO funktionierte nicht richtig
Das fehlende PPM-Paket hat in Folge ein weiteres softwareseitiges Intel-Feature in Mitleidenschaft gezogen: Der »Application Performance Optimizer« (APO) konnte »nicht die erwartete Umgebung erkennen«, sodass APO erst gar nicht aktiviert wurde.
- Die Symptome: Einige Tester monierten, dass überhaupt kein Performance-Zuwachs durch das Hinzuschalten von APO zu sehen war.
- Der Leistungsverlust: Zwischen 2 und 14 Prozent an Gaming-Performance soll Arrow Lake eingebüßt haben, was sich natürlich auch nach dem jeweiligen Spiel richtet.
- Die Lösung: Auch hier ist der KB5044384-Patch für Windows 11 für die Fehlerbehebung verantwortlich.
Fehlerhafte BIOS-Konfigurationen in Rezensionsmustern
Die beiden spezifischen Punkte stellten sich als Teil eines größeren Problems heraus. Denn grundsätzlich waren »ausgewählte Performanceeinstellungen falsch konfiguriert«. Das Ausmaß und die Menge waren wohl von Pressemuster zu Pressemuster unterschiedlich.
- Die Symptome: Unter anderem »abnormal hohe Speicherlatenzen«. Spiele profitierten zudem nicht von »PCIe Resizable Bar«.
- Der Leistungsverlust: Auch hier nennt Intel je nach Spiel, Mainboard und BIOS-Einstellung zwischen 2 und 14 Prozent verlorener Leistung.
- Die Lösung: Mainboard-Hersteller haben damit begonnen, die betroffenen Z890-Produkte mit entsprechenden BIOS-Updates zu versorgen.
BSOD bei Spielen mit »Easy Anti-Cheat«
Bei Spielen, die mit »Easy Anti-Cheat« ausgestattet sind, kam es unter Windows 11 24H2 zu den gefürchteten Bluescreens of Death (BSOD).
- Die Symptome: Systemabstürze und BSODs beim Starten von Spielen mit Easy Anti-Cheat.
- Der Leistungsverlust: Kommt auf eure Sichtweise an. Ist »Das Spiel crasht mein Windows« noch mit Performancezahlen messbar?
- Die Lösung: Epic Games verteilt derzeit einen neuen Treiber für Easy Anti-Cheat an die entsprechenden Publisher und Entwickler, die diesen wiederum implementieren und per regulärem Spielupdate auf eure Rechner bringen.
Kommende BIOS-Verbesserungen
Das angesprochene Mikrocode-Update 0x114 bringt laut Intel noch »eine kleine Auswahl an Optimierungen« mit sich, die für die bisherigen BIOS-Updates nicht bereit waren.
Derzeit wird diese Aktualisierung noch validiert; als Releasezeitraum wird die erste Januarhälfte 2025 angegeben. Hiervon verspricht Intel eine »Verbesserung im einstelligen Prozentbereich« (geometrisches Mittel, ~35 Spiele).
Grundsätzlich erklärt der Hersteller auch, dass man einige neue »Praktiken, Richtlinien und Prozesse« eingeführt hat, die dafür sorgen sollen, dass diese Form der Performance-Probleme nicht mehr auftreten.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.